Impuls zum Dreifaltigkeitssonntag

Von | 7. Juni 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Gepriesen sei der dreieinige Gott: der Vater und sein eingeborener Sohn und der Heilige Geist; denn er hat uns sein Erbarmen geschenkt.

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem zweiten Korintherbrief (2 Kor 13, 11–13)

Schwestern und Brüder,

freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, haltet Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Lied: Taizé – Spiritus Jesu Christi

Link zu Text & Noten: https://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=496&lang=de

Übersetzung: Der Geist Jesu Christi, der Geist der Liebe, stärke dich im Herzen

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 3, 16–18)

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Impuls

Uff. Da hat uns die kirchliche Leseordnung ja ein schönes Evangelium zum heutigen Sonntag beschert. „Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt ist schon gerichtet…“

Schnell kann man – besonders auch bei der Lektüre des Neuen Testamentes und der Worte Jesu nervös werden – wenn es ums „Richten“ und „das Gericht“ geht. Bilder von Himmel und Hölle tauchen vor unserem inneren Auge auf. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen. Doch – und das muss man dem heutigen Sonntagsevangelium lassen – hier gibt es einen feinen Unterschied zu anderen Gerichtsworten der Bibel. Das Gericht ist nicht etwa ein äußerer formeller Akt, der über mich kommt und dem ich machtlos ausgeliefert bin. Nein. Hier ist das Gericht eine einfache und transparente Konsequenz aus meinem eigenen Handeln. „Wer an ihn glaubt wird nicht gerichtet, wer nicht glaubt ist schon gerichtet“

Aber was bedeutet das? Wer nur genug glaubt wird gerettet? Glaube als Leistungssport? Mir hilft bei dieser Frage immer ein bekanntes russisches Märchen, dass ich Kindern gerne erzähle, wenn ich ihnen Himmel & Hölle erklären will:

Ein Mann kommt an die Himmelspforte und möchte Himmel & Hölle sehen. Diesem Wunsch wird ihm entsprochen, er bekommt die große Gnade erwiesen beide Ort einmal zu sehen. Zunächst wird die Hölle betreten. Und der Mann ist ganz erstaunt! Ein riesiger Raum tut sich vor ihm auf. Es ist warm, im Hintergrund läuft schöne Musik und es riecht nach einem wunderbaren Essen. So hatte er sich die Hölle nun wirklich nicht vorgestellt. Wo kam dieser Geruch nur her? Dann sah er es. In der Mitte des Raumes war ein rieeesiger Fleischtopf. Und drumherum saßen viele Menschen. Und sofort war es mit der wohlingen Stimmung vorbei. Die Menschen sahen furchtbar aus. Abgemagert und ganz eingefallen, zitternd und zähneknirschend, aggressiv und wütend saßen sie um den Topf herum und brüllten sich gegenseitig an. Warum? Weil Ihnen offensichtlich eine besondere Höllenstrafe auferlegt wurde, so stelle der Mann fest. Alle Menschen in der Hölle hatten extrem lange Löffel. Die Löffel waren so lang, dass sie keine Chance hatten von dem köstlichen Essen vor sich zu speisen. Immer wenn sie das Essen zum Mund führen wollten, fiel es wieder vom Löffel herunter.

Anschließend wurde der Mann in den Himmel geführt. Und da erlebte er eine noch größere Überraschung. Im Himmel sah es – bis ins Detail – genauso aus wie in der Hölle. Der gleiche riesige Raum, die gleiche Musik, der gleiche Duft. Ja selbst der große Fleischtopf in der Mitte und drumherum viele Menschen mit viel zu langen Löffeln. Aber es gab einen großen Unterschied. Die Menschen sahen fröhlich aus, sie lachten, gut genährt und voller Lebensfreude saßen sie um den Fleischtopf. Denn zwischen Himmel & Hölle gibt es einen großen Unterschied. Die Menschen im Himmel haben verstanden, dass man die viel zu langen Löffel einfach dafür benutzen kann, sich gegenseitig zu füttern.

Ob wir lieber im Himmel oder in der Hölle leben, das haben wir auch selbst in der Hand. Es hängt auch an unserer Einstellung zum Leben, zum Glauben und damit auch zu unseren Mitmenschen. Oder um es mit den Worten der heutigen Lesung zu sagen: freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes haltet Frieden!

Lied: GL 470 – Wenn das Brot das wir teilen

1) Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt

Kv) dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja dann schauen wir heute schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt.

2) Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt, und die Not, die wir lindern, zur Freude wird

Kv) dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja dann schauen wir heute schon sein Angesicht in der Liebe, die alles umfängt.

Fürbitten

An dieser Stelle sind Sie eingeladen, freie Fürbitten zu halten. Wenn Sie lieber auf vorgefertige Fürbitten zurückgreifen möchten, werden Sie hier fündig:

https://www.bistum-trier.de/no_cache/glaubespiritualitaet/gottesdienst/fuerbitten/fuerbitten-liste/fuerbitteneinzelansicht/fuerbitte/dreifaltigkeitssonntag/

Vater Unser

Im Vertrauen auf den Herrn wollen wir ihm all unsere Bitten, unseren Dank, unsere Sorgen und Nöte im Gebet des Herrn ans Herz legen:

Vater unser im Himmel….

Segen

So segne uns an diesem Tag und in der kommenden Woche der barhmerzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: Taizé – Singt dem Herrn ein neues Lied

Link zu Text & Noten: https://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=495&lang=de