Impuls vom Dienstag, 05.05.2020

Von | 5. Mai 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Nicole Wolf

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 10,22-30)

In Jerusalem fand das Tempelweihfest statt. Es war Winter, und Jesus ging im Tempel in der Halle Sálomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange noch willst du uns hinhalten? Wenn du der Messias bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

Impuls

Als ich den heutigen Tagestext gelesen habe, musste ich sofort an die Taufe unserer mittleren Tochter denken. Der damals taufende Priester hat sie der Gemeinde vorgestellt, indem er sie hochnahm und der Gemeinde zeigte mit den Worten: „Das ist unser neues Schäfchen.“ Und dann zum Kind gewandt. „Und das sind all die großen Schafe.“ Das brachte so manchen zum Schmunzeln. Und sofort wird deutlich, was mich beim heutigen Text so umtreibt: der Vergleich des Schafes muss nicht unbedingt ein schmeichelhafter sein. Will ich denn wirklich ein Schaf sein, dass willenlos einem Schäfer folgt? Schafe gelten gemeinhin als nicht besonders intelligent. Doch aus den Worten Jesu wird auch deutlich, dass es sich bei dieser Schafherde um so eine Art Geheimzirkel handeln könnte, das hört sich doch wiederrum spannend an. Die Angesprochenen können nicht dazugehören, weil sie dem Wirken und den Werken Jesu keinen Glauben schenken. Gewisse Voraussetzungen müssen also offensichtlich erfüllt sein. Die Vorteile dieser Herdengemeinschaft liegen auf der Hand: Ist das nicht angenehm, wenn man sich um manche Dinge einfach mal keine Gedanken machen muss? Wenn man auf diese bekannte Stimme hören kann und weiß, dass man aufgehoben ist? Man ist vielleicht sogar ein bisschen wie ein Geschenk, dass der Vater dem Sohn gegeben hat. Und beide, Vater und Sohn, passen so gut auf die Herde auf, dass niemand an die Schafe dran kommt. Man ist beschützt. Eigentlich ein sehr beruhigendes und schönes Bild.

Zum Glück gibt es da aber auch noch eine weitere Eigenschaft, die den Schafen zugeschrieben wird: sie können schon manchmal auch ein wenig störrisch sein. Manchmal tun sie nämlich gerade nicht das, was von ihnen erwartet wird und sind bockig. Und das ist für mich genau das, was eine gute Gemeinschaft ausmacht. Im Großen und Ganzen ist es sehr tröstlich, wenn man in seinem Leben eine Marschrichtung vorgegeben bekommt und man sich um einige Dinge keine Gedanken machen muss, sich generell angenommen und geliebt fühlen kann. Aber gewisse Dinge, die sollte man doch auch nochmal überdenken und hinterfragen dürfen und nicht immer einfach nur blind der ganzen Herde folgen. Manchmal büchst eines sogar aus und sammelt eigene Erfahrungen. Auch das muss man dann einfach akzeptieren, vielleicht kommt es ja wieder zurück und man kann es wieder herzlich aufnehmen. Die Herde ist jedenfalls da. Auch in diesen seltsamen Zeiten. Und manchmal habe ich das Gefühl, dass sie gerade jetzt wieder ein bisschen mehr gebraucht wird.

Lied – Von allen Seiten umgibst du mich

1. Ob ich sitze oder stehe, ob ich liege oder gehe, bleibst du, Gott, bist du, Gott, bei mir. / Ob ich schlafe oder wache, ob ich weine oder lache, bist du, Gott, bist du, Gott, bei mir

Ref.: Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir: und hältst deine Hand über mir.

2. Dass ich wachse, blühe, reife, dass ich lerne und begreife, bleibst du, Gott, bist du, Gott, bei mir. / Dass ich finde, wenn ich suche, dass ich segne, nicht verfluche, bist du, Gott, bist du, Gott, bei mir

Ref. Von allen Seiten…..

3. Wo ich sitze oder stehe, wo ich liege oder gehe, bleibst du, Gott, bist du, Gott, bei mir. / Dass ich dein bin, nicht verderbe, ob ich lebe oder sterbe, bist du, Gott, bist du, Gott, bei mir

Ref.: Von allen Seiten……

Gebet

Guter Gott, Du bist immer um uns, hältst du deine Hand schützend über uns und bist für uns da.

Vater unser im Himmel…..

Segen

So segne und behüte uns und die ganze Welt an diesem Tag, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.