Abendgebet für den Weißen Sonntag, den 19.04.2020

Von | 19. April 2020

Guten Abend, meine Lieben,
heute wäre für viele Kinder in Deutschland die Erstkommunion gewesen.
Ich weiß, dass sich die Kinder auf diesen ganz besonderen Tag sehr gefreut haben (nicht nur wegen der Geschenke).
Aber leider, leider muss er jetzt, am Weißen Sonntag ausfallen.
Ich bin mir sicher, dass diese Feier, im Laufe des Jahres in den Pfarreien nachgeholt wird.
Also, mein Aufruf an die Kinder: Seid bitte nicht traurig. Ihr werdet in diesem Jahr zur Erstkommunion gehen, da bin ich mir sicher!

Dazu nun, für uns Eltern und Großeltern und alle, die sich mit dem Thema Erstkommunion auseinandersetzten, ein paar Gedanken:
Viele Erwachsene fragen sich, wie sie ihren Kindern das Wort sowie das Fest „Erstkommunion“ erklären können. Da unsere Kinder dieses Sakrament im Volksschulalter empfangen (übrigens seit 1910 – davor war es erst mit 14 Jahren üblich), sollte eine solche Erklärung möglichst kindgerecht erfolgen.


Im Religionsunterricht habe ich sehr gerne mit einer sehr freien Übersetzung des Wortes „Sakrament“ gearbeitet, mit der ich den Kindern im Rahmen der Vorbereitung auf die Erstkommunion das Verständnis erleichtere:

Ein Sakrament, so erkläre ich ihnen, sei ein „heiliges Geschenk“.
Gott schenkt uns dieses, um unser Leben in ganz bestimmten Momenten zu bereichern oder zu erleichtern. So schenkt Gott sich den Kindern bei ihrer Erstkommunion zum ersten Mal im gewandelten Brot, um ganz nah bei ihnen zu sein, mit ihnen zu gehen, sichtbar zu machen, dass er immer bei ihnen ist. (Das Wort stammt übrigens aus dem Lateinischen und bedeutet eigentlich „sichtbares Zeichen, Heilszeichen, Geheimnis“.)

Sieben heilige Geschenke
In der katholischen Kirche gibt es sieben Sakramente, wobei die Kinder, wenn sie zur Erstkommunion gehen, schon zwei davon erhalten haben: meist als Baby bereits die Taufe – am Anfang des Lebens, um ein Leben mit Gott zu beginnen – und kurz vor der Erstkommunion das Sakrament der Buße – um mit reinem Herzen und Gewissen Gemeinschaft mit Jesus feiern zu können.

Erst-, Zweit-, Drittkommunion?
Das „heilige Geschenk“ der Erstkommunion ist aber ein ganz besonderes Geschenk (ebenso wie das Sakrament der Buße): Dieses bekommt man nämlich nicht nur ein Mal! Das Geschenk, in dem Jesus ganz nah zu uns kommt und zwar in der Gestalt des gewandelten Brotes, kann man immer wieder erhalten! Jeden Sonntag will sich Jesus uns erneut schenken. Oder in den Worten eines meiner Schüler gesagt: „Da kann man ja dann auch Tausendstkommunion feiern, oder?“

„Kommunion heißt, wir feiern Gemeinschaft“*
In der Kommunion, im Sakrament der Eucharistie, wie es in der „Fachsprache“ heißt, feiern wir Gemeinschaft mit Jesus. Wir feiern, dass Jesus beim letzten Abendmahl seinen Jüngern versprochen hat, stets bei ihnen zu sein. Im „heiligen Brot“ kommt Jesus so nah zu uns, dass es näher schon gar nicht mehr geht – wir empfangen Jesus und können so ganz sicher sein: Er lässt uns nicht allein, er ist immer bei uns.


Dann wollen wir unseren Abendimpuls, an diesem Sonntag nun beginnen:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Ja, die Frage ist für Kommunionkinder auch wichtig:

Wo wohnt Gott?
Die Kirche ist der Ort, an dem wir Gott ganz besonders nahe sein können. Unsichtbar und geheimnisvoll ist er dort unter uns. Aber die Kirche ist mehr als nur das Gebäude. In einem Lied heißt es: „Gott baut ein Haus, das lebt“ – damit ist gemeint, dass alle, die zu Jesus gehören, Gottes Zuhause bilden. Die Kirche besteht also sozusagen aus vielen lebendigen Steinen, nämlich den Freunden Jesu. Genau das hat Jesus gesagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich.“

Wohnst du dort, wo man sich liebt sich zum Gruß die Hände gibt? Wohnst du dort, wo man sich küsst unter einem Baugerüst? Jesus, such dich überall war sogar im Hühnerstall Hab ein Flugzeug mir gebucht dich tagein, tagaus gesucht Ich verfolgte jede Spur Jesus sag, wo wohnst du nur? Schaute nach bei mir zu Haus denn dort kenne ich mich aus Schauten auch zum Himmel rauf baute eine Leiter auf Stieg hinauf und rief „Juchhu“ Jesus, sag, wo wohnst denn du? Suchte dich im Weizenfeld suchte auf der ganzen Welt

Wenn ich Trost und Liebe sah wusste ich, dort bist du nah Suchte dich in großer Not ganz allein und ohne Brot Suchte dich und fand das Glück gab es tausendfach zurück Suchte dich in jeder Stadt wenn ich hungrig war und satt Suchte dich im Sonnenschein oder unter einem Stein Suchte dich auf Berg und Tal auch mit Handschuh und mit Schal Bist du da und winkst mir zu? Jesus, sag, wo wohnst denn du?

Endlich fand ich dich bei mir wenn ich bete, bist du hier. Öffne für dich Herz und Tür Jesus, klar, du wohnst bei mir.


Dann lasst uns jetzt , für unsere Kommunionkinder, die etwas enttäuscht sind ( und es auch sein dürfen) beten:

Guter Gott,

wir denken in diesen Tagen an all die Familien, die in der kommenden Zeit ein Familienfest geplant hatten, und jetzt nicht wissen, wann sie es feiern können.
Vor allem denken wir dabei an all die Kinder, die in den nächsten Tagen ihren Tag der 1. Heiligen Kommunion hätten feiern wollen.
Lass sie nicht verzagen, gib ihnen Hoffnung und Mut, damit sie sich freuen wenn sie dann an den Tisch des Herrn eingeladen werden.
Begleite alle Menschen in dieser besonderen Zeit, besonders die Familien, auch weiterhin mit deinem Segen.

So segne uns, heute besonders unsere Kommunionkinder und alle Menschen, die uns wichtig sind, und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben der liebend Gott:
Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Ich wünsche Ihnen und unseren Kommunionkindern Durchhaltevermögen. Wir haben die Feier der Erstkommunion nur nach hinten verschoben. Wir werden feiern!!!

Euer / Ihr Diakon Höhn