Impuls vom Donnerstag, 02.04.2020

Von | 2. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 414 – Herr unser Herr, wie bist du zugegen

YouTube zum Mitsingen:

(Vorspiel ab 00:48)

  1. Herr unser Herr, wie bist du zugegen und wie unsagbar nah bei uns. Allzeit bist du um uns in Sorge, in deiner Liebe birgst du uns.
  2. Du bist nicht fern, denn die zu dir beten, wissen, dass du uns nicht verlässt. Du bist so menschlich in unsrer Mitte, dass du wohl dieses Lied verstehst
  3. Du bist nicht sichtbar für unsre Augen, und niemand hat dich je gesehen. Wir aber ahnen dich und glauben, dass du uns trägst, dass wir bestehen.

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 8,51-59)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Juden: Amen, amen, ich sage euch: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht schauen. Da sagten die Juden zu ihm: jetzt wissen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham und die Propheten sind gestorben, du aber sagst: Wenn jemand an meinem Wort festhält, wird er auf ewig den Tod nicht erleiden. Für wen gibst du dich aus? Jesus antwortete: Wenn ich mich selbst ehre, so gilt meine Ehre nichts. Mein Vater ist es, der mich ehrt, er, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. Doch ihr habt ihn nicht erkannt. Ich aber kenne ihn, und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, so wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte an seinem Wort fest. Euer Vater Abraham jubelte, weil er meinen Tag sehen sollte. Er sah ihn und freute sich. Die Juden entgegneten: Du bist noch keine fünfzig Jahre alt und willst Abraham gesehen haben? Jesus erwiderte ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Noch ehe Abraham wurde, bin ich. Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Jesus aber verbarg sich und verließ den Tempel.

Impuls

Gestern war ich für meine Oma einkaufen. Das ist immer ganz angenehm, wie es sich für einen richtigen Oma-Einkauf gehört, hält man sich sowieso nur an zwei Orten im Supermarkt auf: An der Frischetheke für Wurst und Käse und am Regal auf dem groß „Backzutaten“ drauf steht.

Schnell habe ich die Liste abgearbeitet (nur Mehl war keins mehr da) und war froh fertig zu sein. Nur eine ganz wichtige Sache für meine Oma fehlte noch: Karamellpudding. Jetzt wurde es schwierig: Für meine Oma gibt es nur DEN EINEN Pudding. Dr. Oetker Gala muss es sein! Aber kein Problem. Ich erinnere mich. Ein gold-blaues Tütchen ist das. Hm. Wo ist der denn? Den muss es doch hier irgendwo geben? Vielleicht auf der anderen Seite? Nein. Doch hier? Nein. Hm. Die Sache wurde schwierig. Und zog sich hin. Der Dr. Oetker Gala Karamellpudding war spurlos verschwunden.

Was für ein tragisches Evangelium wir da gerade gehört haben! Jesus outet sich. Er ist es, der von Ewigkeit her kommt, der ewiges Leben schenken kann, er zeigt, dass er Gott ist. Doch die Menschen glauben ihm nicht. Sie werfen ihm vor, völlig größenwahnsinnig zu sein. Und das nur, weil sie ihre feste Vorstellung von Gott haben. Verrückt. Da sehnen sich die Menschen seit Menschheitsgedenken nach Gott, erflehen seine Nähe, dann kommt er ihnentatsächlich ganz nahe und dann erkennen sie ihn nicht. Wahnsinn.

Aaaaah! Da ist ja der Pudding. Wie witzig! Ich stand die ganze Zeit davor! Seit 10 Minuten laufe ich durch diesen Supermarkt und stand die ganze Zeit davor! Direkt vor meinen Augen! Das Tütchen ist gar nicht gold-blau. War es das mal? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ist es einfach nur karamell-farben. Hätte ich auch direkt drauf stoßen können….

Da frage ich mich: Erkenne ich heute Gott, wenn er mir ganz nahe ist? Oder geht es mir wie den Menschen im heutigen Evangelium? Gewiss, sicher erkennen wir Gott nicht mehr leibhaftig in der Figur des Jesus von Nazareth. Aber ich glaube doch fest, Gott erkennt man in der Geschichte, in seinen Mitmenschen, in sich selbst und seiner eigenen Würde. Gott bittet im Evangelium darum, der großen Verheißung – seit Abraham – zu glauben. Zu glauben, dass Gott da und nahe ist, auch in schwierigen Zeiten. Bis Ostern will ich nochmal bewusst die Augen öffnen. Ohne Erwartungshaltungen wie Gott auszusehen hat. Nicht, dass ich schon wieder das Falsche suche, aber das Richtige eigentlich direkt vor den Augen habe….

Zeit der Stille

Gebet

Gott, seit Menschengedenken bist du uns Menschen nahe. Stärke uns an diesem Tag und mach uns offen für all das, was du uns auch in schwierigen Zeiten schenken willst. Denn du bist gut, treu und gerecht. Dir vertrauen wir alles an.

Vater Unser im Himmel….

Segen

Es segne, begleite und beschütze uns alle der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.