Gedanken zu den Lesungen des Tages, 23.06.

By | 23. Juni 2020

Dechant Hardt stellt uns in seiner Serie „Gedanken zu den Lesungen des Tages“ jeden Tag einen neuen Impuls vor.

Dienstag der 12. Woche im Jahreskreis

Lesung: 2. Buch der Könige (19, 9b-11.14-21.31-35a.36)
Evangelium: Matthäus (7, 6.12-14)

Das heutige Evangelium enthält drei Weisungen, die unter sich nur lose zusammenhängen.

a) Vers 6: „Gebt das Hei­lige nicht den Hunden!“ Das ist den Jüngern gesagt, den Boten des Evangeliums; sie sollen unterscheiden, ob es in einer bestimmten Situa­tion angebracht ist, von Christus und von der Gottesherrschaft überhaupt zu sprechen. Seltsam hart und lieblos mag es uns scheinen, dass die Nicht-Hörer der Botschaft mit Schweinen und Hunden verglichen werden; aber mit dem drastischen Bild soll nur anschaulich gemacht werden, wie sinn­los es ist, Menschen zur Annahme des Glaubens nötigen zu wollen, denen dafür alle Voraussetzungen fehlen.       

b) Vers 12: Die „goldene Regel“ schließt zusammenfassend die vorherge­henden Weisungen ab und stellt sie nochmals (vgl. 5,48) unter das große Gebot der Liebe. Die Liebe ist die Mitte und das geheime Ziel auch von „Gesetz und Propheten.

c) Vers 13—14: Mit 7,13 beginnen die Schlußmahnungen der Bergpre­digt (7, 13—27). Das Bild von den zwei Wegen ist weit verbreitet in den Psalmen, bei den Propheten und auch außerhalb der Heiligen Schrift. Das Leben des Menschen ist eine Wanderschaft, es kann sein Ziel erreichen oder verfehlen. Am Tor wird es sich entscheiden; das Tor bedeutet Ende, Durchgang, neuen Anfang.

Warum ist das Tor eng, das zum Leben, zum Glück der Vollendung führt? Warum werden nur wenige gerettet (Lk 13,23)?

Statt einer Antwort hören wir wieder einmal eine Forderung, einen Imperativ: Sorg, dass du den rechten Weg gehst und durch das rechte Tor eintrittst.