Abendgebet für den Samstag, den 02.05.2020

Von | 2. Mai 2020

Guten Abend meine Lieben,
Seit Montag nun Maskenpflicht. Wir tragen sie, so kommt es mir vor, schon eine Ewigkeit. Sei es beim Einkauf oder überall dort, wo eine Maskenpflicht vorgeschrieben ist. Da kann einem schon fast das Lächeln vergehen…..
Ich las in einer Gazette, dass man ja sein Gegenüber nicht anlächeln kann, wenn die Masken getragen werden. Im Supermarkt kann ich mich nun gar nicht lächelnd für den Service der Verkäuferin bedanken. Oder?
Ich glaube, auch wenn ich hinter der Maske lächele, strahlt das durch meine Augen auf mein Gegenüber. Und außerhalb des Supermarktes trage ich keine Maske, dort kann ich die Menschen wieder anlächeln.
In diesem Zusammenhang fällt mir ein älteres Lied von Jürgen Marcus ein. Hier die zwei Strophen des Liedes:

Jürgen Marcus: Ein Lächeln

Welche Waffe hat das Kind,
gegen die wir wehrlos sind,
ein Lächeln.
Was sagt mehr als jedes Wort
und fegt alle Zweifel fort?
Ein Lächeln.
Was macht Dich so bärenstark
in der Straßenbahn, im Park?
Ein Lächeln.
Was hat überall Gewicht
und belastet Dich doch nicht?
Ein Lächeln.
Denn unsre Welt,
sie steht und fällt,
mit jedem Gesicht.
Was eröffnet jeden Tag
und sagt dir, dass ich Dich mag?
Ein Lächeln.
Was entwaffnet jeden Streit
und schafft meist Verbundenheit?
Ein Lächeln.
Was ist wenig und doch viel
und kommt immer an sein Ziel?
Ein Lächeln.
Was verbindet Dich und mich
und auch andre sicherlich?
Ein Lächeln.
Denn unsre Welt,
sie steht und fällt,
mit deinem Gesicht.

Und um das Lächeln soll es nun auch in meinem Abendimpuls gehen:


+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ein Lächeln

Ein Lächeln kostet nichts, aber es gibt viel. Es macht reich, die es erhalten, ohne diejenigen ärmer zu machen, die es geben.
Es nimmt nur einen Moment Zeit in Anspruch, aber die Erinnerung daran hält manchmal für immer.
Keiner ist so reich oder so mächtig, dass er ohne auskommen könnte, und keiner ist so arm, dass es ihn nicht reich machen könnte.
Ein Lächeln fördert das häusliche Glück, pflegt den guten Willen am Arbeitsplatz, steigert den Firmenwert und ist die Losung für Freundschaft.
Es bringt Erholung den Kranken und Müden, Mut den Entmutigten, Sonnenschein den Traurigen und ist der Natur bestes Gegenmittel bei Kummer und Sorgen.
Jedoch – es kann weder gekauft noch erbettelt werden, man kann es nicht ausleihen und nicht stehlen und es hat keinerlei Wert für irgendjemanden, solange es nicht weggegeben wird.
Es ist das Kostbarste, das der Mensch zu vergeben hat, es öffnet Herzen und Türen.
Es gibt viele Menschen, die sind zu müde, um Dir ein Lächeln schenken zu können. Schenke Du ihnen Deines, denn sie sind es, die es am aller notwendigsten brauchen.
Gerade die Menschen in unserem land, die immer noch so viel arbeiten, in den Krankenhäusern, in den Altenheimen und noch bei an ganz vielen Stellen, denen sollten wir ein Lächeln schenken. Und wenn es nur mit den Augen ist, wenn wir eine Schutzmaske tragen.


Ich lade Sie und euch ein, gemeinsam zu beten:

Allmächtiger, ewiger Gott,
von dir erhalten alle Geschöpfe Kraft, Sein und Leben.
Zu dir kommen wir, um deine Barmherzigkeit anzurufen,
da wir durch die Erfahrung der Corona-Pandemie,
die uns herausfordert und ängstigt, mehr denn je
die Zerbrechlichkeit der menschlichen Existenz erfahren.
Dir vertrauen wir die kranken und alten Menschen an.
Sei du bei ihnen und ihren Familien, wenn sie sich einsam
und verlassen fühlen.
Hilf allen Gliedern der Gesellschaft, Verantwortung
zu übernehmen und untereinander solidarisch zu sein.
Stärke alle, die im Dienst an den Kranken bis an
ihre Grenzen gehen.
Auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria,
die mit uns auch in schweren Zeiten auf dem Weg ist,
bitten wir dich:
Segne mit der Fülle deiner Gaben die Menschheitsfamilie,
halte fern von uns allen Unfrieden
und schenke uns festen Glauben an deine liebende Nähe.
Befreie uns von der Krankheit,
die unser Leben so stark beeinträchtigt und bedroht.
Schenke uns in diesen schweren Zeiten auch die Kraft, meinem Gegenüber ein Lächeln zu schenken, auch wenn es in mir drin nicht nach einem Lächeln aussieht.
Auf dich vertrauen wir und dich loben wir,
der du mit deinem Sohn, unserem Herrn Jesus Christus,
in Einheit mit dem Heiligen Geist lebst
und Herr bist in Zeit und Ewigkeit. Amen.
Maria, Heil der Kranken, bitte für uns!


So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die lieben Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der uns mittragende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ich wünsche Ihnen und euch, dass ihr ein Lächeln für andere Menschen übrig habt. Vielleicht schon heute Abend, an diesem Samstag, in unseren Familien und Beziehungen.

Euer / Ihr Diakon Höhn