Impuls vom Sonntag, 10.05.2020

Von | 10. Mai 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Der nächste Impuls in der Pfarreiengemeinschaft Kirn erscheint am Mittwoch, als „Gebet für die Stadt und das Kirner Land“ zum Pankratiusfest von Pfarrer Michael Zeh und Pastoralassistent Michael Michels gestaltet.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem ersten Petrusbrief (1 Petr 2, 20b–25)

Geliebte, wenn ihr recht handelt und trotzdem Leiden erduldet, das ist eine Gnade in den Augen Gottes. Dazu seid ihr berufen worden; denn auch Christus hat für euch gelitten und euch ein Beispiel gegeben, damit ihr seinen Spuren folgt. Er hat keine Sünde begangen und in seinem Mund war keine Falschheit. Als er geschmäht wurde, schmähte er nicht; als er litt, drohte er nicht, sondern überließ seine Sache dem gerechten Richter. Er hat unsere Sünden mit seinem eigenen Leib auf das Holz des Kreuzes getragen, damit wir tot sind für die Sünden und leben für die Gerechtigkeit. Durch seine Wunden seid ihr geheilt. Denn ihr hattet euch verirrt wie Schafe, jetzt aber habt ihr euch hingewandt zum Hirten und Hüter eurer Seelen.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 10, 1-10)

In jener Zeit sprach Jesus: Amen, amen, ich sage euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber. Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe. Ihm öffnet der Türhüter und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus. Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme. Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme der Fremden nicht kennen. Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte. Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen. Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört. Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden. Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.

Impuls

Ich hab mich gerade unglaublich über mich selbst geärgert! Wenn ich gekonnt hätte, hätte ich mir – wie man so schön im Volksmund sagt – in den….naja, Sie wissen schon….gebissen! Was war der Auslöser? Ich hatte gerade keine Lust die Spülmaschine auszuräumen. Warum mich dieses – aus Ihrer Sicht vielleicht nachvollziehbare – Gefühl am Samstagabend so auf die Palme gebracht hat, erkläre ich Ihnen gerne:

Mit 19 Jahren bin ich von Zuhause ausgezogen in ein kleines 18qm großes Studentenzimmer mit kleiner Küchenzeile, das ich bis zu meinem 24. Lebensjahr bewohnt habe. Dann habe ich geheiratet und bin mit meiner Frau in eine schöne Wohnung für 2 Personen in Trier gezogen, die zum Einzugszeitpunkt für unsere Vorstellungen riesig war. Dort haben wir bis zum Januar diesen Jahres gelebt. Seit Februar bewohnen wir eine schöne, top modernisierte und nochmal deutlich größere Wohnung in der Eifel, die man sicher als unsere Traumwohnung bezeichnen kann. Darin ist auch eine neue Küche mit Spülmaschine enthalten. Mit 27 Jahren – nach 8 Jahren des nervigen Spülens – bin ich in den Genuss einer Spülmaschine gekommen. Was für ein Luxus! Und ich hab mir geschworen, ich will für diesen Luxus dankbar sein und mich nicht beklagen, die Maschine aus- oder einzuräumen. Und nun ist es passiert. Nach nur 3 Monaten. Ich hatte keine Lust sie auszuräumen und innerlich rumgenörgelt, wie nervig das jetzt ist.

Vielleicht spüren Sie schon, dass hinter der Spülmaschine ein größerer Zusammenhang steht, der mich ärgert. Warum gewöhnt man sich so schnell an einen gewissen Standard? Warum verliert man so schnell seine Dankbarkeit, wenn man sich an tolle Dinge gewöhnt? Warum nimmt man materielle (und auch immaterielle) Glücksfälle des Lebens so schnell als selbstverständlich an? Warum wird man manchmal einfach nicht satt? Besonders in Anbetracht meiner Freundschaft zu vielen Menschen in Kenia schäme ich mich dafür. Ich wüsste nicht, in Kenia mal eine Spülmaschine gesehen zu haben. In diese Stimmung kommt mir das heutige Evangelium sehr recht. Am sogenannten „Gute-Hirte-Sonntag“ spricht Jesus zu mir. Er sagt auch zu mir und zu dir: Ich bin gekommen, damit DU das Leben hast, damit DU es in Fülle hast.“ Und mit der Lebensfülle meint Jesus sicherlich keine Spülmaschine. Nein. Seine Lebensfülle geht weit über materielle Dinge hinaus. Um was es genau geht, führt er zuvor im Bild des Hirten und der Herde aus. Jesus, der gute Hirte, er ruft alle Schafe – einzeln und persönlich – dich und mich – beim Namen. Ihm folgen die Schafe gerne, weil sie seine Stimme kennen, ihm vertrauen. Er geht voraus, er zeigt den Weg. Aber wie? Ich glaube das hängt wesentlich mit seiner Botschaft zusammen. Wer sich von ihm ansprechen lässt, wer seine Worte vernimmt, wer in seinem Leben die im Evangelium angesprochene Tür erkennt und sein Leben und seine Entscheidungen an Jesus ausrichtet, der wird er-füllt werden, der wird ein Leben in Fülle haben.

Ich muss jetzt zwar immer noch die Spülmaschine ausräumen. Aber das tue ich als Gefallen für eine wunderbare Ehefrau und bevor ich mich wieder an den Schreibtisch setze, um einer erfüllenden und sinnstiftenden Arbeit nachzugehen. Hier kann ich Fülle erfahren, hier kann ich satt werden. Heute will ich besonders nochmal darüber nachdenken: Wo – neben Ehe und Beruf – werde ich satt? Wo kann ich dem guten Hirten nur danken, dass er mich führt?

Lied zum Impuls: GL 421 – Mein Hirt ist Gott der Herr

1) Mein Hirt ist Gott, der Herr, er will mich immer weiden, darum ich nimmermehr kann Not und Mangel leiden; er wird auf grüner Au, so wie ich ihm vertrau, mir Rast und Nahrung geben und wird mich immerdar an Wassern, still und klar, erfrischen und beleben.

2) Er wird die Seele mein mit seiner Kraft erquicken, wird durch den Namen sein aufrechte Bahn mich schicken, und wenn aus blinder Wahl ich auch im finstern Tal weitab mich sollt verlieren, so fürcht ich dennoch nicht; ich weiß mit Zuversicht, du, Herr, du wirst mich führen.

3) Du wirst zur rechten Zeit den Hirtenstab erheben, der allzeit ist bereit, dem Herzen Trost zu geben. Dazu ist wunderbar ein Tisch mir immerdar von dir, o Herr, bereitet, der mir die Kräfte schenkt, wann mich der Feind bedrängt, und mich zum Siege leitet.

4) Du hast mein Haupt getränkt, gesalbt mit Freudenöle, den Kelch mir eingeschenkt, hoch voll zur Lust der Seele. Herr, deine Gütigkeit wird durch des Lebens Zeit mich immer treu begleiten, dass ich im Hause dein fest möge wohnhaft sein, zu ewiglichen Zeiten.

Fürbitten

An dieser Stelle sind sie herzlich eingeladen, persönliche Fürbitten zu sprechen. Wenn Sie lieber auf vorgefertige Fürbitten zurückgreifen möchten, können Sie dies gerne unter diesem Link tun:

https://www.bistum-trier.de/no_cache/glaubespiritualitaet/gottesdienst/fuerbitten/fuerbitten-liste/fuerbitteneinzelansicht/fuerbitte/vierter-ostersonntag-1/

Gebet

Herr Jesus Christus, du bist der gute Hirte. Dir vertrauen wir alles an:

Vater Unser im Himmel…

Segen

So segne, behüte und begleite uns der allmächtige Gott, heute und in der kommenden Woche, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: GL 456 – Herr du bist mein Leben