Abendgebet für den 3.Mittwoch nach Ostern, den 29.04.2020

Von | 29. April 2020

Guten Abend meine Lieben.

3. Tag mit Masken.
Neben dem Maskentragen und dem sinnvollen Abstandhaltern zu anderen Menschen, ist der größte Schutz sich öfter am Tag die Hände gründlich zu waschen. Mindestens 20 sec.
In einem älteren Beitrag hatte ich ja schon Vorschläge gemacht, was 20 sec Händewaschen sind und welches Lied oder Gebet man in der „Händewaschzeit“ singen oder beten könnte.
Mein heutiger Abendimpuls bezieht sich auf das Händewaschen.
Mit einer berühmten Bibelstelle über Pilatus möchte ich beginnen.

So lasst uns beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

HEUTE SCHON HÄNDE GEWASCHEN?

Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! (Matth 27, 34)


Ich möchte in dem nun folgenden Impuls den Blick auf uns richten. Auf uns heute. Nicht nur unbedingt in die momentane Zeit des Coronavirus.

Pilatus heute
Tag für Tag
nach dem Aufstehn
wasche ich meine Hände
in Unschuld.
Tag für Tag
steh ich ein bisschen eher auf,
reinige mich von ein bisschen
mehr Schuld.
Tag für Tag
mach ich mir
schmutzige Finger.
Hab sie überall drin.
Reibe mir die Hände,
lach mir ins Fäustchen.
Überall mach ich
Profit und Gewinn.
Man gönnt sich ja sonst nichts!
Drum für mich nur das Beste.
Eine Hand wäscht die andere.
Seht die saubere Weste!
So ist halt die Welt.
Jeder denkt nur an sich.
Was schert mich mein Nächster.
Ich denke an mich.
Tag für Tag
nach dem Aufstehn
wasche ich meine Hände
in Unschuld. Und du?
-Seine Hände in Unschuld wasche meint:
– Die Schuld dem anderen aufzuladen!
– Die Auge zuzumachen vor Konsequenzen.
– Nicht einzugreifen weil man ja sowieso nichts machen kann.
– Jemanden im Regen stehen lassen.
– Tierquälerei hinnehmen
– Umweltzerstöung
– Immer nur zu meinem eigenen Vorteil
– Wegducken wenn es drauf ankommt
– Mein Stolz der mir oft im Weg steht
– Meine Lieblosigkeit die unerträglich ist
– Eigene Arroganz
– Meine oft lächerlichen Ausreden
– Feindbilder aufbauen


Ich lade Sie und euch ein, gemeinsam zu beten:

GEBET

Öffne meine Ohren, hörender Gott,
damit ich die vielen Stimmen wahrnehme.
Lass mich erkennen, welche Stimme mich ruft,
hinzuhören und offen werden für die Not in dieser Welt.
Lass mich erkennen, deine Stimme,
die mir Kraft und Zuversicht zuspricht.
Öffne meine Augen, sehender Gott,
damit ich die Wirklichkeit sehe.
Lass mich hinschauen, wo andere wegschauen
und schärfe meinen Blick.
Behalte du mich in deinem Auge
und unter deinem Schutz.
Öffne meine Stimme, sprechender Gott,
damit ich nicht stumm bleibe.
Lass mich gute und aufrichtende Worte sprechen
in meine Umgebung und diese Welt.
Lass mich dein Wort hören,
das mich tröstet und aufrichtet.
Öffne meine Hände, handelnder Gott,
damit ich nicht tatenlos dastehe.
Lass mich zupacken, wo meine Hilfe gefordert ist
und gib mir den Mut zum Teilen.
Lass mich deine Hand spüren
und führe mich durch das Leben.
Herr hilf mir, damit ich mir nicht täglich
meine Hände in Unschuld waschen muss.

Mit dieser abendlichen Erkenntnis segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der gute Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.


Ihnen und euch wünsche ich von ganzem Herzen einen schönen Mittwochabend und später einen erholsamen Schlaf.

Ihr / Euer Diakon Höhn