Abendgebet für den Tag der Arbeit, den 01.05.2020

Von | 1. Mai 2020

Guten Abend meine Lieben.
Heute ist, bekanntlich ein Feiertag und der wird , Land auf, Land ab auch der Tag der Arbeit genannt.
Bei uns, in der katholischen Kirche ist der 1. Mai der Gedenktag des Heiligen Josef. Ich möchte Ihnen und euch mit einigen Fakten über den Heiligen ein paar Inputs geben (ohne da jetzt besserwisserisch erscheinen zu wollen, was mir nicht zusteht).

Also:
Von Papst Pius XII. wurde 1955 für den 1. Mai das Fest des Hl. Josef, des Arbeiters, eingeführt. Es handelt sich dabei um ein Gedenken, das den Nährvater Jesu mit dem Tag der Arbeit, als welcher der 1. Mai schon vorher im außerkirchlichen Raum gehalten wurde, in Verbindung bringt.
Vom Hl. Josef, dem Bräutigam der Maria, ist nur wenig bekannt. Man nimmt an, dass er in Nazaret Zimmermann gewesen ist. Es war die Volksfrömmigkeit, die ihn vor dem Vergessen bewahrt hat. Als Schutzpatron der Arbeiter ist er symbolhaft für jeden von uns da. Josef ist Patron der gesamten Kirche (seit 1870), von Mexiko, den Philippinen, Kanada, Peru, Böhmen, der Steiermark, von Kärnten und Tirol, des Bistums Osnabrück und des Erzbistums Köln. Außerdem ist er der Patron der Ehepaare und der Familien, der Kinder und Jugendlichen, der Erzieher, der Zimmerleute, Holzfäller, Tischler, Handwerker, Arbeiter, Ingenieure, zudem Schutzheiliger in Wohnungsnot, in Versuchungen und verzweifelten Lagen sowie für einen friedlichen Tod. Er steht sinnbildlich für den Menschen, der von Gott den Auftrag erhielt, die Erde zu bevölkern, sie zu schützen und aufmerksam zu umsorgen. Das Andenken an den einfachen Dorfzimmermann kann uns dabei dienlich sein.


Ich möchte Sie und euch nun zu einem kleinen Impuls einladen, ein wenig über Arbeit nachzudenken:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!

Arbeiten ist gut für den Menschen. Eine Aufgabe zu haben und eine sinnvolle Beschäftigung bewirken, dass man sich gut fühlt, jedenfalls dann, wenn die Aufgabe einen fordert und nicht zu schwer ist, wenn es ein Gleichgewicht zwischen Anstrengung und Entspannung gibt, wenn gewürdigt wird, was man tut. Dabei spielt es keine Rolle ob man alt oder jung ist, Mann oder Frau, Freiwilliger oder Hauptamtlicher.

Arbeiten kann auch sehr schlecht für einen Menschen sein, zum Beispiel, wenn man davon total verschlungen oder fortdauernd überfordert wird, wenn Kollege oder Chef einen tyrannisieren, wenn man sich für einen Hungerlohn plagen und schinden muss, wenn man eine eintönige, gefährliche oder ungesunde Arbeit verrichten muss oder man noch ein Kind ist, das eigentlich zur Schule gehen oder spielen sollte.

Heute ist der Tag der Arbeit. Es ist ein Tag, um Danke zu sagen für das Gute in der eigenen Arbeit und in der des anderen. Auch wenn viele von uns momentan mit Kurzarbeit leben müssen, in Zeiten des Coronavirus. Es ist auch ein Tag, um darüber nachzudenken, was anders sein müsste und könnte, und auch darüber, was wir selbst dazu beitragen können und wollen.


Dann wollen wir beten:

Guter Gott, du hast den Menschen zum Schaffen und Wirken bestimmt. Auf die Fürsprache des Hl. Josef, der mit seiner Hände Arbeit die Hl. Familie ernährte, gib uns Kraft und Ausdauer, damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen und so den verheißenen Lohn empfangen.
Dir sei Dank für unser Leben und für alles, was es wertvoll macht. Wir danken dir für das, was wir selbst anderen bedeuten. Wir bitten dich, gib uns in dieser Stunde neue Kraft, um an einer guten Welt für jeden mitzuarbeiten heute und alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.


Die Heiligen gelten für uns Menschen als Fürsprecher bei Gott.
So lade ich Sie und  euch ein auf die Fürsprache des Heiligen Josef zu bitten:

Gebet um die Fürsprache Josefs des Arbeiters

Gott, du Schöpfer der Welt,
du hast den Menschen
zum Schaffen und Wirken bestimmt.
Auf die Fürsprache unseres Schutzpatrons,
des heiligen Josef,
der mit seiner Hände Arbeit
die Heilige Familie ernährte,
gib uns Kraft und Ausdauer,
damit wir deinen Auftrag auf Erden erfüllen
und so den verheißenen Lohn empfangen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

So segne uns und all die Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der beschützende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Ich wünsche Ihnen und euch einen schönen Ausklang dieses Feiertages und später einen erholsamen Schlaf.

Euer / Ihr Diakon Höhn