Abendgebet für den Osterfreitag, den 17.04.2020

Von | 17. April 2020

Guten Abend ihr Lieben, an diesem Freitag.

Nein, auch nach mehreren Wochen habe ich mich nicht daran gewöhnt, nur per Skype mit unseren Kindern und Enkelkind zu sprechen.
Es ist eine Möglichkeit, den Kontakt aufrechtzuerhalten aber mich an solch eine Form zu gewöhnen, das fällt mir schwer. Klar, es gibt Familien, da leben die Eltern mit ihren Kindern im Norden Deutschlands und die Großeltern in Passau. Ja, die kennen vielleicht nur das Medium Skype, über das Jahr.
Aber ich, wie viele andere Großeltern bestimmt auch, wir sind etwas anderes gewöhnt.
Mir stellt sich dann die Frage: Was ist in diesen Tagen denn nun wesentlich? Wesentlich im Umgang mit meinen Lieben aber auch mit dem Gebet?


Was ist wesentlich?
Darüber habe ich einen meditativen Text von Frau Beate Schwick gefunden, der dieser Frage nachgeht.
Dann wollen wir beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Was ist wesentlich? In diesen Tagen haben wir durch das Corona-Virus die weltweit größte gesundheitliche Herausforderung zu meistern, und die Angst treibt einen jeden von uns um, wie es wohl weitergehen wird. Unser Alltag ist aus den Fugen geraten und wir müssen eine vorgegebene Ordnung akzeptieren. Wen wir zurzeit treffen dürfen, wo und wie wir arbeiten wird vorgegeben. Selbst das eigene Gebetsleben muss sich andere Räume, andere Wege suchen. – Unsere bisherige Welt ist völlig durcheinander. Diese Situation bringt zwangsläufig ein Umdenken mit sich. Mir geht es so, dass ich das Gewesene, aber auch das Neue sehr hinterfrage. Ich beobachte gerade die vielen, vielen Gebets-Initiativen, die Menschen, die sich aufopferungsvoll in den Dienst am Nächsten stellen, die vielen, vielen helfenden Hände, die vielen innovativen Ideen, die entstehen, und vieles mehr. Somit verändert sich gerade auch der Blick auf mein eigenes Leben. Was ist wesentlich? Worauf kommt es an? Im festen Vertrauen darauf, Gott als Wegbegleiter in diesen schwierigen Zeiten an unserer Seite zu wissen, können wir all unsere Sorgen, Ängste, aber auch unseren Dank vor ihn bringen.


Und ich vertraue genau diesem Gott, als meinem Wegbegleiter. Das war schon immer bei mir so und so wird es auch immer sein, so lange ich lebe. Dann lasst uns gemeinsam beten:

Gott, du bist die Liebe – so sagen wir es und wollen es glauben.

In diesen Tagen ist alles anders. Ein Virus legt die Welt lahm und macht uns Menschen Angst. So viele sind krank, so viele schon gestorben. Wir sind ohnmächtig und ratlos. Als Malteser bitten wir dich um die Kraft der Liebe gegen all dies.
Wir bitten dich für unsere Dienste und Einsätze, Einrichtungen und Aufträge:
Lass uns die Menschen sehen, als kostbare Menschen, als Schwestern und Brüder; dass wir es wagen, Liebe zu schenken und Nähe zu wagen – mit aller Vorsicht – …weil Nähe zählt. So sind wir in den Spuren Jesu, der sich den Menschen zugewandt hat aus Liebe. Segne und behüte uns und schenke der Welt Frieden – durch Christus, unseren Herrn.

So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind, auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der wegbegleitende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ihnen und euch wünsche ich einen schönen Freitagabend als eine Einstimmung ins Wochenende. Und ja, ich freue mich schon wieder darauf, wenigstens mit den Meinen zu skypen.

Euer / Ihr Diakon Höhn