Impuls vom Montag, 27.04.2020

Von | 27. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 6, 30-35)

In jener Zeit sah die Menge, die am anderen Ufer des Sees geblieben war, dass nur noch ein Boot dort lag, und sie erfuhren, dass Jesus nicht mit seinen Jüngern ins Boot gestiegen war, sondern dass die Jünger allein abgefahren waren. Von Tiberias her kamen andere Boote in die Nähe des Ortes, wo sie nach dem Dankgebet des Herrn das Brot gegessen hatten. Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

Impuls

Vor ein paar Tagen habe ich etwas gelesen, da musste ich lachen: „Es gibt genau zwei Arten von Menschen: Die, die immer die gleiche Pizza essen und die, die ganze Karten kennen“ Lachen musste ich deshalb, weil ich mich und meine Frau darin wiederentdeckt habe. Ich esse grundsätzlich eine Pizza Tonno Cipolla und sie bestellt gefühlt jedes Mal etwas anderes. Was sich bei uns in diesem kleinen und witzigen Zusammenhang zeigt, ist in anderen Zusammenhängen durchaus eine große Frage: Was brauche ich, um glücklich zu sein? Mit wie viel gebe ich mich zufrieden? Wie viel Abwechslung und wie viel Neues ist wirklich nötig? Und auf der anderen Seite: Wie halte ich mein Leben vital? schwungvoll? Wie verkümmere ich nicht in meinem eigenen Alltag und Trott? Die Menschen im heutigen Evangelium, die Jesus lange suchen müssen, stehen in einer ähnlichen Spannung. Sie sind begeistert von dem Mann, der auf wundersame Weise Brot vermehren kann. Sie suchen also nicht Jesus als Person und schon gar nicht als „Heiland“, sie suchen den, der für Vitalität und Abwechslung steht, den, der ganz platt gesagt „Action“ in ihr Leben gebracht hat. Wird er es nochmal tun? Wird er sie nochmals sättigen oder möglicherweise noch ganz andere Wunder tun? Kann aus der Abwechslung vielleicht eine angenehme Gewohnheit werden? Müssen Sie sich nie wieder um ihr eigenes Brot bemühen? Aber Jesus lässt die Menschen abblitzen: „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird“ so seine Worte. Um nochmal das Bild des Anfangs aufzugreifen: Wenn Jesus beim Italiener mit meiner Frau und mir am Tisch sitzen würde, würde er sich keiner der beiden Ernährungsgewohnheiten anschließen. Er würde wahrscheinlich nicht mal mit uns darüber diskutieren, welche Ernährungsgewohnheit sinnvoller ist. Nein. Jesus ist die Spannung zwischen Alltag und Vitalität zu oberflächlich. Ihm geht es um das, was bleibt: Um unsere Ehe, unsere Gespräche, unseren Umgang, unsere Liebe und unseren Glauben an seine Botschaft und letztlich um ihn selbst. „Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird.“ Denn das – so Jesu Botschaft – wird glücklicher machen, als es jede Pizza, jedes materielle Glück, jede irdische „Action“ und Abwechslung, jede liebgewonnene Tradition, jeder Schatz des Alltages jemals tun kann.

Lied: Taizé – Gib mich ganz zu eigen dir

Text: Nimm alles von mir, was mich fernhält von dir. Gib alles mir, was mich hinführt zu dir. Mein Herr und mein Gott, nimm mich mir und gib mich ganz zu eigen dir. (Nikolaus von Flüe)

Noten: http://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=24538&lang=de

Gebet

Herr, du stillst unseren Hunger nach dem Ewigen, dem Bleibenden, dem Wahrhaftigen. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel….

Segen

So segne und behüte uns und die ganze Welt an diesem Tag, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.