Gedanken zum 2.Advent

Von | 1. Dezember 2020

2. Adventwoche: Hl. Barbara (4.Dezember)

Heilige Barbara

In jedem Jahr, am 4. Dezember, feiern wir das Fest der Heiligen Barbara. Dieser Tag ist kein eigentlicher Advent-Feiertag, sondern ein Heiligen-Gedenktag. Solche Gedenktage gibt es im Laufe des Kirchenjahres jeden Monat, an ihnen kann man seinen Namenstag feiern, wenn man den Namen des Heiligen trägt. Der Gedenktag richtet sich nach dem Todestag der Heiligen. Gerade jetzt in der dunklen Jahreszeit begehen wir diese Tage gerne, weil sie Licht und Freude in unser Leben bringen. So feierten wir mit Laternen das Fest des Heiligen Martin, auch wenn es in diesem Jahr coronabedingt nicht wirklich gefeiert wurde, und in wenigen Tagen das Fest des Heiligen Nikolaus. Heute erfahren wir etwas über das Leben der Heiligen Barbara und warum wir auch heute noch an sie denken und von ihr lernen können.

Die Heilige soll nun selbst erzählen:

Guten Tag zusammen. Ich bin Barbara, nach mir ist der Brauch mit dem Kirschzweig benannt. Ich saß im Gefängnis, als mir ein blühender Kirschzweig Hoffnung gegeben hat, dass nach meinem Tod ein neues Leben bei Gott auf mich wartet.

Vor weit über 1.000 Jahren bin ich in der Stadt Nikomedia geboren (heute Izmit, Türkei). Mein Vater Dioscuros war ein erfolgreicher Kaufmann. Wir wohnten in einem schönen und großen Haus. Wenn ich durch die Stadt ging, dann drehten sich viele junge Männer nach mir um. Ich gefiel ihnen. Immer wieder kamen junge Männer zu uns, die mich heiraten wollten. Doch ich wollte das nicht.

Mir fehlte etwas bei ihnen. Auch zu Hause fehlte mir etwas. An Geld und schönen Dingen, an Essen und Trinken, an Dienern und Schmuck fehlte mir nichts. Aber das war doch nicht alles! Das, was mir fehlte, fand ich bei einer kleinen Gruppe von Christen. Sie glaubten und vertrauten Gott. Wenn ich bei den Christen saß und hörte, was sie über Jesus erzählten, dann dachte ich nur: Ja, genauso will ich leben. So ist es richtig. Ich lernte durch sie, Jesus zu vertrauen.

Die Christen lebten aber ständig in Angst. Es war streng verboten, Christ zu sein. Als Christ zu leben hieß, täglich mit Gefangenschaft, Folter und dem Tod zu rechnen. Mein Vater hasste die Christen auch. Immer, wenn ich heimlich aus dem Haus schlich, um mich mit ihnen zu treffen, hatte ich seine schlimmen Drohungen im Ohr: Was er den Christen alles antun würde, wenn er sie finden würde.

Als mein Vater bemerkte, dass ich mich aus dem Haus schleichen wollte, ließ er einen Turm bauen, um mich darin einzusperren, wenn er beruflich unterwegs war. Als er während der Bauzeit einmal verreist war, gab ich den Bauleuten die Anweisung, nicht nur zwei Fenster, sondern drei einzubauen.Bei dem nächsten Christentreffen ließ ich mich taufen. Nun gehörte ich für immer zu Jesus. Ich war froh und glücklich. Ich hatte gefunden, wonach ich so lange gesucht hatte. Mein Vater würde daran nichts ändern können. Als mein Vater die drei Fenster sah, stellte er mich zur Rede. Ich klärte ihn auf: „Es sind drei Fenster für den dreifaltigen Gott der Christen. Vater, ich habe mich taufen lassen.“ Mein Vater geriet außer sich vor Zorn.

Er ließ mich ins Gefängnis werfen. Ich wurde geschlagen und gequält. Das war ganz furchtbar. Was mich am Leben hielt, war mein Gebet. Beim Beten spürte ich, dass Jesus mir ganz nahe war.

Das Gefängnis war ein trostloses und dunkles Loch. Nur einen Napf mit Wasser stellte man mir hin. Mein Bett war ein Haufen aus Stroh und kleinen Zweigen. Einen trockenen Kirschzweig zog ich heraus und beträufelte ihn immer wieder mit meinem Trinkwasser. Und siehe da: Eines Morgens blühte der kleine Zweig. Was für ein Wunder in diesem finsteren Loch. Ich fing an, mit dem Zweig zu reden. „Du warst doch tot, du kleiner Zweig. Jetzt bist du aufgeblüht. So wird es auch mit mir sein. Ich werde hier sterben. Doch danach werde ich ein neues Leben bei Gott haben.“ – Die Folter wurde immer grausamer. Schließlich tötete mich mein eigener Vater mit dem Schwert. Sein Hass auf uns Christen war größer als seine Liebe zu mir.


Zum Schluss noch ein Gebet:

Guter Gott im Himmel, das Fest der Heiligen Barbara lehrt uns, uns selber treu zu bleiben. Wir sind froh, dass wir auf Barbara und ihr Leben schauen können. Sie liebte die Menschen und vor allem dich, als dreifaltigen Gott. Ihr Mut, ihre Gradlinigkeit und ihr großes Gottvertrauen, setzen auch noch heute, in unserem Leben Zeichen. + Amen +

Ein Adventangebot Ihrer katholischen Pfarrei Karl Borromäus, Merxheim.
Verantwortlich für die Inhalte: Frau Uschi Schmitt und Diakon Joachim Höhn.