Mit großen Theologen Ostern entgegen – 03.04.

Von | 3. April 2020

Dechant Hardt stellt uns auf dem Weg auf Ostern zu jeden Tag einen Impuls eines großen Theologen vor.

Freitag der fünften Fastenwoche

Alfred Delp

Lesung: Jeremia 20, 10-13
Evangelium: Johannes 10, 31-42

Die allerletzte Absicht und Sicherheit unseres christlichen Lebensgefühls heißt Sieg. Wir wurden immer gesalbt und ge­segnet in der Form des Kreuzes. Aber die passio, der Untergang des Herrn, in den wir hineingetauft und geschickt sind, ist immer wieder die passio des Herrn, der bereits gesiegt hat. Das ist alles Nachvollzug. Wiederholung durch den, der gerufen und geschickt und gesandt ist, der innerlich zu gleichem Schicksal ausgerüstet die Garantie hat des gleichen Enderleb­nisses und gleichen Endergebnisses

So wird gerade von unserem Tode her sichtbar, dass wir leben zum Leben und zum Sterben und dass wir untergehen in das Lebendige, in den Sieg, in die Glorie hinein.

(Alfred Delp, 1907 -1945, Jesuit, von den Nazis in Plötzensee ermordet)

GEBET

Ich sehe so viel in deiner Welt. Warum so wenig Güte? Oder habe ich selbst zu wenig Güte in mir, so dass ich auch die Güte der andern nicht sehen kann? Wer gibt mir die Lust ins Herz, vor Gott und den Menschen gut zu sein? Gib du mir die Lust ins Herz.

Du allein kannst mich verwandeln. Du allein kannst mir aufgehen lassen, dass Jesus die Güte gebracht hat. Er hat die Welt verwandelt. Es ist etwas anders geworden. Rühr mich an, damit ich es sehe. Weck mich aus dem Schlaf, der mich umfängt. Lass mich sehn, in wieviel Menschen der Funke schon gezündet hat. Nimm mir die Einsamkeit.

Nimm allen, die sich nach Güte sehnen, die Einsamkeit. Zeig ihnen, wie viele Menschen die gleiche Sehnsucht in sich tragen.

Knüpfe an deinem Netz. Knüpfe das Netz der Güte über die Straßen, die Häuser, die Herzen. Fang uns alle in deinem Netz der Lust zum Gutsein. Fang uns ein im Namen Jesu, der menschgewordenen Güte. Du kannst uns fangen. Denn du bist der Gott, aus dem wir leben.