Abendgebet für den Ostermittwoch, den 15.04.2020

Von | 15. April 2020

Guten Abend meine Lieben,

heute kommt mein Abendimpuls etwas verspätet. Aber ich wollte die Pressekonferenz unserer Bundeskanzlerin noch bis zum Ende ansehen und auch die Erklärungen unserer Ministerpräsidentin in Rheinland-Pfalz.

Die Woche nach Ostern läuft weiter. Für viele Menschen ist es wie nach dem 26.12., da nämlich ist für viele Weihnachten schon vorbei. Ähnlich so auch bei Ostern. Nach dem Ostermontag ist Ostern, im wahrsten Sinne, gegessen!!

Aber kirchlich gesehen ist das so nicht richtig. Die Osterzeit hat ja erst, seit dem Hochfest der Auferstehung Jesu, am Ostersonntag, begonnen. Somit habe ich heute Abend auch wieder eine kurze Ostermeditation zu Beginn meines Abendgebetes gesetzt.

So lasst uns beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


OSTERN

Als die Hoffnung schon aufgegeben war, als die Trauer sich durchsetzen wollte
– kam OSTERN.
Als kein Ausweg mehr da war,
als alles verloren erschien
– kam OSTERN.
Als der Tiefpunkt erreicht war,
als die Angst überhand nehmen wollte
– kam OSTERN.
Als die Resignation sich ausbreitete,
als der Glaube schwand
– kam OSTERN.
Als alles zu scheitern drohte
und man es schon gar nicht mehr erwartete
– kam ER.

CHRISTUS SPRICHT: „ICH WAR TOT, UND SIEHE, ICH BIN LEBENDIG VON EWIGKEIT ZU EWIGKEIT UND HABE DIE SCHLÜSSEL DES TODES UND DER HÖLLE.“ (Offenbarung 1,18)


Das Gebet für heute Abend ist etwas persönlicher gehalten. Für all die Menschen, die schon so lange ausharren müssen. Die vl. auch in ihrer etwas beengten Wohnung sitzen. Da fällt dem einen oder der anderen u.U. mal „die Decke auf den Kopf“.

Deshalb:

NACH VORNE SCHAUEN…

GUTER GOTT, gerade fällt mir die Decke auf den Kopf. Meine Wohnung verlasse ich nur für die Arbeit, zum Einkaufen und für einsame Runden durch den Park. Ich vermisse meine Freund*innen und meine Familie, den direkten Kontakt zu lieben Menschen und die ungezwungenen Begegnungen im Alltag. Immer wieder fällt es mir schwer, die Einsamkeit und auch die Stille auszuhalten. Und: Immer wieder fällt es mir schwer, mich selber auszuhalten – mit meinen Gefühlen und Gedanken, mit meiner Unsicherheit und meinen Ängsten. Und manchmal fällt es mir schwer, in meinem Herzen Spuren von Hoffnung zu finden.

GUTER GOTT, lass mich deine Nähe immer wieder spüren – gerade in den dunklen, den finsteren Stunden. Lass mich erfahren, dass du mich trägst. Schenk mir deinen Geist und die Kraft, dass ich nicht aufgebe, dass ich immer wieder neu Hoffnungszeichen im Alltag erkenne und dass ich selber ein Zeichen der Hoffnung bin. Dass ich mutig genug bin, jeden Tag neu aufzustehen, nach vorne zu sehen und auf dich zu vertrauen. Amen.

So segne uns an diesem Abend, und auch alle Menschen, die uns wichtig sind und die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der Gott, der immer an meiner Seite steht: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Ihnen und euch wünsche ich, dass Sie den heutigen Abend zufrieden ausklingen lassen können. Und später einen erholsamen Schlaf.

Euer / Ihr Diakon Höhn