Impuls vom Sonntag, 17.05.2020

Von | 17. Mai 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem ersten Petrusbrief (1 Petr 3, 15–18)

Schwestern und Brüder!

Heiligt in eurem Herzen Christus, den Herrn! Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die euch erfüllt; antwortet aber bescheiden und ehrfürchtig, denn ihr habt ein reines Gewissen, damit jene, die euren rechtschaffenen Lebenswandel in Christus in schlechten Ruf bringen, wegen ihrer Verleumdungen beschämt werden. Denn es ist besser, für gute Taten zu leiden, wenn es Gottes Wille ist, als für böse. Denn auch Christus ist der Sünden wegen ein einziges Mal gestorben, ein Gerechter für Ungerechte, damit er euch zu Gott hinführe, nachdem er dem Fleisch nach zwar getötet, aber dem Geist nach lebendig gemacht wurde.

Lied: Taizé – Meine Hoffnung und meine Freude

Link zu Text und Noten: https://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=322&lang=de

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten. Und ich werde den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, der für immer bei euch bleiben soll, den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt. Ihr aber kennt ihn, weil er bei euch bleibt und in euch sein wird. Ich werde euch nicht als Waisen zurücklassen, ich komme zu euch. Nur noch kurze Zeit und die Welt sieht mich nicht mehr; ihr aber seht mich, weil ich lebe und auch ihr leben werdet. An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir und ich bin in euch. Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es, der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

Impuls

Letzte Worte.

Es ist schon einige Monate her – in Corona Zeiten fühlt es sich an als wären es Jahrzehnte – habe ich eine Beerdigung abgehalten. Ein Mann wurde – viel zu früh – durch einen schrecklichen Arbeitsunfall aus dem Leben gerissen. Als ich mit der Familie beim Trauergespräch zusammensaß wurde von einer sehr eindrucksvollen Erfahrung erzählt. Alle Familienmitglieder hatten – wie durch ein Wunder – am Tag zuvor zumindest kurz mit ihm gesprochen und jeder hatte sehr bewusst seine „letzten Worte“ im Kopf. Der Frau sagte er am Morgen, als er zur Arbeit fuhr, wie glücklich er immer noch mit ihr ist. Einer der beiden Söhne bekam als letztes Wort am Abend zuvor gesagt: „Ich bin stolz auf dich!“ Über den ganzen Trauerprozess der Familie und auch bei der Beerdigung hat das Thema „Letzte Worte“ eine große Rolle gespielt.

Im heutigen Evangelium bekommen wir auch so etwas wie „Jesu letzte Worte“ präsentiert. In etwas eigentümlicher Art und Weise erklärt der Herr seinen Jüngern, dass er bald nicht mehr da sein wird und zum Vater im Himmel zurückkehren wird. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Jünger – trotz aller Wunder und unerklärlichen Geschehnissen, die bereits geschehen sind – nicht so wirklich verstehen, was Jesus da meint. Jesus, der selbst nach seinem Tod am Kreuz wieder bei den Jüngern auftaucht, soll auf einmal ganz verschwunden sein? Aber wir wissen, es wird so kommen. Wir wissen, dass der leibliche Jesus sich endgültig an Christi Himmelfahrt von seinen Jüngern und dieser Welt verabschieden wird. Gut, dass Jesus seine Abschiedsworte weise gewählt hat. Ich stelle es mir so vor, dass diese Worte nach Christi Himmelfahrt bei den Jüngern auf einmal ein ganz anderes Gewicht erhalten, wie bei der Familie des verstorbenen Mannes, den ich beerdigen durfte. Letzte Worte. Sie sind etwas wirklich Wichtiges.

Denn so wie die Erinnerung an die letzten Worte des Mannes die Familie getröstet hat, so werden Jesu Worte die Jünger trösten, sie werden sie führen in eine neue Wirklichkeit des Glaubens, in der wir auch heute noch stehen. Eine Wirklichkeit, in der Jesus zwar leiblich nicht mehr da ist, seine Botschaft aber unzerstörbar und auf ewig in dieser Welt ist. Mit ihm ist die Liebe verbunden. Nicht im Sinne einer Gefühlsromantik, sondern im Sinne der Tat. Liebe bedeutet die Gebote zu halten, Gott und seinen Nächsten zu lieben, auf die Schwachen und Armen zu achten, zu beten und als authentische Christen als „Salz“ in dieser oft so faden Welt zu leben. Letzte Worte, die auch uns gelten, und auch für uns wichtig sind: Denn, wenn wir so leben, dann ist Jesus bei uns. Wenn auch nicht mehr leiblich, aber in der Fülle des Lebens, das eine Qualität erhält, die ohne diese Liebe und seine Botschaft niemals zu erreichen wäre.

Fürbitten

An dieser Stelle sind Sie herzlich eingeladen, freie Fürbitten zu halten. Wenn Sie lieber auf formulierte Fürbitten zurückgreifen möchten, werden Sie unter folgendem Link fündig:

https://www.bistum-trier.de/no_cache/glaubespiritualitaet/gottesdienst/fuerbitten/fuerbitten-liste/fuerbitteneinzelansicht/fuerbitte/sechster-ostersonntag/

Gebet

Herr, du versprichst uns immer bei uns zu sein, bis ans Ende der Welt. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel…

Segen

So segne uns an diesem Tag und in der kommenden Woche der barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: Wo ich auch stehe