Abendgebet für Sonntag, den 03.05.2020

Von | 3. Mai 2020

Guten Abend meine Lieben.
Wer gestern Abend meinen Impuls mitgebetet hat, weiß, dass sich der Inhalt um das Lachen/Lächeln drehte. Wie wichtig und auch schön es ist, wenn wir andere Menschen anlächeln oder wenn wir angelächelt werden.
Sie können sich nicht vorstellen, wie viele positive Rückmeldungen ich auf diesen Abendimpuls, im Laufe des heutigen Sonntags, bekommen habe. Ganz herzlichen Dank dafür.
So habe ich mir gedacht, was liegt näher, als diesen Gedanken weiterzuspinnen. Frage an Sie und euch: Wer bringt uns zum Lachen?
Ja, die Clowns und auch manchmal die Gaukler. So habe ich meinen Abendimpuls , mit Text und Gebet, auf diese beiden Menschengruppen gelegt.
Und für beide gilt: Sie wollen uns erfreuen und uns zum Lachen bringen.

Also lasst uns beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Zuerst eine kleine Geschichte über einen tanzenden Gaukler:

Es war einmal ein Gaukler, der von Ort zu Ort zog – tanzend und singend – und so seine Späße machte. Aber eines Tages wollte er mehr und er entschied sich künftig ein besinnliches Leben zu führen.
So begab er sich in ein Kloster. Dort wollte er den Rest seines Lebens verbringen – schweigend und betend. Doch wie er die anderen Mönche sah, die das Schweigen und Beten jeden Tag mit ernsten und angespannten Gesichtern wiederholten, kam er sich bald leer und ausgehöhlt vor. Schließlich hielt er es nicht mehr aus, er zog sich, während die Klostergemeinde beim Chorgebet war, in eine kleine Waldkapelle zurück und fing an zu tanzen – so wie er es früher, als er noch von Dorf zu Dorf zog, gewohnt war. Er tanzte die kühnsten Tänze – und er tanzte sie zur Ehre Gottes. Tanzen war sein Gotteslob. Er tanzte so lange, bis ihm der Atem ausging.

Einer der Mönche war ihm heimlich gefolgt, hatte ihn durchs Kapellenfenster beobachtet, und war anderntags zum Abt gegangen, um ihm davon zu berichten. Der Abt ging ebenfalls zur Waldkapelle und beobachtete den tanzenden Gaukler. Am nächsten Tag ließ dieser den Bruder Gaukler zu sich kommen. Zerknirscht fiel dieser vor dem Abt auf die Knie. Kaum konnte er seine Tränen zurückhalten: „Ich weiß Herr, dass ich ein schlechter Mönch bin. Ich passe nicht in euer Kloster. Anstatt zu beten und zu singen, habe ich getanzt. Ihr habt Recht, wenn Ihr mich aus dem Kloster verweist. So will ich freiwillig wieder auf die Straße gehen!“ –

Doch da verbeugte sich der Abt vor dem Gaukler, umarmte ihn und sagte: „In deinem Tanz hast du GOTT mit Leib und Seele gelobt. Dein Herz war voller Freude. Und als ich dir zusah, spürte ich, dass auch ich fröhlich und heiter wurde. Es kommt nicht darauf an, wie du dich vor Gott ausdrückst, sondern dass es das ist, was dein Herz fühlt. Deine Art GOTT zu loben und zu ehren sollte für uns ein Vorbild sein!“


Ich liebe den Zirkus und ich liebe, schon seit Kindertagen die Zirkusclowns. Ein Clown soll nun heute Abend, stellvertretend mit und für uns beten:

GEBET EINES CLOWNS

Wenn ich durch dieses Leben stolpere,
hilf mir, mehr Lachen als Tränen zu schaffen
mehr Freude als Trauer zu geben
mehr Fröhlichkeit als Verzweiflung zu verbreiten.
Lass mich nie unbeteiligt werden,
dass ich die Wunder im Auge eines Kinde übersehe,
oder das Leuchten in den Augen der Alten
Lass mich nie vergessen,
dass es meine ganze Aufgabe ist,
Menschen zum Lachen zu bringen,
sie froh zu machen und sie für einen Moment
die Unannehmlichkeiten ihres Lebens vergessen lassen.
Und im letzten Moment meines Lebens
Möge ich Dich flüstern hören:
„Als du die Menschen zum Lächeln gebracht hast
hast du mich zum Lächeln gebracht.“


So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der an unserer Seite stehende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ich wünsche Ihnen und euch einen schönen Sonntagabend, später einen erholsamen Schlaf und einen guten Start in die neue Woche.

Ihr/Euer Diakon Höhn.