Meditationen zu den Eucharistiefeiern in der Osterzeit – 13.04.

Von | 13. April 2020

Dechant Hardt stellt uns in seiner Serie „Meditationen zu den Eucharistiefeiern in der Osterzeit“ jeden Tag einen neun Impuls vor, angelehnt an die Schrifttexte des Tages und Betrachtungen vom Steyler Missionar und Liturgiker Winfried Glade (1941 – 2015).

Ostermontag

1. Lesung: Apostelgeschichte 2, 14-22b-33
2. Lesung: 1. Korintherbrief 15, 1-8.11
Evangelium: Lukas 24, 13-35

Die Texte der Messe rufen uns auf den Weg.

Im Evangelium weist Jesus darauf hin, dass sein Weg unweigerlich zur Katastro­phe führen musste.
Jesus verweilte nirgendwo, weil es ihm gefiel, weil er Anerkennung fand, er ist zielstrebig vorangegangen und hat seinen Lauf am Kreuz vollendet
Sollte uns etwas anderes aufgetragen und bestimmt sein, als dass wir uns auf den Weg, auf diesen Weg machen?

Die beiden Jünger des Evangeliums können uns Vorbild und Ideal sein.
Unterwegs erfahren sie den Sinn der Schrift.
Jesus gesellt sich zu ihnen, er lässt sie nicht allein.

Es geht ihnen allerdings erst im Nachhinein auf: „brannte uns nicht das Herz, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erklärte?“

Wer der geheimnisvolle Begleiter ist, erkennen sie, als er das Brot nimmt, den Segen spricht, es bricht und es ihnen gibt.
In der Mahlgemeinschaft, die Jesus ihnen so oft geschenkt hat, gehen ihnen die Augen auf.
Aber dann ist ihnen seine Gegenwart auch schon wieder genommen.
Sie machen sich wieder auf den Weg.
Sie können ihre Erfahrung nicht für sich behalten, sie müssen sie weitersagen.
Ist es verwunderlich, dass es uns nicht anders geht?

Auch wir erfahren die Gegenwart des lebendigen Herrn am deutlichsten in der Gemeinschaft der Glaubenden, wenn er uns das Brot bricht und den Becher reicht.
Wir können nicht bleiben, wir müssen weiterziehen – mit der leisen Trauer im Herzen, dass wir noch nicht am Ziel sind. Wir bitten, dass wir in unserem Leben dem Sakrament treu bleiben, wir haben es im Glauben empfangen.

Taufe und Eucharistie geben uns Anteil an den österlichen Geheimnissen unseres gestorbenen und auferstandenen Herrn, sie haben uns auf seinen Weg gerufen.

Wie deine Jünger auf dem Weg nach Emmaus, sind auch wir so oft unfähig zu erkennen, dass du, Christus, es bist, der uns begleitet.
Sobald uns jedoch die Augen aufgehen, verstehen wir, dass du zu uns sprachst, selbst als wir dich vergessen hatten.
Als Zeichen unseres Vertrauens in dich suchen dann auch wir, zusammen mit dir, zu lieben und zu verzeihen.
Unabhängig von unseren Zweifeln, ja selbst von unserem Glauben, bist du, Christus, immer bei uns: deine Liebe brennt zutiefst in unserem Herzen.