Gedanken zu den Lesungen des Tages, 03.07.

Von | 3. Juli 2020

Dechant Hardt stellt uns in seiner Serie „Gedanken zu den Lesungen des Tages“ jeden Tag einen neuen Impuls vor.

Freitag der 13. Woche im Jahreskreis

Lesung: Amos (8, 4-6.9-12)
Evangelium: Matthäus (9, 9-13)

Gott will keine Opfer, keine korrekte Frömmigkeit, keinen intakten Kult, er will Barmherzigkeit.
Der Evangelist lässt Jesus dieses kri­tische Prophetenwort zweimal zitieren, verleiht ihm also besonderen Nachdruck.
Er sagt damit: Die Frömmigkeit und das religiöse Handeln des Menschen darf nicht dazu führen, dass er sich von anderen Menschen abriegelt, dass er andere Menschen in die Sonderung und Einsamkeit treibt. Gott will Barmherzigkeit, Vergebung aller Schuld; dafür ist Jesus da, um dies in seinem Verhalten anzuzeigen. Von ihm kann man lernen, was Gottes (durch die Propheten gesprochenes) Wort heißt; er heißt somit auch zu Recht ‚Lehrer‘. Der Evangelist interpretiert diese Wahrheit noch, wenn er Jesu Einladung zitiert: ,Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin mild und demütig von Herzen, und ihr werdet Erquickung finden für eure Seele. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht (Mt 11, 29f).

Rudolf Pesch