Impuls vom Donnerstag, 30.04.2020

Von | 30. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus der Apostelgeschichte (8,26-40)

In jenen Tagen sagte ein Engel des Herrn zu Philippus: Steh auf und zieh nach Süden auf der Straße, die von Jerusalem nach Gaza hinabführt. Sie führt durch eine einsame Gegend. Und er brach auf. Nun war da ein Äthiopier, ein Kämmerer, Hofbeamter der Kandake, der Königin der Äthiopier, der ihren ganzen Schatz verwaltete. Dieser war nach Jerusalem gekommen, um Gott anzubeten, und fuhr jetzt heimwärts. Er saß auf seinem Wagen und las den Propheten Jesaja. Und der Geist sagte zu Philippus: Geh und folge diesem Wagen. Philippus lief hin und hörte ihn den Propheten Jesaja lesen. Da sagte er: Verstehst du auch, was du liest? Jener antwortete: Wie könnte ich es, wenn mich niemand anleitet? Und er bat den Philippus, einzusteigen und neben ihm Platz zu nehmen. Der Abschnitt der Schrift, den er las, lautete: Wie ein Schaf wurde er zum Schlachten geführt; und wie ein Lamm, das verstummt, wenn man es schert, so tat er seinen Mund nicht auf. In der Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. Seine Nachkommen, wer kann sie zählen? Denn sein Leben wurde von der Erde fortgenommen. Der Kämmerer wandte sich an Philippus und sagte: Ich bitte dich, von wem sagt der Prophet das? Von sich selbst oder von einem anderen? Da begann Philippus zu reden, und ausgehend von diesem Schriftwort verkündete er ihm das Evangelium von Jesus. Als sie nun weiterzogen, kamen sie zu einer Wasserstelle. Da sagte der Kämmerer: Hier ist Wasser. Was steht meiner Taufe noch im Weg? Er ließ den Wagen halten, und beide, Philippus und der Kämmerer, stiegen in das Wasser hinab, und er taufte ihn. Als sie aber aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr, und er zog voll Freude weiter. Den Philippus aber sah man in Aschdod wieder. Und er wanderte durch alle Städte und verkündete das Evangelium, bis er nach Cäsarea kam.

Impuls

Wenn man in der Katechese tätig ist, wird man immer wieder (bewusst oder unbewusst) mit einem äußeren Druck der Gemeinde konfrontiert, den ich nicht ganz einfach finde. „Die Kommunionkinder letztes Jahr, die wussten ja gar nichts! Manche konnten noch nicht mal das Vater Unser! Machen sie das bloß besser!“ oder „Jetzt kommen die Firmlinge noch einmal in die Kirche und danach sieht man sie nie wieder – was macht ihr denn in der Vorbereitung?!“ Ich glaube schon, dass eine Vorbereitung auf den Empfang von Sakramenten sein muss, aber eben nicht nur im Sinne der Vorbereitung selbst.

Vielmehr, damit Kinder, Jugendliche und Erwachsene verstehen können, was in der sakramentalen Handlung passiert. In der heutigen Lesung begegnet uns eine der berühmtesten Abschnitte der Apostelgeschichte. Philippus tauft den äthiopischen Kämmerer. Gott bewahre, wenn Philippus in unserer heutigen kirchlichen Struktur arbeiten würde. Ohne große Vorbereitung, nach einem kurzen Gespräch und ganz ohne irgendeine Prüfung wurde da ein Sakrament gespendet. Spätestens bei der nächsten Visitation würde das Ärger geben. Und was würde heute eine Gemeinde denken? „Der kann ja noch nicht mal das Vater Unser!“ Vielleicht ist es in der heutigen Lesung wesentlich und auch eine gute Anregung für uns wie man den Glauben begreift. Ja, der Glaube ist sicherlich für Philippus wie für viele von uns auch ein Schatz. Aber er ist für den Jünger Jesu kein Schatz, den es zu horten und bestmöglichst zu schützen gilt. Der Glaube ist ein Schatz, der zum Verschenken da ist, an dem möglichst viele Menschen unbeschwert und frei Anteil erhalten sollen, weil dieser Schatz so froh macht, dass man ihn einfach frohmachend teilen muss. Und das funktioniert ja. Es heißt über den Kämmerer: „Er zog voll Freude weiter.“ Was aus ihm wurde, verschweigt uns die Schrift. Ob er am Hof kündigte? Ein ganz neues Leben startete? Oder erstmal weiter lebte wie bisher? Wir wissen es nicht. Was wir wissen, ist dass er sich gewiss sein konnte, dass Gott sein Leben begleitet, wie das Leben eines jeden Getauften. Und so nehme ich mir für heute vor: Denke weniger verkrampft über den Glauben! Er ist ein frohmachendes Geschenk, kein zu hortender Schatz! Hab das Gottvertrauen, dass du alleine es nicht richten musst. Gott findet seine Wege, schütte ihn nur frohmachend aus.

Gebet

Herr, das Evangelium ist eine Botschaft der Freude. Wer auf dich und dieses Evangelium getauft ist, darf darauf vertrauen für immer begleitet zu sein. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel….

Lied: Taizé – Singt dem Herrn ein neues Lied

Text: Singt dem Herrn ein neues Lied. Lobsingt ihm allezeit (2x)

Link zu den Noten: https://www.taize.fr/spip.php?page=chant&song=495&lang=de

Segen

So segne uns und die ganze Welt an diesem Tag der barmherzige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.