Impuls vom Ostermontag, 13.04.2020

Von | 13. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Judith Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Nach dem Osterereignis wissen wir, wer Christus ist: der ganz Heilige und Treue, der Sohn. Jetzt wissen wir auch erst, wer Gott ist: der Lebendige, der Leben Schaffende. Er schafft in uns ein neues Herz, in dem sein Wort leuchten kann. Und er ist bei uns auf unserem Weg.

Eröffnung

Der Herr ist auferstanden! Wie er es vorausgesagt hat! Freut euch, denn er wird in Ewigkeit herrschen. Halleluja! Beginnen wir mit dieser Freude im Herzen dieses Gebet im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 325 – Bleib bei uns, du Wandrer durch die Zeit!

YouTube zum mitsingen:

1) Bleibe bei uns, du Wandrer durch die Zeit! Schon sinkt die Welt in Nacht und Dunkelheit. Geh nicht vorüber, kehre bei uns ein. Sei unser Gast und teile Brot und Wein.

2) Weit war der Weg. Wir flohen fort vom Kreuz. Doch du, Verlorner führtest uns bereits. Brennt nicht in uns ein Feuer, wenn du sprichst? Zeige dich, wenn du nun Brot uns brichst.

3) Weihe uns ganz in dein Geheimnis ein. Lass uns dich sehn im letzten Abendschein. Herr, deine Herrlichkeit erkennen wir: Lebend und sterbend bleiben wir in dir.

Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas (Lk 24,13-25)

Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte. Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten. Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?

Da blieben sie traurig stehen und der eine von ihnen – er hieß Kléopas – antwortete ihm: Bist du so fremd in Jerusalem, dass du als Einziger nicht weißt, was in diesen Tagen dort geschehen ist? Er fragte sie: Was denn? Sie antworteten ihm: Das mit Jesus aus Nazaret. Er war ein Prophet, mächtig in Tat und Wort vor Gott und dem ganzen Volk. Doch unsere Hohepriester und Führer haben ihn zum Tod verurteilen und ans Kreuz schlagen lassen. Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde. Und dazu ist heute schon der dritte Tag, seitdem das alles geschehen ist. Doch auch einige Frauen aus unserem Kreis haben uns in große Aufregung versetzt. Sie waren in der Frühe beim Grab, fanden aber seinen Leichnam nicht. Als sie zurückkamen, erzählten sie, es seien ihnen Engel erschienen und hätten gesagt, er lebe. Einige von uns gingen dann zum Grab und fanden alles so, wie die Frauen gesagt hatten; ihn selbst aber sahen sie nicht. Da sagte er zu ihnen: Ihr Unverständigen, deren Herz zu träge ist, um alles zu glauben, was die Propheten gesagt haben. Musste nicht der Christus das erleiden und so in seine Herrlichkeit gelangen? Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht. So erreichten sie das Dorf, zu dem sie unterwegs waren. Jesus tat, als wolle er weitergehen, aber sie drängten ihn und sagten: Bleibe bei uns; denn es wird Abend, der Tag hat sich schon geneigt! Da ging er mit hinein, um bei ihnen zu bleiben. Und es geschah: Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach es und gab es ihnen. Da wurden ihre Augen aufgetan und sie erkannten ihn; und er entschwand ihren Blicken. Und sie sagten zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schriften eröffnete? Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück und sie fanden die Elf und die mit ihnen versammelt waren. Diese sagten: Der Herr ist wirklich auferstanden und ist dem Simon erschienen. Da erzählten auch sie, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach.

Impuls

Ist ihnen schonmal aufgefallen, dass Filme und Serien häufig nach ihren Enden beurteilt werden? Wie oft habe ich schon gehört: „Ja, der Film hat mir ganz gut gefallen, aber das Ende war nicht zufriedenstellend.“ Ich selbst beobachte mich oft dabei, wie ich geradezu auf das Ende hin fiebere in der Hoffnung, es möge doch noch alles gut gehen und es gäbe ein aufwändig gestaltetes Finale, ein Aufatmen am Ende des Films. Wenn die Kar- und Ostertage mit dem Palmsonntag beginnen, dann komme ich immer wieder aus Neue obwohl ich die Geschichte Jesus nun schon so oft gehört habe – in dieses Fieber hinein. An Gründonnerstag habe ich die Abendmahlgemeinschaft und den hässlichen Verrat des Judas vor Augen, den Karfreitag erlebe ich als so traurig, dass es so scheinen könnte, als wäre der Tod Jesu bereits das Ende. Der Samstag ist für mich eine Art Vakuum, indem sich die heiße Erwartung auf Ostern verdichtet und wenn dann am Ostersonntag endlich die Sonne aufgeht, ist es, als würde mir ein riesiger Stein vom Herzen fallen. Dann feiern wir in der Kirche das große Happy-End! Die Texte des Ostermontags, die von den damaligen Ereignissen rund um den Tod Jesu berichten, zeichnen aber ein etwas anders geartetes Bild. Der Ostersonntag ist nicht einfach ein plattes Happy-End, an dem alles wie in einem Fingerschnipser auf „und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage“ umgepolt wird. Die zwei Jünger Jesu sind auf dem Weg nach Emmaus. Sie verlassen Jerusalem, traurig, niedergeschlagen, bitter enttäuscht. Alles woran sie geglaubt haben, alles worauf sie sich verlassen haben, alles ist an einem schäbigen Holzkreuz auf Golgotha geendet. Ihre Trauer, ihre Verzweiflung und vielleicht auch ihre Wut macht sie blind. So blind, dass sie lange den Herrn nicht erkennen, der sich ihrem Weg anschließt, Nein, Ostern ist kein plattes Happy-End, denn die Tatsache der Auferstehung allein reicht nicht aus. Ostern muss und will damals für die Jünger und heute für jeden Einzelnen von uns geschehen und bei allen auf ihre Weise ankommen. Ostern ist wie ein Weg, bei dem mir wie den Jüngern, nachdem sie den Herrn auf ihrem Weg erkannt haben, das Herz vor Freude brennt, weil der Glaube an das Leben über alle Hindernisse hinweg trägt.

Zeit der Stille

Lied zur Meditation: Closer to you

YouTube zum anhören:

https://www.youtube.com/watch?v=6w_B-Hex784

Musik, Text, Gesang, Zeichungen und Video von Freedaaa (Beate Kilian-Engelfried) 2018

Übersetzung:

Du rufst mich mit der Schönheit
Eines Kindes, neugebor’n
Du rufst mich durch die Wissenschaft
Mit Lichtgeschwindigkeit
Dein Ruf schallt durch die Zeiten
Durch Sternenstaub und Raum
Durch Zelle, Buch und Rosenkranz
und auch durch’s Telefon
Du rufst zum Sonnenaufgang
Durch Schnee und Regenfall
Dein Ruf erschallt im Tageslicht
Genau wie in der Nacht
Durch Geschichte, Karten, Poesie
Nennst du beim Namen mich
Durch Elend, Schmerz und Traurigeit
Beschämung und Verlust
Du rufst mich durch die Farben
und die Schwingung der Musik
Du rufst in jedem Herzschlag
Extatisch ist, wer liebt
Ich weiß
Ich werd‘
nie vollkommen sein
doch du vergibst mir
und nennst mich doch dein Kind
Ich weiß
Ich werd‘
nie vollkommen sein
doch du vergibst mir
und schenkst dich mir im Brot
Du willst mich halten
und willst mir verzeih’n
Du willst mich tragen
in die Ewigkeit hinein

Fürbitten

An dich, Jesus, der du auferstanden bist und uns auf unserem Lebensweg erscheinst, wenden wir uns mit unseren Bitten und Gebeten.

1) Herr, Jesus Christus, du willst als Auferstandener in jedem Leben ankommen. Öffne unsere Augen, damit wir dich sehen können und dein Friede uns erfüllt.

2) Herr, durch das Corona-Virus erscheint uns unsere Welt noch dunkler als vorher. Lass in uns in diesen Zeiten die Zuversicht auf deine Nähe wachsen, die unseren Blick auf das Licht richtet, dass du in unser Leben bringst.

3) Herr, unser Leben wird nicht nur durch Naturkatastrophen bestimmt, sondern auch durch unsere eigene Ungerechtigkeit. Zeige du uns Wege und Möglichkeiten, all dies zu überwinden, damit wir uns von dir, der Liebe, leiten lassen.

4) Herr, durch das Virus und andere Krankheiten haben wir viele Menschen verloren. Viele von ihnen mussten isoliert von ihren Angehörigen sterben. Erbarme dich ihrer und nimm sie in deine Herrlichkeit auf, wo sie Frieden und Ruhe finden.

Gebet

Herr, immer wenn wir beten, dürfen wir sicher sein, dass du bei uns bist und unsere Worte geduldig hörst. Wir wollen dich anbeten in den Worten, die du uns gelehrt hast:

Vater unser…

Segen

An Ostern dürfen wir unsere Rettung durch Gott in Jesus Christus feiern und tiefe Freude darüber empfinden. Der Herr erhalte uns diese österliche Freude und segne uns, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.

Lied: GL 336 – Jesus lebt, mit ihm auch ich!

YouTube zum mitsingen:

1) Jesus lebt, mit ihm auch ich! To, wo sind nun deine Schrecken? Er, er lebt und wird auch mich von den Toten auferwecken. Er verklärt mich in sein Licht; dies ist meine Zuversicht.

2) Jesus lebt! Ihm ist das Reich über alle Welt gegeben; mit ihm werd auch ich zugleich ewig herrschen, ewig leben. Gott erfüllt, was er verspricht; dies ist meine Zuversicht.

3) Jesus lebt! Ich bin gewiss, nichts soll mich von Jesus scheiden, keine Macht der Finsternis, keine Herrlichkeit, kein Leiden. Seine Treue wanket nicht; dies ist meine Zuversicht.

4) Jesus lebt! Nun ist der Tod mir Eingang in das Leben. Welchen Trost in Todesnot wird er meiner Seele geben, wenn sie gläubig zu ihm spricht: „Herr, Herr, meine Zuversicht“