Impuls vom Sonntag, 26.04.2020

Von | 26. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 782 – Preis dem Todesüberwinder

1) Preis dem Todesüberwinder, der da starb auf Golgota, dem Erlöser aller Sünder, Preis ihm und Halleluja! Lasset Jubellieder klingen, lasst von Herzen froh uns singen: Halleluja, Jesus lebt, Jesus lebt, Jesus lebt, Halleluja, Jesus lebt!

2) Uns vom Tode zu befreien, sank er in des Grabes Nacht; uns zum Leben einzuweihen, steht er auf durch Gottes Macht. Tod, du bist im Sieg verschlungen, und das Leben ist errungen. Halleluja, Jesus lebt, Jesus lebt, Jesus lebt, Halleluja, Jesus lebt!

3) Uns zum Himmel zu erheben, ging er zu dem Vater hin. Wenn aus seinem Tod wir leben, dann ist Sterben uns Gewinn. Sitzend zu des Vaters Rechten, zieht er an sich die Gerechten. Halleluja, Jesus lebt, Jesus lebt, Jesus lebt, Halleluja, Jesus lebt!

4) Wenn ich aus dem Grab erstehe, wenn mein Leib verkläret ist, wenn ich, Herr, dein Antlitz sehe, o mein Heiland Jesus Christ, wenn du dich mir hast enthüllet, ist das Leben mir erfüllet. Halleluja, Jesus lebt, Jesus lebt, Jesus lebt, Halleluja, Jesus lebt!

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Petrus (1 Petr 1 17.21)

Schwestern und Brüder! Wenn ihr den als Vater anruft, der jeden ohne Ansehen der Person nach seinem Tun beurteilt, dann führt auch, solange ihr in der Fremde seid, ein Leben in Gottesfurcht! Ihr wisst, dass ihr aus eurer nichtigen, von den Vätern ererbten Lebensweise nicht um einen vergänglichen Preis losgekauft wurdet, nicht um Silber oder Gold, sondern mit dem kostbaren Blut Christi, des Lammes ohne Fehl und Makel. Er war schon vor Grundlegung der Welt dazu ausersehen und euretwegen ist er am Ende der Zeiten erschienen. Durch ihn seid ihr zum Glauben an Gott gekommen, der ihn von den Toten auferweckt und ihm die Herrlichkeit gegeben hat, sodass ihr an Gott glauben und auf ihn hoffen könnt.

Evangelium (Joh 21, 1-14)

In jener Zeit offenbarte sich Jesus den Jüngern noch einmal, am See von Tibérias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Dídymus, Natánaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus und ihr werdet etwas finden. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte, dass es der Herr sei, gürtete er sich das Obergewand um, weil er nackt war, und sprang in den See. Dann kamen die anderen Jünger mit dem Boot – sie waren nämlich nicht weit vom Land entfernt, nur etwa zweihundert Ellen – und zogen das Netz mit den Fischen hinter sich her. Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot liegen. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt! Da stieg Simon Petrus ans Ufer und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu befragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch. Dies war schon das dritte Mal, dass Jesus sich den Jüngern offenbarte, seit er von den Toten auferstanden war.

Impuls

Das heutige Evangelium zum Sonntag ist in der Leseordnung schonmal an einem Werktag aufgetaucht und wurde im Rahmen unserer Gebetsgemeinschaft vom Generalvikar der Diözese Kakamega in Kenia, Dr. Kizito Sabatia, ausgelegt. Wer Interesse hat, diese Auslegung nochmals zu lesen findet sie hier. Ich werde mich heute mit einer anderen Facette des Evangeliums beschäftigen.

Sport- und Fußballsender wie der Streamingdienst DAZN nutzen gerade zu meiner großen Freude die fußballfreie Zeit, um besondere Spiele aus den letzten Jahren nochmal zu zeigen. So habe ich mir vor einigen Tagen nochmal das Champions-League Halbfinale zwischen Liverpool und dem FC Barcelona angesehen. Im Hinspiel wurde Liverpool im Camp Nou Stadion des FC Barcenola vernichtend geschlagen. Nach diesem Spiel saßen die Liverpool-Spieler auf dem Rasen, bedröppelt, niedergeschlagen und geschockt über das was da gerade passiert ist. Im Rückspiel war ein Sieg mit mindestens 4 Toren Vorsprung nötig, um das Finale in Madrid doch noch zu erreichen. Es mag persönlicher Geschmack und etwas übertriebene Fußballromantik sein, aber im Fußball entdecke ich doch sehr oft Allegorien auf das Leben. Man hat sich viel vorgenommen, hat seine Pläne, Ideen und Vorstellungen und bleibt manchmal einfach nur noch bedröppelt auf dem Rasen sitzen. Besonders dann, wenn Dinge scheitern, wenn Lebenspläne zerbrechen und durchkreuzt werden, wenn das Leben von Sorgen und Ängsten übermannt wird. In solchen Momenten bleibt oft nur noch eine große und innere Leere.

Ähnliches haben die Jünger wohl nach Tod und Auferstehung Jesu erlebt. Alles ist anders gelaufen, als sie es sich zunächst gedacht haben. Jesus war nicht der große Prophet, der die Königsherrschaft Gottes in Israel gegen die Römer durchsetzt, er ist in vielem vor allem Geheimnis geblieben, auch in Tod und Auferstehung. Den Jüngern blieb zunächst nur Leere. So ist für mich die Frage des Fremden im Evangelium – den die Jünger ja zunächst gar nicht als Jesus erkennen – vor allem eine Frage, die diese Leere schamlos offenlegt. „Meine Kinder, habt ihr keinen Fisch zu essen?“ ist für mich eine Frage, die über den konkreten Fisch hinausgeht. Sie könnte auch lauten: Habt ihr etwas, was euch nährt? Habt ihr etwas, das euch trägt, etwas das auch in schwierigen Zeiten und in Enttäuschungen dem Leben stand hält? Die Jünger antworten direkt und ehrlich: „Nein“ Wie oft stecken wir in Lebenssituationen, wo wir – wenn wir gefragt werden würden – ob wir gerade von Hoffnung erfüllt sind, von Zukunftsglaube und Gestaltungswille, direkt und ehrlich antworten würden: „Nein“

Als der niederländische Spieler des FC Liverpool, Georginio Wijnaldum, nach dem demütigendem Hinspiel gefragt wurde, ob er noch an ein Weiterkommen seiner Mannschaft glaube, antwortete er direkt und ehrlich: „Nein“ Den Jüngern tut diese ehrliche Resignation gut. Denn genau diese Hoffnungslosigkeit ist es, die ihren Horizont für das Wirken des Geistes Gottes öffnet. Sie lassen sich auf Jesus ein, auf seinen verrückten Ratschlag bei Tag nochmal zu fischen und das Netz auf der rechten Seite auszuwerfen. Und letztlich werden sie zum Festmahl von Jesus eingeladen. Aus seinen Händen erfahren sie Sättigung, für Leib und Seele. Keiner musste mehr Fragen, wer der Fremde war, der sie dort gesättigt hat. Jeder wusste es. Jesus war am Werk. Er ist es, der eingeladen hat. Und er ist es, der auch uns einlädt, egal wie niedergeschlagen, bedröppelt und hoffnungslos wir auch durchs Leben gehen mögen. Er teilt aus von diesem Leben in Fülle, das voller Zukunft ist, weil keine Enttäuschung, keine Schuld, ja nicht einmal der Tod es aufhalten können. Manchmal machen wir ja jetzt schon Auferstehungserfahrungen und erleben, dass wir aus Niederlagen und schmerzlichen Verlusten verwandelt ins Leben zurückkehren.

Übrigens hat der FC Liverpool wie durch ein Wunder das Rückspiel 4:0 und die Champions-League anschließend gewonnen. Und ausgerechnet der hoffnungslos niedergeschlagene Georgionio Wijnaldum hat in diesem entscheidenen Spiel 2 Tore geschossen. Wie gesagt: Es ist ein bisschen übertriebene Fußballromantik. Aber für mich ist es eine schöne Allegorie auf das Leben und unseren Glauben.

Egal wie niedergeschlagen und leer wir manchmal sein mögen: Am Ende wartet das Festmahl.

Lied: Taizé – Christe salvator

Text: Christe Salvator, Flilius Patris, dona nobis pacem.

Übersetzung: Christus unser Erlöser, Sohn des Vaters, gib uns Frieden.

Link zu den Noten:

https://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=265&lang=de

Fürbitten & Vater Unser

Mit unseren Brüchen, unseren Niederlagen und unseren Leeren im Leben sind wir immer wieder aufs Neue konfrontiert. An dieser Stelle sind Sie eingeladen persönliche Fürbitten zu halten, dass der Herr mit seinem Segen uns körperlich und geistig sättige.

Wenn Sie lieber vorgefertige Fürbitten beten möchten, finden Sie hier eine Vorlage:

https://www.bistum-trier.de/no_cache/glaubespiritualitaet/gottesdienst/fuerbitten/fuerbitten-liste/fuerbitteneinzelansicht/fuerbitte/dritter-oster-sonntag/

All unsere Bitten – ob ausgesprochen oder unausgesprochen, wollen wir vor den Herrn tragen mit dem Gebet, dass Jesus selbst uns zu beten gelehrt hat:

Vater unser im Himmel….

Segen

Herr, segne uns mit all unseren Schwächen, den Brüchen und Leerstellen in unserem Leben, damit wir durch dich Sättigung an Leib und Seele erfahren. Dieser Segen begleite uns heute und in der kommenden Woche, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: Anker in der Zeit

Es gibt bedingungslose Liebe, die alles trägt und nie vergeht.
Und unerschütterliche Hoffnung, die jeden Test der Zeit besteht.
Es gibt ein Licht, das uns den Weg weist, auch wenn wir jetzt nicht alles sehn.
Es gibt Gewissheit unsres Glaubens, auch wenn wir manches nicht verstehn.

Es gibt Versöhnung selbst für Feinde und echten Frieden nach dem Streit,
Vergebung für die schlimmsten Sünden, ein neuer Anfang jederzeit.
Es gibt ein ewges Reich des Friedens. In unsrer Mitte lebt es schon:
Ein Stück vom Himmel hier auf Erden in Jesus Christus, Gottes Sohn.

Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in der Zeit.
Er ist der Ursprung allen Lebens und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit.

Es gibt die wunderbare Heilung, die letzte Rettung in der Not. Und es gibt Trost in Schmerz
und Leiden, ewiges Leben nach dem Tod. Es gibt Gerechtigkeit für alle, für unsre Treue
ewgen Lohn. Es gibt ein Hochzeitsmahl für immer mit Jesus Christus, Gottes Sohn.

Er ist das Zentrum der Geschichte, er ist der Anker in der Zeit. Er ist der Ursprung allen
Lebens und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit, und unser Ziel in Ewigkeit.