Abendgebet für Mittwoch, den 06.05.2020

Von | 6. Mai 2020

Guten Abend ihr Lieben,
wie schon beim gestrigen Abendimpuls von mir angedeutet, möchte ich in dieser Woche, im Marienmonat Mai, meine Texte auf die Gottesmutter lenken.
Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, Maria die Mutter Gottes ist die Maria von Nebenan.
Darauf möchte ich heute meinen Abendimpuls lenken.
So beginnen wir gemeinsam:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

MARIA VON NEBENAN

Zu ihr trat kein Engel, der ihr die Botschaft brachte.
Sie kam von selber drauf, rechnete und erschrak.
Sie fragte nicht: Wie soll das geschehen?
Sie dachte nur immer wieder: Wie ist das passiert?
Sie sagte nicht: Ja, es soll sein, wie du gesagt hast.
Sie sagte gar nichts. Sie sagte nicht einmal nein.
Sie wartete nur und hoffte, hoffte tief innen,
sie würde sich an den Gedanken gewöhnen.
Da hätte einer – einer von uns – zu ihr gehen sollen
und sagen: Grüß dich, Maria!
und hätte sagen sollen –
aber wer traut sich denn mit so alten Geschichten –
und hätte sagen sollen:
Wenn sich sonst keiner freut,
die Engel im Himmel freuen sich alle,
weil du nicht nein gesagt hast.
Und Maria, die Große und allzeit Mütterliche,
neigt sich zu ihrem Sohn und sagt:
Schau, ein Bruder für dich.
Aber wer von uns traut sich,
Maria von nebenan die Botschaft zu bringen?
Es fällt schon schwer genug
zu fragen, wie es ihr geht,
geschweige denn … diese Botschaft …
Man kann uns wirklich nicht zumuten,
Arbeit von Engeln zu tun.


Ich lade Sie und euch nun ein, gemeinsam zu beten:

Führe uns zur Mitte
Maria, du Mutter Christi und unsere Mutter!
Besser als wir
weißt du um das, was uns bewegt.
Besser als wir
kennst du die Nöte unserer Zeit,
die uns bedrängen.
Bei dir finden wir Antwort auf alle Fragen.
Denn bei dir finden wir das Wort,
das Fleisch geworden ist in dir.
Bei dir finden wir Christus,
die Mitte deines Lebens,
die Mitte der Welt.
Mutter der Welt,
du kennst die Friedlosigkeit unserer Zeit
Führe die Welt zur Mitte,
führe sie zu dem, in dem sie wahren Frieden findet.


Bitten wir um den Segen:

Maria war auf dem Weg nach Bethlehem, wo sie das Gotteskind zur Welt gebracht hat. Ebenso begleite uns die Liebe Gottes, ihn in der Welt sichtbar zu machen.
Maria war auf dem schmerzlichen Weg, ihrem Sohn durch das Leben zu folgen: zum Tempel, nach Ägypten, zu den Mitmenschen und bis unter das Kreuz.
Mögen uns die Wege durch ihr Geleit leichter werden,
mögen sie hinführen zur Herrlichkeit des Himmels.


Dazu segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der liebende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ich wünsche Ihnen und euch einen herrlichen Mittwochabend bei der untergehenden Sonne. Und später am Abend wieder einen erholsamen Schlaf.

Euer / Ihr Diakon Höhn