Impuls vom Freitag, 17.04.2020

Von | 17. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Generalvikar Dr. Kizito Sabata und Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 21, 1-14)

In jener Zeit offenbarte Jesus sich den Jüngern noch einmal. Es war am See von Tiberias, und er offenbarte sich in folgender Weise. Simon Petrus, Thomas, genannt Didymus – Zwilling -, Natanaël aus Kana in Galiläa, die Söhne des Zebedäus und zwei andere von seinen Jüngern waren zusammen. Simon Petrus sagte zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sagten zu ihm: Wir kommen auch mit. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot. Aber in dieser Nacht fingen sie nichts. Als es schon Morgen wurde, stand Jesus am Ufer. Doch die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. Jesus sagte zu ihnen: Meine Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. Er aber sagte zu ihnen: Werft das Netz auf der rechten Seite des Bootes aus, und ihr werdet etwas fangen. Sie warfen das Netz aus und konnten es nicht wieder einholen, so voller Fische war es. Da sagte der Jünger, den Jesus liebte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als sie an Land gingen, sahen sie am Boden ein Kohlenfeuer und darauf Fisch und Brot. Jesus sagte zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr gerade gefangen habt. Da ging Simon Petrus und zog das Netz an Land. Es war mit hundertdreiundfünfzig großen Fischen gefüllt, und obwohl es so viele waren, zerriss das Netz nicht. Jesus sagte zu ihnen: Kommt her und esst! Keiner von den Jüngern wagte ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten, dass es der Herr war. Jesus trat heran, nahm das Brot und gab es ihnen, ebenso den Fisch.

Impuls (von Generalvikar Dr. Kizito Sabatia, übersetzt von Michael Michels)

Ich freue mich, dass ich mit Ihnen nochmal einen Impuls ausgerechnet zu diesem Evangelium teilen darf. Nicht nur, weil hierin mein Primizspruch steckt („Als es Morgen wurde, stand Jesus am Ufer“), auch weil seit Studientagen dieses Evangelium mein persönlicher Schatz der Heiligen Schrift ist. Am Anfang möchte man die Jünger doch schütteln und anschreien! Stellen Sie sich das mal vor: Da stehen die Säulen der Jüngerschaft, Petrus, Thomas, auch der Lieblingsjünger ist dabei, und noch ein paar andere. Und was tun sie? Was tun sie nach allem was passiert ist, nach den österlichen Erscheinungen, der Auferstehung ihres Herrn, nach allem was sie erlebt haben? Völlige Tristesse liegt über dieser Szene! Die hocken da rum mit hängenden Schultern und gehen wieder dem Fischen nach, wie vorher. So als wäre nie etwas gewesen. Nichts ist mehr da von der österlichen Begeisterung. Die Jünger sind ein eingeschlafener und belangloser Haufen geworden. Auf der anderen Seite tröstet mich diese biblische Erfahrung aber auch. Denn auch mein Leben, sowohl privat als auch in der Kirche, sind doch oft auch von Tristesse geprägt und eben nicht von Österlichkeit, von Glaube, Hoffnung und Liebe. Oft lebe ich, oft lebt die Kirche vor sich hin und merkt doch kaum etwas von dem, was da aufstrahlen müsste. Ich glaube, oft rechne ich einfach nicht mit Jesus, wie die Jünger. Oft lebe ich einfach in meinem Alltag vor mich hin. Die Befreeiung aus der Tristesse, aus dem Mangel, aus der Langeweile und aus der Sinnlosigkeit kommt von außen. Gott sucht den Weg in unser Leben. Oft auf völlig unpragmatischen und verrückten Wegen (welcher Mensch fischt denn ernsthaft bei Tag?!) geschieht das Leben. Das liebe ich an unserem Glauben so sehr. Er ist oft unpragmatisch, verrückt und schenkt unserer Tristesse auch gerade dadurch den Überfluss. Egal wie sehr ich mich manchmal im Nutzlosen verliere: Es zieht ein neuer Morgen auf und Jesus steht am Ufer und spricht zu mir. Er selbst oder in Gestalt meiner Mitmenschen, ich muss nur darauf hören, was er zu sagen hat. Und der Fischfang meines Lebens wird ohne Grenzen sein.

Lied: Taizé – Jesus Christ bread of life

Übersetzung: Jesus Christus, du Brot des Lebens, wer zu dir kommt wird niemals Hungern. Jesus Christus, du auferstandener Herr, wer dir vertraut wird niemals dursten.

Gebet

Gott, du willst unser Leben bereichern. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel…

Segen

So segne und behüte uns und die ganze Welt, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.