Impuls zum Hochfest des Leibes und Blutes Christi 2020

Von | 11. Juni 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 798 – Preiset, alle Nationen

1) Preiset, alle Nationen, den verborgnen Herrn und Gott! Unter Menschen will er wohnen, sich erbarmen in der Not. Preist ihn, ihr erlösten Sünder, preist ihn, all ihr Gotteskinder, ihn, der hoch im Himmel thront und in unsrer Mitte wohnt!

2) Freudig wollen wir ihm singen. Möge bis zum fernsten End aller Welten Lob erklingen ihm, der wohnt im Sakrament! Ja, in dieser heiligen Hülle wohnt der Gottheit ganze Fülle. Betet ihn in Demut an, der so Großes uns getan.

4) Heilig, heilig, dreimal heilig bist du, Herr, Gott Sabaoth. Erd und Himmel dich lobpreisen in der Höhe großer Gott. Heilig, der in deinem Namen zu uns kommt: Hosanna! Amen. Ihm sei Lob und Herrlichkeit, Preis und Dank in Ewigkeit.

Lesung aus dem ersten Korintherbrief (1 Kor 10, 16–17)

Schwestern und Brüder! Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 6, 51–58)

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge: Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich eben werde, ist mein Fleisch für das Leben der Welt. Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben und ich werde ihn auferwecken am Jüngsten Tag. Denn mein Fleisch ist wahrhaft eine Speise und mein Blut ist wahrhaft ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm. Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben. Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Es ist nicht wie das Brot, das die Väter gegessen haben, sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Impuls

Vorgestern habe ich eine Quizsendung im Fernsehen gesehen. Der Kandidat war ausgesprochen erfolgreich und hat einen großen Gewinn abgeräumt. Vor lauter Freude sprang er seiner Familie – die auch im Studio war – in die Arme. Alle umarmten sich und konnten ihr Glück kaum fassen. Da wurde ich neidisch. Nicht unbedingt auf den finanziellen Gewinn in der Sendung, viel mehr auf die Freude und die Nähe, die diese Familie teilen konnte. Schnell kam die übliche Einblendung im Fernsehen, dass es sich bei dieser Sendung um eine Aufzeichnung vor der Corona-Krise handele und nur deswegen Publikum etc. zu sehen ist. Verrückt, oder? Mir ist an diesem Beispiel nochmal etwas sehr deutlich bewusst geworden. Seit Wochen & Monaten verzichte ich auf Umarmungen und Körperkontakt bei Familie & Freunden, gebe Kolleginnen und Kollegen nicht die Hand. Daran wird mir klar: Es ist zwar schön – zum Beispiel auch über soziale Medien – mit anderen Menschen in Kontakt zu sein aber es braucht mehr als eine geistige Nähe. Gut, – so denke ich mir am heutigen Fest nochmals sehr deutlich – dass Gott um diese Erfahrung offenbar auch weiß. In der Bibel lesen wir immer wieder, welche intime Gemeinschaft uns Gott anbietet, dass die Beziehung zu Gott viel mehr ist als eine rein geistige Nähe. Im Alten Testament wird dies sehr oft mit dem Bild des Bundes ausgedrückt. Gott schließt mit den Menschen einen Bund, ähnlich wie die Ehe, wo er eine unverbrüchliche und bedingungslose Treue verspricht und zusagt. Im Neuen Testament erfährt diese Nähe Gottes eine noch größere Steigerung. Gott wird Mensch. „Das Wort ist Fleisch geworden“ – aus Worten und Geist wurde Fleisch und Blut.

Für mich ist Fronleichnam dieses Jahr wirklich wichtig. Auch wenn ich es nicht feiern kann, wie gewohnt, auch wenn ich an keiner Prozession teilnehmen kann, erinnert mich dieser Tag doch an eine wesentliche Botschaft meines Glaubens: Gott ist Mensch! Er ist kein fernes Wesen, dessen geistige Erkenntnis und dessen geistiges Durchdringen eine einzige und nicht zu lösende Lebensaufgabe wäre. Durch seinen Leib kann ich mich hineinnehmen lassen in das Wesen Gottes, in seine Botschaft, seine Nähe, seine Liebe und seine Gemeinschaft.

Fürbitten

An dieser Stelle sind Sie eingeladen, freie Fürbitten zu halten. Wenn Sie lieber auf vorgefertige Fürbitten zurückgreifen möchten, werden Sie hier fündig:

https://www.bistum-trier.de/no_cache/glaubespiritualitaet/gottesdienst/fuerbitten/fuerbitten-liste/fuerbitteneinzelansicht/fuerbitte/fronleichnamsfest-1/

Vater Unser

Gott tauft uns mit dem Wasser des Lebens und gibt uns das Brot das Gemeinschaft mit ihm schenkt. Wir beten das Gebet Jesu:

Vater unser im Himmel….

Segen

So segne uns der barhmerzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: GL 414 – Herr unser Herr, wie bist du zugegen

1) Herr, unser Herr, wie bist du zugegen und wie unsagbar nah bei uns. Allzeit bist du um uns in Sorge, in deiner Liebe birgst du uns.

2) Du bist nicht fern, denn die zu dir beten, wissen, dass du uns nicht verlässt. Du bist so menschlich in unserer Mitte, dass du wohl dieses Lied verstehst.

3) Du bist nicht sichtbar für unsere Augen, und niemand hat dich je gesehen. Wir aber ahnen dich und glauben, dass du uns trägst, dass wir bestehen.

4) Du bist in allem ganz tief verborgen, was lebt und sich entfalten kann. Doch in den Menschen willst du wohnen, mit ganzer Kraft uns zugetan.

Ferne Altäre (von Gerline Knoller)

Jesus, ich finde dich in diesen Zeiten nicht auf den Altären. Nicht im Teilen des Brotes. Man hat uns die Zugänge zu unserer Quelle, zur Eucharistie verschlossen. Oder so erschwert, dass wir nicht voll Freude zu dir eilen können. Einlasskontrollen zählen ab, dass wir nicht zu viele werden bei diesem Fest im möglichst kleinen Kreis.

Nur Einbahnstraßen dürfen wir gehen, um uns im Vorübergehen nicht zu streifen. Der Platz neben mir muss frei bleiben. Der Nächste wird zur Gefahrenquelle – er bleibe mir fern! Dein Lob singen dürfen wir nur mit stummen Mund. Gehalten, mit Mundschutz – denn es darf keine lauten Lieber geben. Erst recht nicht von vielen. Singen ist „Risikoverhalten“. Musik verzichtbar. Welch trauriges Fest!

Abstand ist zum erst Gebot geworden be diesem Fest, wo doch alles um größte Nähe geht. Zueinander – und vor allem zu dir! Dein gebrochenes Brot, du selbst wirst mit antiseptischen Fingern gereicht, am liebsten gar nicht.

Trostworte haben sich jene ausgedacht, die noch feiern. Denen wir beim Mahl Zusehen können. Dass wir ja „geistig kommunizieren“ können – wer schaut schon gern beim Festmahl zu?

Dass wir Geduld üben müssen, um dir wieder begegnen zu dürfen. Amtliche Weisungen ersetzen den Trost.

Jesus, dabei bist du doch schon längst zu uns dazugetreten und gehst mit uns! Mir mir! Wie bei den Jüngern von Emmaus. Mit weniger als 1,50 Meter Distanz. Ich brauche dorch nur aufzuschauen. Verschlossen ist uns zwar die Quelle, aber nicht der Quelle Grund – Du. Wir haben freien Zugang zu dir. Den uns keine Weisung nehmen kann.