Abendgebet für die Osternacht (11.04.2020)

Von | 12. April 2020

Guten Abend, ihr Lieben,
ich weiß, viele Menschen warten schon auf den Abendimpuls. Heute ist es, dem wichtigsten Fest der Kirche geschuldet. Dem Osterfest.
Aber leider ist es in diese Jahr in der gewohnten Form nicht möglich.
Darum nun von mir ein paar meditative Impulse für diese Osternacht 2020:

Dann wollen wir beginnen:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen!

Haben Sie sich schon mal diese Fragen gestellt?

Das Grab ist leer (von Jil)
Das Grab ist leer

Was wäre gewesen, wenn die Frauen das Grab nicht besucht hätten?
Was wäre gewesen, wenn die Frauen am Grab geschwiegen hätten?
Was wäre gewesen, wenn die Jünger ihnen nicht geglaubt hätten?
Was wäre gewesen, wenn kein Evangelist etwas aufgeschrieben hätte?
Was wäre gewesen, …
Die Frauen haben dann doch erzählt, was ihnen widerfahren ist.
Frauen und Männer haben das Unglaubliche weitergetragen.
Evangelisten haben alles aufgeschrieben und wir können es, auch nach über 2000 in der Bibel nachlesen.
Es sind die Glaubensbilder, die wir dort lesen.

Auch dafür ein kleiner meditativer Text: Glaubensbilder

Die Erzählungen über die Auferstehung,
vor unseren Augen eine Folge von Bildern:
Frauen auf dem Wege zum Grab.
Ein Felsbrocken, der weggerollt ist.
Das leere Grab, zurückgelassene Tücher.
Engel, die von Auferstehung sprechen.
Maria von Magdala, die dem Herrn begegnet.
Petrus und ein Jünger beim Grab.

Die Zurückgebliebenen,
die die frohe Nachricht zuerst nicht glauben.
Zwei Jünger auf dem Weg nach Emmaus,
verzweifelt und voller Fragen.

Und immer wieder der Auferstandene,
der sich zu erkennen gibt
und Zweifel beseitigt.

Eine Vielzahl von Bildern,
die uns helfen,
das Unglaubliche zu glauben:
„Der Herr ist wahrhaft auferstanden.“

Bilder,
die uns voll Zuversicht hoffen lassen:
„Auch wir werden auferstehen.“


MEDITATION in Form eines Gebetes:

Lebendiger Gott
Wir haben nicht mit dir gerechnet,
du lebendiger Gott.
Wir haben dich in Kirchen eingesperrt,
an Verantwortliche abgeschoben,
aus unserem Leben verbannt.
Wir haben dich totgeschwiegen,
verleugnet oder vergessen.
Aber wir haben nicht mit dir gerechnet,
du lebendiger Gott.
Wir haben dein Kreuz verharmlost,
zu einem billigen Trost umgearbeitet
und seine Botschaft entschärft.
Wir haben dich verkannt,
verniedlicht oder bagatellisiert.
Mit dir, du lebendiger Gott,
haben wir nicht gerechnet.
Doch der Umweg um dein Kreuz
gelingt nicht lang.
Du holst mich ein, und du durchkreuzt
all meine Himmelspläne.
Du forderst mich, und du forderst mich ganz.
Ich hatte nicht mit dir gerechnet.
Jetzt setze ich auf dich.
Lass mich zäh hinein hoffen
in Stunden wie Zukunft,
in Tage wie Licht,
in Leben wie Himmel.

Der Herr ist auferstanden Halleluja!!!!
Darum lasst uns feiern!
Das Leben feiern
Lasst uns
das Leben feiern!

Denn:
Das Licht
hat die Nacht überwunden.
Die Freude
hat die Traurigkeit verjagt.
Die Liebe
war stärker als der Hass.
Das Leben
hat den Tod besiegt.


Bitten wir Gott nun, an diesem besonderen Abend um seinen Segen:

Gottes Segen möge uns an diesem etwas anderen Osterfest erfüllen,
damit wir nie vergessen, dass wir geliebt und gerettet sind –
auch inmitten all unserer Widersprüchlichkeiten.

Gottes Segen lasse uns die tiefe Verbundenheit spüren mit allem,
was lebt, damit wir achtsam umgehen mit allem, was uns begegnet.

Gottes Segen möge uns zur Freude befähigen an all den Wundern,
die uns in Begegnungen mit Menschen und Schöpfung entgegen kommen.

Gottes Segen möge uns begleiten am morgigen Ostertag –
und an allen Tagen unseres Lebens.
So segne und behüte uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben der gütige und uns liebende Gott
+ der Vater, der Sohn und der Hl. Geist. A: Amen.

Uns allen – und all unseren Lieben wünsche ich aus der Gnade dieser ganz besonderen Nacht ein gesegnetes und frohes Osterfest!

Euer/Ihr Diakon Höhn