Exerzitien im Alltag 1. Woche (3)

Von | 3. April 2020

1. Woche – 3. Tag

Mann und Frau

The kiss

„Gott erschuf den Menschen als sein Bild, als Bild Gottes schuf er ihn. Männlich und weiblich erschuf er sie. Gott segnete sie.“ 

(Gen 1,27-28a)

Der Autor des Buches Genesis macht in diesem kurzen Abschnitt drei wichtige Aussagen über das Wesen des Menschen:

  • Der Mensch ist Abbild Gottes; so nah am Schöpfer ist er.
  • Die Geschlechter sind gleichwertig.
  • Der Mensch ist von Anfang an gesegnet.

Was bedeutet es für mich, dass ich Gottes Abbild bin, dass göttliches Wesen in mir wohnt? Ist diese Erkenntnis für mich eher eine Last oder eine Ermutigung?

Mir ist mein Geschlecht von Anfang an mitgegeben. Kann ich mich so akzeptieren?

Jeder Mensch ist geprägt von männlichen und weiblichen Sei­ten. Spüre ich, dass mein Wesen auch Anteile des anderen Geschlechts enthält?

Wann gab es in meinem Leben Situationen, in denen ich er­fahren durfte, dass mein Leben von Gott gesegnet ist? Ge­schah dies an wichtigen Stationen meiner Biographie oder auch in ganz alltäglichen Begebenheiten?

► Danken Sie heute besonders dafür, dass Sie als Frau/Mann leben dürfen.

Oder beten Sie mit den Worten eines sehr alten Gebetes:

Ich will dich loben, mein Gott!
Denn du hast wunderbar gehandelt an dem, der Staub ist.
Und an dem, der aus Lehm geformt ist, hast du dich sehr groß gezeigt.

Und was bin ich, dass du mich erkennen lässt deine feste Ordnung
und dass du mich lehrst deine wunderbaren Taten?
Du legst mir Loblieder in den Mund und auf meine Zunge Lobpreis.
Und was über meine Lippen kommt, ist nur Jubel.

Und ich will deine Gnade besingen
und deine Macht rühmen den ganzen Tag.

(Aus den Höhlen von Qumran)

Übertragung Klaus Berger und Christiane Nord in: Psalmen aus Qumran
Frankfurt/Leipzig 1997, S. 49/50