Impuls vom Sonntag, 19.04.2020

Von | 19. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Kaplan Thomas Hufschmidt (Sinzig) und Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2, 42–47)

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten. Alle wurden von Furcht ergriffen; und durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens. Sie lobten Gott und fanden Gunst beim ganzen Volk.

Lied – GL 400 „Ich lobe meinen Gott“

1) Ich lobe meinen Gott von ganzem Herzen, erzählen will ich von all seinen Wundern und singen seinen Namen. Ich lobe meinen Gott von ganzen Herzen. Ich freue mich und bin fröhlich Herr in dir! Halleluja

2) Ich lobe Jesus Christ in meinem Leben, denn er ist gekommen auf unsere Erde und ist ein Mensch geworden. Ich lobe Jesus Christ in meinem Leben. Durch ihn ist den Menschen die Hoffnung geschenkt. Halluja.

Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 20, 19–31)

Am Abend dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden bei verschlossenen Türen beisammen waren, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch! Nach diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen. Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist! Denen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; denen ihr sie behaltet, sind sie behalten. Thomas, der Dídymus genannt wurde, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam. Die anderen Jünger sagten zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er entgegnete ihnen: Wenn ich nicht das Mal der Nägel an seinen Händen sehe und wenn ich meinen Finger nicht in das Mal der Nägel und meine Hand nicht in seine Seite lege, glaube ich nicht. Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder drinnen versammelt und Thomas war dabei. Da kam Jesus bei verschlossenen Türen, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch! Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger hierher aus und sieh meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sagte zu ihm:

Mein Herr und mein Gott! Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. Noch viele andere Zeichen hat Jesus vor den Augen seiner Jünger getan, die in diesem Buch nicht aufgeschrieben sind. Diese aber sind aufgeschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.

Impuls

In den letzten Wochen bin ich viel sensibler und aufmerksamer beim Zuhören geworden. Sicherlich liegt es auch daran, dass viele persönliche Begegnungen derzeit nicht möglich sind und ich wie viele von uns auf das Telefon oder Videokonferenzen angewiesen bin. Aber auch unabhängig davon spüre ich, dass ich aufmerksamer zuhören kann, weil einfach alles in allem weniger los ist.

So habe ich am vergangenen Sonntag zum ersten Mal überhaupt den „Urbi et Orbi“ Segen unseres Papstes im Radio gehört und nicht wie eigentlich sonst immer im Internet oder im Fernseher. Ich war viel näher beim Text als sonst und die Worte von Franziskus haben viel intensiver auf mich gewirkt. Seitdem hänge ich an einigen wenigen Sätzen seiner Ansprache: „Der Auferstandene und der Gekreuzigte sind derselbe, nicht zwei verschiedene. An seinem verherrlichten Leib trägt er unauslöschlich die Male der Kreuzigung; die Wunden, die zu Luken der Hoffnung geworden sind.“

Die Wunden am Leib des Auferstanden sind Luken der Hoffnung; eine großartige Vorstellung. Die Auferstehung lässt die Wunden nicht verschwinden. Die Wunden werden nicht einfach mit Zuckerguss übergossen und sind weg. Die Wunden gehören zum sterbenden und zum auferstanden Christus. Sie wandeln nur ihre Bedeutung: aus den Zeichen der Qual werden Zeichen der Hoffnung. Die Wunden stehen dafür, dass aus dem tiefsten Tal des Todes wieder Leben entstehen kann: Ostern. Als die Jünger ihrem Kollegen Thomas von der Begegnung mit dem auferstandenen Herrn erzählen, kann er nicht glauben. Erst beim Anblick der Wunden sagt er mit gläubigem Herzen: „Mein Herr und mein Gott.“ Nur durch den Anblick der Wundmale wird Thomas zum Glaubenden. Auch für Thomas sind die Wunden Luken der Hoffnung geworden.

Ich wünsche mir, dass auch die Wunden unserer Zeit zu Luken der Hoffnung werden; das gilt für die Wunden in unserem Leben, für die Wunden unserer Kirche, für die Wunden unserer Gesellschaft und auch die durch Corona neu aufgerissenen Wunden. Wenn wir Ostern ernst nehmen, dann dürfen wir hoffen, dass aus diesen schmerzenden Wunden wieder Leben wird. Auch diese Wunden werden nicht verschwinden – ähnlich wie beim Auferstandenen – aber sie werden eines Tages für die Hoffnung stehen. Es liegt also an uns, jetzt schon Hoffnung in sie zu legen, um durch sie hindurch – wie durch eine Luke – das neue Leben zu erahnen.

Thomas Hufschmidt, Kaplan in Sinzig

Lied: Taizé – Meine Hoffnung und meine Freude (GL 365)

Text: Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht. Christus meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Fürbitten

Durch Jesus Christus werden die Wunden unserer Zeit zu Luken der Hoffnung. Alles was uns und diese Welt schmerzt, wollen wir ihm anvertrauen:

Wir beten für alle Menschen, die unter der Corona-Virus-Pandemie leiden und unter deren Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft – in Deutschland und Europa und überall auf der Welt.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Für die Verantwortlichen in Wissenschaft und Politik, die sich um einen ausgewogenen und behutsamen Ausstieg aus den Einschränkungen bemühen; besonders auch für diejenigen, deren Blick dabei auf alle Menschen gerichtet ist – über die eigenen nationalen Interessen hinaus.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Wir beten für die Menschen, die seit Wochen in Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln ausharren, insbesondere für die unbegleiteten Kinder und Jugendlichen, deren Aufnahme in Europa zugesagt worden ist.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Für die Menschen, die sich ein Jahr nach dem verheerenden Brand für den Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame in Paris einsetzen.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Wir beten für alle Kinder, die sich auf ihre Erstkommunion vorbereitet und gefreut haben, und für ihre Familien.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Für alle, die ihre Kranken und sogar die sterbenden Angehörigen nicht besuchen und begleiten dürfen; für alle, die sich nach menschlicher Nähe in ihrer Einsamkeit sehnen.

Jesus, Mein Herr und Mein Gott – wir bitten dich erhöre uns

Zeit der Stille

Gebet

Jesus Christus, Herr und Gott, du hast uns gezeigt, welche Heilkraft vom Glauben ausgehen kann. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel….

Segen

Der Segen Gottes, der aus den tiefsten Wunden Luken der Hoffnung machen kann, er begleite uns heute und in der kommenden Woche, der Segen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: Wer glaubt ist nie allein

2. Du rufst Petrus, deinen Jünger, einen Felsen, der uns trägt: Als Fischer, als Menschenhirt, führe zusammen, was sich verirrt, in Zeit und Ewigkeit!

3. Du willst Menschen, die dir folgen auf dem Weg, der Liebe heißt. Bleib bei uns mit deinem Geist, Zukunft und Hoffnung er uns verheißt in Zeit und Ewigkeit.

4. Du bist Hoffnung allen Menschen auf den Straßen dieser Welt. Gib Frieden und Einigkeit! Schenk uns die Wahrheit, die uns befreit, in Zeit und Ewigkeit!

5. Du bist Christus, Tür zum Leben, du gibst alles, du nimmst nichts. Die Liebe ist deine Macht. Bleib, Herr, bei uns bei Tag und bei Nacht in Zeit und Ewigkeit!