Gedanken zum 3.Advent

Von | 13. Dezember 2020

4. Adventwoche: Hl. Lucia (13.Dezember)

Der 13. Dezember ist der Tag der Heiligen Lucia. An diesem Tag sind alle Christen eingeladen, an Lucia zu denken und diesen Tag zu feiern. In Schweden tun das die Leute mit einem ganz besonderen Brauch. Die Mädchen verkleiden sich als Lucia. Sie ziehen sich ein weißes Kleid an und binden sich einen roten Gürtel um. Auf dem Kopf tragen sie einen Kranz, in dem echte Kerzen fest gemacht sind. Die verkleideten Lucia-Mädchen gehen von Haus zu Haus und schenken ihnen das Luciabrot, ein leckeres, süßes Hefebrot. Der Name Lucia heißt übrigens übersetzt „die Leuchtende“. Jetzt wisst ihr auch, warum die Kerzen dazu gehören.

Hier nun ihre Geschichte, die Geschichte der Heiligen Lucia: 

Lucia wurde vor fast 1.800 Jahren auf Sizilien geboren. Ihr Vati Lucio war ein reicher römischer Bürger. Er starb, als Lucia noch ein kleines Mädchen war. Sie war gerade fünf Jahre alt. Wie gut, dass der Vater seiner Frau und seiner Tochter ein reiches Erbe hinterlassen hatte. So brauchte sich Lucias Mutter Eutychia keine Sorgen um den Lebensunterhalt machen. Sorgen hatte die Mutter trotzdem. Sie wollte Lucia gut verheiraten und hatte auch schon einen Bräutigam für ihre Tochter gefunden. Doch Lucia wollte nicht heiraten. Sie war Christin geworden und hatte Gott versprochen, niemals in ihrem Leben zu heiraten. Sie wollte ganz zu Jesus gehören; sie wollte Ihr Leben mit keinem anderen Mann teilen. Das konnte ihre Mutter nicht verstehen. Sie hatte den Vater von Lucia sehr lieb gehabt.

Als die Mutter sehr krank wurde, überredete Lucia ihre Mutter zu einer Wallfahrt nach Cantania. Sie hoffte darauf, dass diese Wallfahrt zum Grab der heiligen Agatha ihrer Mutter Heilung bringen könnte. Die Mutter willigte ein und so machten sich die beiden Frauen auf den Weg. Die geplante Hochzeit wurde erst einmal verschoben. Tatsächlich wurde die Mutter gesund. Dieses Wunder überzeugte Lucias Mutter, dass der christliche Gott Gutes tat. So ließ auch sie sich taufen. Nun hatte Lucia bei der Mutter einen Wunsch frei. Könnt ihr erraten, was sie sich wünschte? …

Lucia durfte die Verlobung auflösen und musste nicht heiraten. Wieder zu Hause unterstützte die Mutter ihre Tochter bei der Hilfe von Armen und Kranken. Das Geld aus ihrem Vermögen half dabei, viel Gutes zu tun. Damals war es gefährlich, Christ zu sein, sich zu Jesus zu bekennen. Die Christen mussten sich verstecken. Sie trafen sich heimlich. Einige waren auf der Flucht vor Gefängnis und Folter. Sie versteckten sich vor den Soldaten und Häschern in dunklen Höhlen und Grotten. Dorthin brachte Lucia ihren Glaubensfreunden Essen und Trinken. Ihre Hände brauchte sie zum Tragen der Dinge, die sie den Menschen ins dunkle Versteck bringen wollte. Darum hatte sie keine Hand frei, um eine Laterne oder Kerze zu tragen, mit der sie den Weg erleuchteten konnte. Da kam ihr die Idee mit dem Kerzenkranz auf dem Kopf. Vorsichtig konnte sie nun bei dem Lichtschein die engen, stolperigen und finsteren Gänge entlang gehen.

Lucia war glücklich darüber, dass sie ihre Verlobung lösen durfte. So konnte sie ihr Versprechen halten, das sie Gott gegeben hatte. Ihr Bräutigam aber war darüber nicht nur enttäuscht und traurig, sondern ganz verbittert. Die Frau, die er liebte und heiraten wollte, hatte ihn zurückgewiesen. Daher wollte er sich an Lucia rächen und verriet sie an den Statthalter, der die Christen verfolgte. Lucia wurde festgenommen und ins Gefängnis geworfen. Auch als man mit Gewalt versuchte, sie vom Glauben abzuhalten, blieb sie standhaft. Nein, sie wollte nicht heiraten. Immer grausamer wurden die Qualen, mit denen Lucia bedränt wurde. Schließlich befahl der Statthalter einem Soldaten, Lucia mit seinem Schwert zu töten.

Wir heute können froh und dankbar sein, dass wir nicht in Angst und Furcht leben müssen wie Lucia damals. Wir können Gott Versprechen geben und sie einhalten, ohne Angst vor Strafe zu haben. Lucia, die Leuchtende, kann uns mit ihrem Leben ein leuchtendes Vorbild sein. Sie hat anderen Menschen geholfen. Sie hat sich um Kranke, Arme und Verfolgte gekümmert. Wir können das heute auch tun, ganz ohne Risiko und völlig frei. Nehmen wir uns ein Beispiel an Lucia: bringen wir durch unser Handeln ein wenig Licht indie Dunkelheit von Menschen in Not.


Zum Schluss noch ein Gebet:

Herr und Gott,
du bringst Licht auf unsere Welt.
Du willst, dass allen Menschen warm ums Herz wird;
damit sie glücklich und zufrieden zusammen leben können.
Die heilige Luzia nahm sich dich zum Beispiel,
und zeigte uns Menschen was es heißt,
Licht für andere zu sein.
Lass uns dieses Licht weitertragen
in die ganze Welt.
+ AMEN +

Ein Adventangebot Ihrer katholischen Pfarrei Karl Borromäus, Merxheim.
Verantwortlich für die Inhalte: Frau Uschi Schmitt und Diakon Joachim Höhn.