Impuls vom Mittwoch, 01.04.2020

Von | 1. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pfarrer Peter Sens

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 835 – Meine Seele ist Stille in dir

YouTube zum mitsingen:

  1. Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß: Mich hält deine starke Hand.
    Auch im dunklen Tal der Angst bist du da und schenkst Geborgenheit. Meine Seele ist stille in dir.
  2. Meine Seele ist stille in dir, du allein bist der Gott, der gerne hilft.
    Wer da bittet, der empfängt aus dem Reichtum deiner Herrlichkeit. Meine Seele ist stille in dir
  3. Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß: Du führst sicher an das Ziel.
    Du kennst meinen nächsten Schritt und du weißt um die Gefahr der Nacht. Meine Seele ist stille in dir.
  4. Meine Seele ist stille in dir, denn ich weiß: Du bist da und richtest auf,
    wie der Regen dürres Land neu belebt und zum Erblühen bringt. Meine Seele ist stille in dir

Lesung aus dem Buch Daniel (Ausschnitt)

Doch sie gingen mitten in den Flammen umher, lobten Gott und priesen den Herrn. Asarja blieb stehen, öffnete den Mund und sprach mitten im Feuer folgendes Gebet: Gepriesen und gelobt bist du, Herr, Gott unserer Väter; herrlich ist dein Name in alle Ewigkeit. Denn du bist gerecht in allem, was du getan hast. All deine Taten sind richtig, deine Wege gerade. Alle deine Urteile sind wahr. Du hast gerechte Strafen verhängt, in allem, was du über uns gebracht hast und über Jerusalem, die heilige Stadt unserer Väter.

Um deines Namens willen verwirf uns nicht für immer; löse deinen Bund nicht auf! Versag uns nicht dein Erbarmen, deinem Freund Abraham zuliebe, deinem Knecht Isaak und Israel, deinem Heiligen, denen du Nachkommen verheißen hast so zahlreich wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Ufer des Meeres.

Ach, Herr, wir sind geringer geworden als alle Völker. In aller Welt sind wir heute wegen unserer Sünden erniedrigt. Du aber nimm uns an! Wir kommen mit zerknirschtem Herzen und demütigem Sinn. Wir folgen dir jetzt von ganzem Herzen, fürchten dich und suchen dein Angesicht. Überlass uns nicht der Schande, sondern handle an uns nach deiner Milde, nach deinem überreichen Erbarmen! Errette uns, deinen wunderbaren Taten entsprechend; verschaff deinem Namen Ruhm, Herr!

Impuls

In der heutigen Lesung wird die Rahmengeschichte für dieses Gebet erzählt. König Nebukadnezzar, der 585 v. Chr. das Königreich Israel von der Landkarte gewischt hat, sieht sich drei widerspenstigen, jungen Gefangen gegenüber: Schadrach, Meschach und Abed-Nego. Sie weigerten sich vor den goldenen Götzenbilder niederzufallen und diese anzubeten. Worauf König Nebukadnezzar sie wutentbrannt in einen siebenfach überhitzten Feuerofen werfen lässt, der alle Unvorsichtigen verbrennt. Aber die drei Helden gehen durch das Feuer, weil der Herr einen Engel entsendet, um sie zu schützen. Und dann bringt Asarja ihre Situation ins Wort. Er betet. Mitten im Feuerofen steht ein aufrechter Mann. Er bringt seine Situation so auf den Punkt, dass es für uns heute noch gültig ist:

1) An der Ausbreitung des Coronavirus, an der Zerstörung der Schöpfung, an der Schaffung von Ungerechtigkeiten sind wir beteiligt. Wir tragen mit an der Schuld der ganzen Menschheit und an unseren eigenen.

2) Wir werden diese Herausforderungen bestehen. Nicht, weil wir so übermenschlich toll sind, sondern weil Gott uns nicht im Stich lässt. So wie Asarja auf seine Abkommenschaft auf Abraham, Isaak und Jakob sich beruft, können wir uns auf die Taufe und unsere Erwählung durch Jesus berufen. Weil du der Gott bist, der du bist, kannst du uns nicht verlassen.

3) Damit das Wirklichkeit werden kann, sind wir bereit uns mit einzubringen. Für den einen heißt das, wirklich isoliert zu bleiben, für Menschen aus Risiko-Gruppen bedeutet das, besondere Vorsicht walten zu lassen. Für andere kann es heißen, dass man für die anderen kaufen geht oder auf dem Computer Skype einrichtet. Für wieder andere heißt es, dass sie z.B. solche Impulse schreiben und vertreiben. Für alle bedeutet es aber, dass jetzt keine Zeit für Egoismus ist.

Zeit der Stille

Vater Unser

Segen

Strecke deine machtvolle Hand über uns aus, Herr, unser Gott. Schaue auf dein Volk, das von Krankheit und Tod bedroht. Stärke alle, die sich für andere einsetzen. Schenke denen, die andere ermutigen, gute Gedanken. Uns allen aber schenke deine Liebe und erfülle uns mit Vertrauen auf dich.

Und der Segen des allmächtigen Gottes, komme auf uns herab und bleibe bei uns, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.