Impuls vom Donnerstag, 16.04.2020

Von | 16. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lesung aus dem Evangelium nach Lukas (Lk 24, 35-48)

Die beiden Jünger, die von Emmaus zurückgekehrt waren, erzählten den Elf und den anderen Jüngern, was sie unterwegs erlebt und wie sie ihn erkannt hatten, als er das Brot brach. Während sie noch darüber redeten, trat er selbst in ihre Mitte und sagte zu ihnen:

Friede sei mit euch! Sie erschraken und hatten große Angst, denn sie meinten, einen Geist zu sehen. Da sagte er zu ihnen: Was seid ihr so bestürzt? Warum lasst ihr in eurem Herzen solche Zweifel aufkommen? Seht meine Hände und meine Füße an: Ich bin es selbst. Fasst mich doch an, und begreift: Kein Geist hat Fleisch und Knochen, wie ihr es bei mir seht. Bei diesen Worten zeigte er ihnen seine Hände und Füße. Sie staunten, konnten es aber vor Freude immer noch nicht glauben. Da sagte er zu ihnen: Habt ihr etwas zu essen hier? Sie gaben ihm ein Stück gebratenen Fisch; er nahm es und aß es vor ihren Augen. Dann sprach er zu ihnen: Das sind die Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Alles muss in Erfüllung gehen, was im Gesetz des Mose, bei den Propheten und in den Psalmen über mich gesagt ist. Darauf öffnete er ihnen die Augen für das Verständnis der Schrift. Er sagte zu ihnen: So steht es in der Schrift: Der Messias wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen, und in seinem Namen wird man allen Völkern, angefangen in Jerusalem, verkünden, sie sollen umkehren, damit ihre Sünden vergeben werden. Ihr seid Zeugen dafür.

Impuls

Unter meinen Facebook-Freunden entdecke ich immer wieder die merkwürdigsten Verschwörungstheorien, besonders in den letzten Tagen. Zum Beispiel habe ich gestern bei einem Bekannten gelesen, dass Corona durch das neuartige 5G-Netz ausgelöst wird und dies von der Regierung zur Dezimierung der Bevölkerung gesteuert wird. Oder das eigentlich Bill Gates dahinter steckt, der Kämpfer für Impfstoffe, mit denen in Wahrheit abertausende Kinder getötet und Frauen sterilisiert werden. Viele Menschen glauben offensichtlich: Wir werden von Fake-News dominiert, nur einige wenige Medien im Untergrund sagen die Wahrheit, alles andere ist inszeniert, erstunken und erlogen um die Bevölkerung zu manipulieren.

Ähnliches wurde übrigens der frühen christlichen Bewegung nach dem Tod Jesu vorgeworfen. Die Jünger seien mit dem Tod ihres Anführers nicht zurecht gekommen und hätten die Auferstehung inszeniert. Und wer will es den Menschen in Israel übel nehmen: Im heutigen Evangelium spüren wir, wie selbst die Jünger Jesu, die ihn schon so lange kennen und begleitet haben, sich mit dem Glauben an die Auferstehung schwer tun. Und auch aus heutiger Sicht müssten wir sagen: Kein Wissenschaftler dieser Welt kann die Auferstehung beweisen, noch nie hat jemand mit einem Toten nach dem Tod sprechen können und sich vergewissern können, ob das denn so auch stimmt. Die Osterbotschaft ist – neben all der Hoffnung, die sie uns auch schenken mag – eine Provokation unseres menschlichen Verstandes. An keiner Stelle treffen so sehr die Wirklichkeit Gottes und die Wirklichkeit der Menschen diametral aufeinander wie bei der Auferstehung. Also alles Fake-News? Was ich nicht verstehe, kann es auch nicht geben? Wenn es keine Beweise gibt, kann ich es auch nicht glauben? Die Jünger zweifeln schließlich auch. Ich glaube schon, dass es in dieser Welt immer wieder ein „mehr“ gibt, dass auf die Wahrheit der Osterbotschaft hindeutet. Für mich trägt sich der Osterglaube auch dadurch, wenn Momente der Wirklichkeit Gottes mit den Momenten der Wirklichkeit des Menschen gemeinsam spürbar werden. Im Großen wie im Kleinen gibt es immer wieder diese Momente, wo „Himmel und Erde“ sich berühren. Ein trauriges und zugleich beeindruckendes Beispiel dafür ist für mich der Abend des 16. August 2005 in Taizé. Der Gründer und Leiter der Gemeinschaft, Frere Roger, wird mitten während des Abendgebetes von einer geistig-verwirrten Frau niedergestochen und getötet. Und wie reagiert die Gemeinschaft und die tausenden Menschen vor Ort? Keine Wut, kein Hass, keine wilden Szenen. Die Brüder und Besucher beten. Für Frere Roger und die Frau. Und dann singen sie „Confiemini Domino“ – Danket dem Herrn, denn er ist gut“ – Das sind Momente da berühren sich für mich Himmel und Erde. Da trifft die Wirklichkeit Gottes, der Osterglaube, auf die Wirklichkeit der Menschen. Da passieren Dinge, weit über unseren menschlichen Horizont hinaus. Da passiert Ostern in seiner ganzen Wahrheit.

Lied zum Impuls: Taizé – Confitemini Domino (im GL unter 618,2)

Text: Confitemini Domino, quoniam bonus. Confitemini Domino, Alleluja.

Gebet

Gott, wir danken dir, denn du bist gut. Dir vertrauen wir alles an:

Vater unser im Himmel…

Segen

So segne und behüte uns und die ganze Welt, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.