Gedanken zu den Lesungen des Tages, 13.06.

Von | 13. Juni 2020

Dechant Hardt stellt uns in seiner Serie „Gedanken zu den Lesungen des Tages“ jeden Tag einen neuen Impuls vor.

Samstag der 10. Woche im Jahreskreis

Lesung: 2. Korintherbrief (5,14-21)
Evangelium: Matthäus (5, 33-37)

Gott nimmt den Tod, der aus der Sünde kommt und mit dem die Sünde das Neue an Gott, sein Menschsein, auszulöschen gedachte, auf sich, um das neue Leben, das mit seiner Menschwerdung in die Welt kam, als ein Tod und Sünde Überwindendes offenbar zu machen.

In seinem Tod, den er durch die Sünde, aber für die Sünder, seine Brüder, erleidet, an ihrer Statt und ihnen zugute, wird das Menschsein Gottes in einem unüberbietbaren und unauslotbaren Maße als Mitmenschlichkeit offenbar.

Das Neue an dem menschgewordenen Gott, das Mitmenschliche Gottes, wird in seinem Sterben um des Menschen willen auf eine Weise leuchtend, einleuchtend, anziehend, dass es uns jene Blindheit, jene Decke über den Augen nimmt, die uns bei uns selbst, beim alten verbleiben ließ, weil sie uns verhüllte, wie gut Gott ist und wie gut er es mit jedem von uns meint.

– Heinrich Spaemann