Abendgebet für den Ostermontag, den 13.04.2020

Von | 13. April 2020

Guten Abend meine Lieben.

Auch heute, am Ostermontag habe ich wieder eine kleine Gebetsandacht mit Meditation eingestellt.

Ich wurde jetzt schon öfter angefragt, wie lange ich diese Gebetsimpulse noch machen kann und will. Also, ich möchte es gerne noch länger machen, und es mir vor allen Dingen so wichtig ist, dass wir, in dieser Zeit, im Gebet, verbunden bleiben. Mein Vorschlag ist, dass ich weiter, jeden Abend, einen Impuls hier einsetzte, zumindest so lange, wie unser Bistum Trier es festgelegt hat, dass es keine Gottesdienste in den Kirchen geben wird. Und das ist bis zum 30. April so. Nun, definitiv werde ich so lange, jeden Abend einen Impuls hier einstellen.

Im heutigen Evangelium geht es um die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus. Somit habe ich meine kleinen Impulse auf das Thema „Wege“ gelegt.


So lasst uns nun beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wann beginnt nun Ostern?
Nun, Ostern ist der Beginn – damit fängt alles neu an.
Mit dem Sieg des Lebens über den Tod fängt alles neu an.
Und ein Weg beginnt, der gegangen sein will … – mitten im Alltag.
Voller Hoffnung – weil es uns einer vorgelebt hat.
Voll Vertrauen, weil auch uns diese Zusage gilt.
Voll Liebe, weil uns einer so sehr liebt,
dass er selbst all das auf sich nimmt –
und weil er selbst all diese Wege mitgeht.
Genau darum geht es:
sich jeden Tag neu dem Tod und dem Leben zu stellen –
und jeden Tag neu Auferstehung zu probieren.
Das, was wir in der österlichen Vorbereitungszeit einübten,
feiern wir miteinander in diesen österlichen Tagen –
und genau das will auch im Alltag gelebt werden.

Wege entstehen dadurch, dass man sie Schritt für Schritt geht – aber das Ziel ist klar: Es geht dem Leben entgegen … und wir feiern Ostern, den Sieg des Lebens über den Tod, wir feiern Auferstehung also etwas so Grandioses und Wunderbares, dass ein einziger Festtag dafür gar nicht ausreicht!

Der gute Gott, der Jesus auferweckt hat, schenkt auch uns eine Zukunft, die kein Ende und keine Grenzen kennt! Dafür wollen wir ihm heute danken und darauf wollen wir uns nun vorbereiten.

Damit der Grund unseres Glaubens und unserer Freude trotzdem nicht „aus den Augen aus dem Sinn“ gerät, ist unsere Osterkerze ein Symbol dafür, dass das Licht stärker ist als alle Dunkelheit. Darum, so lade ich sie herzliche ein, wenn Sie, wenn ihr in diesem Jahr vielleicht auch eine kleine Osterkerze aus der Pfarrei Guten bekommen habt, so soll diese Osterkerze nun entzündet werden! – Natürlich können Sie auch eine andere Kerze entzünden.

MEINE PERSÖNLICHE MEDITATION AM OSTERMONTAG:

Immer wieder brechen wir auf,
kommen trostlos zurück vom Friedhof einer begrabenen Hoffnung.
Und jedes Mal mehr
haben wir ein Stück von uns selber begraben und meinen:
Jetzt ist alles aus!
Immer wieder gesellt sich auf diesem Weg unerwartet einer zu uns,
geht ein Stück mit auf der Straße unseres Lebens.
Sagt nicht nur »Herzliches Beileid!“, sondern nimmt unsere Hand,
bringt uns zum Sprechen, taut uns langsam auf.
Immer wieder trifft uns ein Wort, macht uns betroffen.
Lässt uns erfahren: Ich bin damit gemeint.
Und wir erahnen im Rückblick den Sinn,
den roten Faden der Führung in unserem Leben,
weil da ein Fremder uns zu deuten versteht:
»Musste nicht der Messias dies alles erleiden . . .“
»Kann es nicht sein, dass auch du …“
Immer wieder, wenn die Sonne sich senkt, geht uns ein Licht auf:
Gespräche – Erinnerungen – Spürbare Nähe, auch in Zeiten des Coronavirus.

Wir fühlen uns wohl und geborgen – mindestens jetzt, in dieser Stunde.
Das Leben ist doch wirklich schön, trotz allem!
Das hat mir, als Notfallseelsorger des Landkreises Bad Kreuznach, einmal eine Frau bei einem Gespräch nach einem Selbstmordversuch dankbar gesagt!
Dankbarkeit keimt auch in uns auf für alles Geschenkte und ein Anflug von Hoffnung für Morgen. Immer wieder erfahren wir: In all dem liegt noch ein »Mehr«, das wir nicht ausdrücken können, das sich dem Zugriff entzieht.
Vielleicht ist tatsächlich ER es, der Herr, und wir versuchen zu beten:

»Herr, bleibe bei uns!« und begleite uns durch unser Leben! Amen.


Bitten wir Gott nun um seinen Segen für uns und für alle Menschen,
mit denen wir verbunden sind:

Gott segne uns auf all unseren Wegen – ob wir alleine unterwegs sind oder zu mehreren.
Gott zeige sich uns im Gegenüber: in den Menschen, in der Natur. Er lasse sich finden von uns.
Gott sei das Feuer, das in unserer Brust brennt – und uns zu seinen Jüngerinnen und Jüngern macht.

So segne uns dazu der uns und alle Menschen, die uns wichtig sind, und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der liebende Gott auf unserer Suche nach seinen Spuren in unserem Leben, dass wir ihn spüren mögen an unserer Seite,

+ der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.


Ich darf mich, an dieser Stelle wirklich ganz, ganz herzlich bei Ihnen und euch allen bedanken, die mir gestern zu meinem Geburtstag gratuliert haben. Und das waren ganz viele Menschen. Euch allen ein ganz herzliches „Vergelt`s Gott“.

Euer / Ihr Diakon Höhn.