Impuls vom Dienstag, 07.04.2020

Von | 7. April 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Generalvikar Dr. Kizito Sabatia (Bistum Kakamega / Kenia) und Pastoralassistent Michael Michael Michels

Unser heutiger Gebetsimpuls ist wieder international. Ich habe ihn gemeinsam mit dem Kooperationspartner des Kenia-Projektes in der Jugendarbeit, Generalvikar Kizito Sabatia, vorbereitet. Von ihm stammt auch der Impuls, den ich übersetzt habe. Auch in Kenia wird dieser Impuls heute Abend um 19:00 Uhr Ortszeit (18:00 Uhr deutscher Zeit) gebetet werden.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied:

Taizé – Im Dunkel unsrer Nacht

YouTube zum mitsingen:

Text: Im Dunkel unsrer Nacht, entzünde das Feuer, das niemals mehr erlischt.

Link Noten: https://www.tritonus.eu/Chorsaetze/ImDunkel.pdf

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 13, 21-33)

In jener Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern bei Tisch war, wurde er im Innersten erschüttert und bekräftigte: Amen, amen, das sage ich euch: Einer von euch wird mich verraten. Die Jünger blickten sich ratlos an, weil sie nicht wussten, wen er meinte. Einer von den Jüngern lag an der Seite Jesu; es war der, den Jesus liebte. Simon Petrus nickte ihm zu, er solle fragen, von wem Jesus spreche. Da lehnte sich dieser zurück an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist es? Jesus antwortete: Der ist es, dem ich den Bissen Brot, den ich eintauche, geben werde. Dann tauchte er das Brot ein, nahm es und gab es Judas, dem Sohn des Simon Iskariot. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, fuhr der Satan in ihn. Jesus sagte zu ihm: Was du tun willst, das tu bald! Aber keiner der Anwesenden verstand, warum er ihm das sagte. Weil Judas die Kasse hatte, meinten einige, Jesus wolle ihm sagen: Kaufe, was wir zum Fest brauchen!, oder Jesus trage ihm auf, den Armen etwas zu geben. Als Judas den Bissen Brot genommen hatte, ging er sofort hinaus. Es war aber Nacht. Als Judas hinausgegangen  war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch. Ihr werdet mich suchen, und was ich den Juden gesagt habe, sage ich jetzt auch euch: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

Impuls

Bei uns in Kenia ist das Bibelteilen ganz wichtig. In kleinen Gruppen treffen wir uns im Laufe der Woche und lesen die Texte des kommenden Sonntages und beschenken uns dabei gegenseitig mit unserer Sicht auf die Frohe Botschaft. So erhält jeder biblische Text für uns eine besondere Lebensrelevanz. Durch unser Beschenken der anderen wird deutlich, dass es sich dabei nicht um alte und vergangene Geschichten handelt, sondern es konkret um unser Leben geht! Auch in Kenia haben wir zurzeit strenge Ausgangsbeschränkungen. Und so können wir uns nicht wie gewohnt für Gottesdienst, aber auch nicht für das Bibelteilen treffen. Für Ostern konnten wir das aber nun per Handy trotzdem machen. Viele kleinen Gruppen haben schon die Bibeltexte der Ostertage gelesen und sich per Handy beschenkt. In meiner Gruppe hat mir ein Mädchen eine spannende Frage gestellt, die ich mit Ihnen gerne teilen möchte. „Warum sind die Evangelien eigentlich so unterschiedlich, wenn es zur Kreuzigung kommt? Erzählen die Passionen nicht ganz unterschiedliche Geschichten?“ Und da hat sie recht! Denken wir an die Verzweiflung Jesu bei Markus und Matthäus. „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?!“ ruft und schreit Jesus. Er quält sich innerlich wie äußerlich am Kreuz. In der Johannespassion, die wir am Freitag hören werden ist Jesus aber relativ relaxed, geradezu Herr der Situation. Dort sind seine letzten Worte: „Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist“ und „es ist vollbracht“. Ich glaube nicht, dass die Passionen unterschiedliche Geschichten erzählen. Sie erzählen die gleiche Geschichte in einem anderen Licht. Markus und Matthäus betonen das Leid, das Sterben, die Dunkelheit des Menschen Jesus von Nazareth.  Johannes deutet das aber alles schon aus einem österlichen Licht. Für ihn fällt das Licht des Osterfestes schon auf die Dunkelheit des Menschen Jesu hinein. Damit verliert Jesus selbst in seiner dunkelsten Stunde nicht den Glauben, nicht die Hoffnung und nicht die Zuversicht. So möchte ich Sie heute im Sinne des Bibelteilens mit etwas beschenken. Mit der Möglichkeit, auch unsere heutigen menschlichen Dunkelheiten, unser Leid, unsere Ängste und unsere Schmerzen schon im Licht des Osterfestes zu sehen. Es wird helfen.

Gebet

Herr, deine Botschaft wirft Licht auch in die dunkelsten Flecken unseres Lebens und unseres Herzens. Du entzündest, im Dunkel unsrer Nacht, das Feuer, das niemals mehr erlischt. Dir vertrauen wir alles an. Vater Unser im Himmel….

Segen

So segne und behüte uns alle an diesem Tag der allmächtige Gott, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist, Amen.