Abendgebet für den 3.Dienstag nach Ostern, den 28.04.2020

Von | 28. April 2020

Guten Abend ihr Lieben,
heute ist der zweite Tag, an dem wir, beim Einkauf oder in öffentlichen Verkehrsmitteln, einen Mundschutz tragen müssen. Ich muss gestehen, „das Ding“ ist lästig. Ich muss mich so daran gewöhnen.
Als ich heute an der Kasse in einem Supermarkt stand und es dort nicht weiterging, dachte ich auch, hoffentlich komme ich bald an die Kasse und hoffentlich kann ich bald wieder zu meinem Auto, um die Maske abzulegen.
Das wird noch eine ganze Zeit wohl so gehen, mit den Masken. Wir müssen uns , ob wir es wollen oder nicht, an diese „Dinger“ gewöhnen.
Also ist Ausdauer und auch ein Stück weit Mut gefragt. Mut zum Durchhalten.
Darum geht es heute Abend in meinem Impuls. Mut zu haben!


Also lasset und beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Die Mitte sprechen lassen

„Hab Mut!“ sagen wir oft zueinander, Mut ist eine geistliche Tugend und christliche Grundhaltung. Früher gebrauchte man für Mut häufig das französischen Wort Courage und bezeichnete einen beherzten Menschen als couragiert.
Courage leitet sich ab vom lateinischen „cor“, das heißt „Herz“. Eine couragierte, mutige Tat wie ein couragiertes, mutiges Wort entspringen dem Herzen, wenngleich das Herz nicht gerade der Ort ist, an dem unsere Emotionen ihren Platz haben. Das Herz, wohl das bedeutungsreichste
menschliche „Urwort“, bezeichnet die innerste Mitte unserer leib-geistigen Person, den Quellort der Gedanken und Erwägungen, des Planens, Wollens und Handelns, aber auch des affektiven Lebens der Leidenschaften und Entschlüsse. Ein mutiges, ein beherztes Leben ist ein aus der Mitte heraus geführtes Leben. Es ist ein tief verwurzeltes, im Gegensatz zu einem oberflächlichen Leben. „Hab Mut!“ bedeutet deshalb: „Lass deine Mitte sprechen!“


Ich lade Sie und euch nun ein, gemeinsam zu beten:

Guter Gott,
gerade in dieser schwierigen Zeit hören wir oft den Zuspruch „Hab Mut!“
Wir sehen gerade jetzt viele couragierte, mutige Helfer,
die sich aufopferungsvoll für den Nächsten einsetzen,
weil ihr Herz ihnen sagt, was zu tun ist.
Hilf mir selber immer wieder, mich ganz persönlich zu hinterfragen,
aus welcher Mitte ich spreche,
aus welcher Kraft ich schöpfe,
aus welchem Beweggrund ich handle,
damit mein Leben nicht oberflächlich bleibt,
damit sich keine Furcht breit macht,
damit Du mein Mittelpunkt bist,
von dem alles Gute ausgeht,
von dem ich allen weitersagen kann.


So segne uns an diesem Abend und segne auch all die Menschen, die uns wichtig sind, und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der mutmachende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ich wünsche Ihnen und euch allen einen gesegneten und schönen Abend und später eine erholsame Nacht.

Ihr / Euer Diakon Höhn