Impuls vom Montag, 20.04.2020

Von | 20. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 4, 23-31)

In jenen Tagen als Petrus und Johannes freigelassen waren, gingen sie zu den Ihren und berichteten alles, was die Hohenpriester und die Ältesten zu ihnen gesagt hatten. Als sie das hörten, erhoben sie einmütig ihre Stimme zu Gott und sprachen: Herr, du hast den Himmel, die Erde und das Meer geschaffen und alles, was dazugehört; du hast durch den Mund unseres Vaters David, deines Knechtes, durch den Heiligen Geist gesagt:

Warum toben die Völker, warum machen die Nationen vergebliche Pläne? Die Könige der Erde stehen auf, und die Herrscher haben sich verbündet gegen den Herrn und seinen Gesalbten. Wahrhaftig, verbündet haben sich in dieser Stadt gegen deinen heiligen Knecht Jesus, den du gesalbt hast, Herodes und Pontius Pilatus mit den Heiden und den Stämmen Israels, um alles auszuführen, was deine Hand und dein Wille im Voraus bestimmt haben. Doch jetzt, Herr, sieh auf ihre Drohungen und gib deinen Knechten die Kraft, mit allem Freimut dein Wort zu verkünden. Streck deine Hand aus, damit Heilungen und Zeichen und Wunder geschehen durch den Namen deines heiligen Knechtes Jesus. Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt, und sie verkündeten freimütig das Wort Gottes.

Impuls

Was mir persönlich an der Arbeit mit den Gebetsimpulsen so gut gefällt, ist die hohe Aufmerksamkeit für biblische Texte, auch unter der Woche, die ich sonst zugegebenermaßen nicht in dieser Intensität hätte. So ist mir zum Beispiel heute morgen aufgefallen, dass im Rahmen der Osterzeit in den Texten der heiligen Schrift schon zum zweiten Mal die Erde bebt. Auch im Evangelium der Osternacht hieß es: „Und siehe, es geschah ein gewaltiges Erdbeben; denn ein Engel des Herrn kam vom Himmel herab, trat an das Grab, wälzte den Stein weg und setzte sich darauf.“ Und in der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte heißt es: „Als sie gebetet hatten, bebte der Ort, an dem sie versammelt waren, und alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt.“ Ich weiß nicht, ob jemand von Ihnen schonmal ein Erdbeben leibhaftig erlebt hat. Ich habe – zumindest ein kleines Beben – in Kenia erlebt. Ostafrika liegt durch den wachsenden ostafrikanischen Graben in einer seismographisch aktiven Zone. Und aus diesen Erfahrungen heraus halte ich das „Erdbeben“ nicht unbedingt für ein sympathisches Auftreten Gottes. Doch das Bild das dahinter steckt – und um das es wohl auch viel mehr geht als um eine tatsächlich historische Tatsache – ist beeindruckend: Ein Erdbeben erschüttert alles. Alles was wir für selbstverständlich halten, unsere festen Häuser, Jahrhunderte alte Bäume und Gesteinsformationen, Straßen und Mauern, nichts kann einem richtigen Erdbeben standhalten. Ähnlich ist es wohl, wenn Gott in das Leben von Menschen eintritt. Das ist ein inneres Beben, das alles bisher Gültige in Frage stellen kann. Ja, manchmal bleibt dann sogar kein Stein über dem anderen. In einer Auslegung dieser Stelle von den Mönchen aus Maria Laach habe ich gelesen: „Manchmal muss unser innerer Boden gewaltig durchgeschüttelt werden, damit der Same Gottes hineinfallen und Wurzeln schlagen kann; manchmal sind nur kleine Korrekturen und Änderungen notwendig.“ – Was auch immer es sein mag, für heute nehme ich aus der Schrift mit: Der Glaube bringt mein Leben, unsere Welt und alles was wir mit unserem weltlichen Denken für gut, richtig und sinnvoll halten, zum wackeln. Das kann auch manchmal schmerzhaft sein. Aber nach dem Beben kommt viel Platz für Gott, der dort wachsen kann, wo zum Beispiel die Mauern aus Egoismus, Furcht, Diskriminierung und Hass – die diese Welt so gerne in unser Leben baut – eingestürzt sind.

Lied: Taizé – The Kingdom of God

Link zu den Noten des Liedes: http://commonprayer.net/wp/wpcontent/uploads/2010/07/19-kingdom-of-god.pdf

Text: The Kingdom of God is justice and peace and joy in the Holy Spirit. Come,

Lord, and open in us the gates of your Kingdom.

Übersetzung: Das Reich Gottes ist Gerechtigkeit, Friede und Freude im Heiligen Geist. Komm, Herr, und öffne in uns die Tore deines Reiches.

Gebet

Herr, du gibst unserem Leben Orientierung. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel…

Segen

† Der Herr segne und behüte uns, er lasse sein Angesicht über uns leuchten und er führe und geleite uns durch die Widrigkeiten und inneren Widerstände dieser Tage. Amen