Abendgebet für den 3.Montag nach Ostern, den 27.04.2020

Von | 27. April 2020

Guten Abend meine Lieben.

Heute war der erste Tag in RLP (und nicht nur dort), an dem wir in den Geschäften die Masken tragen mussten. Auch ich war heute unterwegs und habe in zwei Geschäften festgestellt: glücklich sahen die Menschen mit ihren Masken, die mir begegneten, nicht aus. Ja, es ist alles ungewohnt und ich glaube, ganz viele von uns tragen zum allerersten Mal in ihrem Leben, beim Einkaufen, eine Gesichtsmaske.
All das hat mich dazu geführt, einmal die Frage zu stellen, was ist denn Glück? Was bedeutet Glück für jede und jeden von uns.
Darum soll es heute Abend, bei meinem Impuls gehen. Um das Glück.


So beginnen wir:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Bei einem Gottesdienst von „Sing&Pray“ war auch einmal das Thema das Glück. Wir haben im Gottesdienst die Menschen gefragt, was für sie Glück bedeutet. Hier nun einige Antworten, die die Leute auf Zettel aufschrieben:

1. Meiner Meinung nach besteht das Glück aus drei wesentlichen Komponenten: Dazu gehört ein inspirierender Job, echte Freunde, die für einen das Bergsteigerseil vor den Abgründen des Lebens sind und einen Partner, mit dem man immer wieder aufs Neue in eine eigene Welt eintaucht, in der zwei Seelen verschmelzen…

2. Glück ist für mich, morgens aufzustehen, über nichts nachdenken zu müssen, sondern einfach zu leben.

3. Das Glück ist das einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.

4. Das sind die Starken der Welt:
die unter Tränen lachen,
eigene Sorgen verbergen,
und andere glücklich machen.

5. Wer einen Tag glücklich sein will, soll sich betrinken.
Wer einen Monat glücklich sein will, soll ein Schwein schlachten.
Wer ein Jahr glücklich sein will, muss seinen Beruf lieben.
Wer ein Leben glücklich sein will, muss einen Menschen lieben wie er ist, mit seinem ganzen Herzen.


Dazu nun eine kleine Geschichte:

Es war einmal ein Bauer, der steckte jeden Morgen eine Handvoll Bohnen in seine linke Hosentasche. Immer, wenn er während des Tages etwas Schönes erlebt hatte, wenn ihm etwas Freude bereitet oder er einen Glücksmoment empfunden hatte, nahm er eine Bohne aus der linken Hosentasche und gab sie in die rechte.
Am Anfang kam das nicht so oft vor. Aber von Tag zu Tag wurden es mehr Bohnen, die von der linken in die rechte Hosentasche wanderten. Der Duft der frischen Morgenluft, der Gesang der Amsel auf dem Dachfirst, das Lachen seiner Kinder, das nette Gespräch mit einem Nachbarn – immer wanderte eine Bohne von der linken in die rechte Tasche.
Bevor er am Abend zu Bett ging, zählte er die Bohnen in seiner rechten Hosentasche. Und bei jeder Bohne konnte er sich an das positive Erlebnis erinnern. Zufrieden und glücklich schlief er ein – auch wenn er nur eine Bohne in seiner rechten Hosentasche hatte.


Auch in der Bibel wird vom Glück berichtet. Eine Stelle ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn. Wer von Ihnen oder von euch diese Stelle in der Bibel nachlesen möchte: Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lukas 15, 28-32)

Bitten wir Gott um seinen Segen:

Wo immer das Glück sich aufhält –
hoffe, ebenfalls dort zu sein.
Wo immer jemand freundlich lächelt,
hoffe, dass sein Lächeln Dir gilt.
Wo immer die Sonne aus den Wolken hervorbricht,
hoffe, dass sie besonders für Dich scheint.
Damit jeder Tag Deines Lebens so hell wie nur möglich sei.
Dazu segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der Glücksmomente verschenkende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Ich wünsche Ihnen und euch heute und/oder morgen einige Glücksmomente.

Euer / Diakon Höhn