Abendgebet für den 2.Dienstag nach Ostern, den 21.04.2020

Von | 21. April 2020

Guten Abend meine Lieben,
auch wenn es schon die ganze Zeit so ist, aber auch heute ist ein sonniger Tag. Ein Tag, an dem wir auch jetzt noch, einen kurzen Spaziergang wagen sollten, die Sonne noch genießen. Und uns an den Kleinigkeiten erfreuen, die uns , auch am Wegesrand, so an den Schuh „stoßen“.
Auch im Kleinen ist Gott bei uns. Auch in der noch so kleinen Blume, die grade blüht. Unsere Enkelin hat das erkannt. Sie bleibt (mit 2,5 Jahren) an so einer Blume einfach stehen und freut sich an ihr. Oder an dem Schmetterling, der heute um ihren Kopf flog.


Die Freude im Kleinen.

Ich lade Sie und euch ein, auch wenn wir es vielleicht. verlernt haben, die Welt mit den Augen eines Kindes zu betrachten. Wie reich ist doch Gottes Schöpfung! So wollen wir nun beten:

+ Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Wir blicken heute Abend besonders auch auf die Menschen, die eben nicht so einfach noch einen Sonnensparziergang machen können. Unsere Kranken:

Gott, die Ereignisse und Nachrichten der letzten Tage lassen uns nicht los. Das Corona-Virus breitet sich aus und wir erfahren in unserer Stadt, in unserem Land und in ganz Europa Maßnahmen, die wir bislang noch nicht erlebt haben. Unsicherheit und Sorgen plagen uns.
Gott, wir klagen Dir alles, was uns bedrängt und beschäftigt. Gott, wir bitten Dich, sei uns nahe.
Gott, wir bitten Dich für alle, die in dieser Zeit Verantwortung tragen und Not lindern, schenke Kraft und Ausdauer allem medizinischen Personal sowie den Politikern unseres Landes.
Wir denken besonders an die Menschen, die besonders gefährdet sind durch die Krankheit. Wir bitten Dich für Infizierte und ihre Familien. Wir bitten Dich um Heilung, dass Kranke genesen.
Gott, gerade in diesen Tagen merken wir, wie sehr wir im Leben auf andere angewiesen sind – in unserer Familie, in der Gesellschaft, in unserem Land, in Europa und in der ganzen Welt. Wie verletzlich und wie unverfügbar unser Leben ist, spüren wir in diesen Tagen sehr.
Lass uns gestärkt sein in unserem Glauben und in unserem Gottvertrauen.
Hilf uns, dass wir einander stützen, helfen und beistehen.
Schenke uns Besonnenheit und Achtsamkeit.
Gott, lass uns über unsere eigenen Sorgen die Nöte anderer nicht vergessen.

Wir denken an die geflüchteten Menschen in der Türkei und in Griechenland.
Wir denken an Trauernde, die um ihre Verstorbenen weinen.
In der Stille bringen wir vor Dich, was uns auf dem Herzen liegt.

Alle unsere Bitten lassen wir münden in das Gebet, das Jesus uns gelehrt hat:

Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name,
dein Reich komme,
dein Wille geschehe wie im Himmel,
so auch auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute
und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft
und die Herrlichkeit in Ewigkeit.


So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind, aber auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der liebende Gott, wie ein Vater oder eine Mutter für uns. Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ihnen und euch wünsche ich noch viele kleine Begegnungen in der Natur. Weiter einen beruhigenden Abend und später wieder einen erholsamen Schlaf.

Euer / Ihr Diakon Höhn