Impuls vom Sonntag, 14.06.2020

Von | 14. Juni 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 481 – Sonne der Gerechtigkeit

(Vorspiel bis 01:19)

1) Sonne der Gerechtigkeit, gehe auf zu unserer Zeit; brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann. Erbarm dich, Herr.

2) Weck die tote Christenheit aus dem Schlaf der Sicherheit, dass sie deine Stimme hört, sich zu deinem Wort bekehrt. Erbarm dich, Herr.

3) Schaue die Zertrennung an, der sonst niemand wehren kann; sammle, großer Menschenhirt, alles, was sich hat verirrt. Erbarm dich, Herr.

Ewigkeit.

Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus (Mt 9, 36 – 10, 8)

In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden! Dann rief er seine zwölf Jünger zu sich und gab ihnen die Vollmacht, die unreinen Geister auszutreiben und alle Krankheiten und Leiden zu heilen. Die Namen der zwölf Apostel sind: an erster Stelle Simon, genannt Petrus, mund sein Bruder Andreas, dann Jakobus, der Sohn des Zebedäus, und sein Bruder Johannes, Philíppus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Thaddäus, Simon Kananäus und Judas Iskáriot, der ihn ausgeliefert hat. Diese Zwölf sandte Jesus aus und gebot ihnen: Geht nicht den Weg zu den Heiden und betretet keine Stadt der Samaríter, sondern geht zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel! Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe! Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.

Impuls

Vor einigen Tagen habe ich den Pastoralkurs im Bistum Trier mit einer erfolgreichen sogenannten zweiten Dienstprüfung abgeschlossen. In den vergangenen drei Jahren (und auch in den 5 Jahren Theologiestudium zuvor) habe ich viel gelernt über unseren Glauben, aber auch seine praktische Gestalt und die Pastoral, über Unterricht und Katechese, Kirchenrecht und Liturgie, Predigt und viele andere Themen. Ende August wird dann unsere Beauftraungsfeier und Sendung durch den Bischof stattfinden, ab dann bin ich nicht mehr „Pastoralassistent“ sondern „Pastoralreferent“.

Eine Art Beauftragung und Sendung gibt es auch im heutigen Evangelium zu bestaunen. Jesus sendet seine Jünger – die alle namentlich genannt werden – aus und gibt ihnen gleich einen anspruchsvollen pastoralen Auftrag auf den Weg.

Allerdings gibt es einen entscheidenden Unterschied zwischen der Beauftragung der Jünger damals und unserer Beauftragung im August. Jesus hat nicht nach Qualifikationen gefragt. Keiner der Jünger musste vorher Theologie studieren, niemand einen Pastoralkurs absolvieren. Oder noch anders auf die Situation geblickt: Wen hat Jesus da denn beauftragt?! Petrus und Andreas: Fischer, die nie eine Schule besucht haben und vielleicht nicht mal lesen und schreiben konnten. Jakobus und Johannes: genannt „Donnersöhne“, also Männer mit einem sehr ungezügelten Temperament. Philippus und Bartholomäus: Zwei unbeschriebene Blätter. Thomas und Matthäus: Der eine Zweifler, der andere Zolleintreiber. Simon: Junger Revoluzzer, der die Römer aus dem Land schmeißen wollte. Und nicht zuletzt Judas, der, der Jesus später mit einem Kuss ausliefern wird. Nein, auf den ersten Blick wirkt es nicht so, als hätte Jesus seine Jünger damals besonders intensiv geprüft, bevor er sie ausgesendet hat. Und trotzdem: Ihr Erfolg war unbestreitbar!

Ich halte das Evangelium des heutigen Sonntages für ein ganz wesentliches Evangelium für unsere Kirche. Ich erlebe es in Pfarreien und Gemeinden immer wieder – tragischerweise auch von Ehrenamtlichen – dass ihre Tätigkeit klein geredet wird. Kirche sei nur da wo ein Pastor oder ein Hauptamtlicher ist, die pastorale Handeln eines Priesters sei wertvoller als das eines Laien. Und auch viele Priester und Hauptamtliche tappen in die Falle – in die ich hoffentlich niemals tappen werde – sich wegen ihrer Weihe oder Qualifikation für etwas besonderes zu halten.

Alles Quatsch! So erklärt uns das heutige Evangelium. Jeder und jeder, mit allen Ecken und Kanten, allen Stärken und Schwächen ist „Jünger Jesu“ – dort wo er gerade lebt, dort wo er durch sein Handeln ein Stückchen des Evangeliums Wirklichkeit werden lässt.

Fürbitten

An dieser Stelle sind Sie eingeladen, freie Fürbitten zu halten.

Vater Unser

Wir heißen Kinder Gottes und sind es. Darum rufen wir:

Vater unser im Himmel…

Segen

Gott segne uns an diesem Tag und in der kommenden Woche. Sei mitten unter uns, wo Traurigkeit die Herzen betrübt. Lass die Sanftmut des Geistes jeden Zorn und Zweifel stillen. Und gib, dass dein Segen unseren Kleinglauben in Vertrauen wandelt.

Amen.

Lied: GL 820 – Unser Suchen nach dem Einen

Anmerkung: Das Lied „Unser Suchen nach dem Einen“ von Barbara Kolberg gehört zu meinen liebsten „neuen“ Stücken im neuen Gotteslob. Es ist ein wunderbares Sendungslied, dass so wesentliche Punkte des Christ-seins in so traumhafte Sprache und Musik hüllt. Ich wollte es schon länger einmal in einen Gebetsimpuls einbringen, hab aber bisher keine Gesangsvorlage bei YouTube gefunden, da sich das Lied nur im Trierer Bistumsanhang befindet. Dankenswerterweise hat nun die Dekanatskantorin des Dekanates Cochem-Zell dieses Lied hochgeladen.

1) Unser Suchen nach dem Einen, dessen Liebe uns umfängt, erfülle unsre Herzen, werde Sehnsucht, die uns lenkt. Denn aus seinem Wort zu leben und in Christus selbst zu sein, führt den wahren Weg des Friedens, wird zum Leben uns befreien.

Kv) Gehn auch wir die Wege Jesu, den Menschen zugewandt, stets vereint in seiner Liebe: Er selbst hat uns gesandt

2) Wer den Blick auf ihn gerichtet und in seiner Liebe bleibt, wird zum Segen für den Nächsten, dessen Angesicht ihn zeigt. Immer neu sich selbst zu geben im Gebet, in Wort und Tat, so zu dienen und zu lieben, werde unsres Lebens saat.

Kv) Gehn auch wir die Wege Jesu, den Menschen zugewandt, stets vereint in seiner Liebe: Er selbst hat uns gesandt

3) Unser Dasein schenke Hoffnung denen, die sie längst verlorn, die in EInsamkeit und Armut, die in Dunkelheit geborn. Jesu Liebe sie gilt allen, auch den Schwächsten lässt er nicht. Keinen gibt der Herr verloren, seine Treue nie erlischt.

Kv) Gehn auch wir die Wege Jesu, den Menschen zugewandt, stets vereint in seiner Liebe: Er selbst hat uns gesandt

4) In den Nächsten unsres Lebens lasst uns trauen seinem Wort, das befreit aus unsren Ängsten und bleibt bei uns immerfort. Unsre Wege lasst uns gehen voller Demut und erfüllt von der Gegenwart des einen, der in Menschenkleid sich hüllt.

Kv) Gehn auch wir die Wege Jesu, den Menschen zugewandt, stets vereint in seiner Liebe: Er selbst hat uns gesandt