Ökomenischer Impuls zum Pankratiusfest, 13.05.2020

Von | 13. Mai 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pfarrer Michael Zeh und Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: „freiTöne“ 118 / „Gotteslob“ 847 – Wenn Glaube bei uns einzieht

1) Wenn Glaube bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont. Wir fangen an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt. (2x)

2) Wenn Liebe bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont. Wir fahren an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt. (2x)

3) Wenn Hoffnung bei uns einzieht, öffnet sich der Horizont. Wir fahren an zu leben, weil der Himmel bei uns wohnt. (2x)

Lesung aus dem Buch des Propheten Jeremia (Jer 29, 4-11)

So spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels, zu allen Weggeführten, die ich von Jerusalem nach Babel habe wegführen lassen: Baut Häuser und wohnt darin; pflanzt Gärten und esst ihre Früchte; nehmt euch Frauen und zeugt Söhne und Töchter, nehmt für eure Söhne Frauen und gebt eure Töchter Männern, dass sie Söhne und Töchter gebären; mehrt euch dort, dass ihr nicht weniger werdet. Suchet der Stadt Bestes, dahin ich euch habe wegführen lassen, und betet für sie zum HERRN; denn wenn’s ihr wohlgeht, so geht’s euch auch wohl. Denn so spricht der HERR Zebaoth, der Gott Israels: Lasst euch durch die Propheten, die bei euch sind, und durch die Wahrsager nicht betrügen, und hört nicht auf die Träume, die sie träumen! Denn sie weissagen euch Lüge in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt, spricht der HERR. Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe. Denn ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe Zukunft und Hoffnung.

Impuls

Liebe Schwestern und Brüder,

eine Mutmachbotschaft, ein Trost- und Stärkungsbrief des Propheten Jeremia an seine Glaubensgenossen im Exil. Mitten im Leben wie im Exil, so fühlen sich viele von uns in diesen Wochen. Die Kinder, die sich nicht besuchen und miteinander spielen dürfen, die älteren Leute, die seit Wochen nicht aus dem Haus kommen oder keinen Besuch empfangen durften, die vielen, die im Homeoffice von den Kollegen abgeschnitten sind oder Urlaub abfeiern müssen. Wie im Exil auch wir Christen. Keine gemeinsamen Gottesdienste, keine Begegnung, eucharistische Gemeinschaft. Die Weihwasserbecken sind leer. Wann hat es das gegeben? Trotz schwierigster Bedingungen trafen sich Juden an den Wassern zu Babel und weinten (Psalm 137). Römische Christen in den Katakomben, Christen in der Sowjetunion in Wohnzimmern, feierten Abendmahl und tauften Kinder. Und jetzt: Gottesdienste dürfen nur mit Maske und ohne Singen gefeiert werden. Zur Ökumenischen Pankratiusvesper, die wir seit weit über 20 Jahren miteinander feiern, gehörten sonst der festliche Gesang unserer Chöre, die Tauferinnerung und Segnung mit Wasser aus dem Taufstein, das fröhliche Beisammensein bei einem Umtrunk auf dem Vorplatz mit Gesprächen bis die Sonne untergeht. Da tut ein Mutmachwort gut. „Gott hat euch nicht vergessen, seine Gedanken über euch sind Gedanken des Heils, des Schalom. Baut Häuser, pflanzt Gärten, gründet Familien.“ Auch bei uns haben manche ihr Zuhause, den Garten, unsere schöne Umgebung neu entdeckt. Die Botschaft des Jeremia ist aber auch: Es braucht einen langen Atem, es gibt keine schnelle Rückkehr in alte Verhältnisse. Es gilt also, das Beste aus der jetzigen Situation zu machen. Aber Jeremia sagt nicht: „Macht das Beste für euch draus.“ Sondern: „Sucht das Heil, den Schalom der Stadt, betet für sie.“ Das ist, was wir in unserem Exil erleben: Menschen setzen sich mit ihrer Kreativität für andere ein. Manche opfern sich regelrecht auf, in den Krankenhäuser, in den Pflegediensten, bei der Tafel, beim Home Schooling, in den Geschäften und Gasstätten. Es ist großartig, was in unseren Altenheimen geleistet wird, dass sich die alten Menschen nicht im Exil, von Gott erlassen erleben, sondern wohlbehalten und von allen Seiten geborgen. Aber es macht

mir auch Sorge, welch große Verantwortung die Mitarbeitenden tragen. Also umso mehr betet für sie, für alle, die sich einsetzen, für die, die Angst haben. Auch für die Stadt- und die Gemeinderäte, für den neu gewählten Kirner Bürgermeister, der als erster ehrenamtlicher Bürgermeister so eine schwierige Situation zu meistern hat. „Betet für sie zum Herrn, denn in ihrem Wohl liegt euer Wohl.“ Das ist die Erfahrung, die wir zurzeit machen, wie sehr das Wohl und damit der Schalom für alle zusammenhängt und wie wichtig dabei ist, dass Beten und Handeln als Antwort auf Gottes Zusage ist.

Zeit der Stille

Fürbitten:

In dieser besonderen Zeit wollen wir das tun, was uns der Prophet Jeremia ans Herz legt:

Lasst uns beten für unsere Stadt und das Kirner Land:

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kirner Krankenhaus und in unseren Pflegediensten: Um Kraft, Gelassenheit und kreative Ideen, auch in Zeiten von Corona und nur sehr eingeschränkten Besuchen allen Kranken und Pflegebedürftigen Menschen gut zur Seite zu stehen.

Für die Menschen, die sich bei der Tafel engagieren und für die Menschen, die auf die Tafel angewiesen sind: Um eine sichere Versorgung und den Segen für die vielen helfenden Hände in dieser so not-wendigen Einrichtung.

Für die Schüler/innen und Lehrer/innen die an unseren Schulen vorsichtig die ersten Schritte der Wiedereröffnung gehen. Um Vorsicht und deinen Beistand beim gemeinsamen Lernen.

Für die politisch Verantwortlichen in der Stadt und im Kirner Land, für die Bürgermeister, die kommunalen Räte und die bei der Stadt und den Gemeinden engagierten Menschen, um Weisheit und Kraft auch in dieser schwierigen Situation richtige Entscheidungen zu treffen.

Für all die Menschen, die emotional unter der Situation leiden. Für die, die einsam sind und die, die mit der Angst zu kämpfen haben: Um deinen Beistand in dieser Zeit und Menschen, die Ihnen Hilfe und Wärme zuteil kommen lassen.

Für all die Menschen, die wirtschaftlich unter der Situation leiden. Für all unsere Betriebe, Geschäfte, Gaststätten und Institutionen, die mit massiven Einbußen zu kämpfen haben und für alle Menschen, die zur Zeit in Kurzarbeit leben: Um eine gute und sichere Perspektive auf dem Weg zurück zur Normalität.

Herr unser Gott, vertrauensvoll legen wir als Christen in der Stadt Kirn und im Kirner Land dir das Wohlergehen unserer Heimat in die Hände. Wir vertrauen gemeinsam als Schwester und Brüder auf deinen Beistand.

Vater Unser

Als Christen dürfen wir dich „Abba“ – „Vater“ nennen. So beten wir gemeinsam als Schwestern und Brüder des einen Vaters das Gebet, dass du uns zu beten gelehrt hast:

Vater unser im Himmel….

Lied: Von allen Seiten umgibst du mich

Segen

Deine Hände mögen immer ihr Werk finden und immer eine Münze in der Tasche wenn du sie brauchst.
Das Licht der Sonne scheine auf dein Fenstersims.
Dein Herz sei voll Zuversicht, dass nach jedem Gewitter ein Regenbogen am Himmel steht.
Der Tag sei dir freundlich, die Nacht dir wohlgesonnen.
Die starke Hand eines Freundes möge dich halten und Gott möge dein Herz erfüllen mit Freude und glücklichem Sinn.

So segne uns, unsere Stadt und das ganze Kirner Land, der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.


Hier noch der Text aus der heutigen E-Mail von Pfarrsekretärin Nicole Wolf zur Info!

Hallo und einen wunderschönen Guten Morgen in die Runde!

Heute kommt mal wieder ein Gebetsimpuls, diesmal von Herrn Michels und Pfr. Zeh, also ein ökumenischer. Schön, oder? Aber das kommt ja auch nicht von ungefähr, gestern war nämlich das Patrozinium des heiligen St. Pankratius, der übrigens einer der Eisheiligen ist. Und schon seit sehr langer Zeit gibt es dazu eine wunderbare ökumenische Veranstaltung am Mittwoch nach Pankratius in Kirn, nämlich die Pankratiusvesper. Ich kann mich noch gut an die aus dem letzten Jahr erinnern. Der ökumenische Kirchenchor, der sich eigens dafür zusammenfindet, hat schöne Lieder gesungen, es wurde gemeinsam gebetet und danach hat man bei Brezel und kühlen Getränken den Abend noch mit interessanten Gesprächen zusammen ausklingen lassen können. Alles in Allem also eine wunderschöne, gelungene Veranstaltung.

Und in diesem Jahr? Alles nichts, oder?

Na ja, ganz so ist nicht. Es ist eine seltsame und auch sehr schwierige Zeit, das steht ganz außer Frage. Aber wie ich es noch nie in meinem ganzen Leben erfahren konnte, ist es auch eine sehr kreative Zeit. Eine Zeit, in der sich viele Menschen wieder besinnen  und entschleunigen, in der sie Lösungen suchen und auch finden, wie man diese aktuell so verzwickte Lage für Gutes nutzen kann. Und das ist für mich der wahre Gewinn in diesen letzten Wochen: den Kopf nicht in den Sand stecken sondern MACHEN. Natürlich ist nicht jeder ein Macher, aber MITmachen kann Jede/r:

  • So passiert das ja auch hier in unserer Runde: Gemeinsam zu beten, zu wissen, dass abends um 18.00 Uhr noch viele andere Menschen zur gleichen Zeit das Gleiche beten, das verbindet und gibt Mut. Ein warmes Gefühl im Bauch. Eine kurze Auszeit von unserem momentan so komplizierten Alltag.
  • Es gibt Kinder in unserem Dorf, die für die Bewohner der Altenheims Haus Bergfrieden Bilder gemalt und Briefe geschrieben haben, damit die Senioren und Seniorinnen sich an Ostern an den bunten Farben und netten Worten erfreuen konnten. Dafür hat es auch keinen großen Aufruf gebraucht, sondern einfach eine Idee und eine Nachbarin, die dort arbeitet und die man doch fragen könnte, ob sie bereit ist, die Bilder und Briefe abzugeben.
  • Ich habe einen Bekannten, der seine Mutter ins Altersheim geben musste und sie jetzt über die Feuerleiter besucht, damit sie sich wenigstens durch die Fensterscheibe sehen und besprechen können.

Und so kann man die Liste endlos fortsetzen.

Für diese und die vielen, vielen andere Dinge, die momentan um mich herum passieren, dafür bin ich aus tiefstem Herzen dankbar. Und es zeigt mir eines: wie viele kleine und große Heldinnen und Helden des Alltags wir unter uns haben, die wir sonst vielleicht gar nicht erkannt hätten. Und das ist doch wirklich eine tolle Sache.

Daher wünsche ich Ihnen heute den Mut und die Kreativität, neue Wege zu suchen und zu finden und die Geduld, die aktuelle Lage so hinzunehmen wie sie ist. Und dabei die vielen kleinen, guten Dinge, die dabei entstehen, nicht zu übersehen.

Noch kurz was zum Fortbestehen unserer Gebetsgemeinschaft:

Wie Herr Michels schon gesagt hat, wird es einmal pro Woche und am Wochenende einen Impuls geben.

Darüber hinaus möchte er ab nächster Woche eine Möglichkeit des digitalen Bibelteilens anbieten. Hier wird mit Hochdruck an einer technisch einfachen Form gearbeitet.

Hier noch unser Kleingedrucktes:

Unseren Gebetsimpuls können Sie auch per WhatsApp erhalten, dazu genügt eine kurze Nachricht an Michael Michels unter 01751584552.

Bitte teilen Sie ihn auch mit den älteren Mitmenschen, die vielleicht selber keine Möglichkeit haben, Emails zu empfangen. Gerne versenden wir den Impuls auch per Post.

Bitte geben Sie uns dazu eine kurze Mitteilung.

WICHTIG! Sie erhalten diese Email, weil sie den digitalen Pfarrbrief der Pfarreiengemeinschaft Kirn abonniert haben! Sollten Sie keine weiteren Emails mehr wünschen, so geben Sie uns bitte kurz Bescheid, vielen Dank!

Es grüßt Sie herzlich

Nicole Wolf, Pfarrsekretärin