Abendgebet für den 03.04.2020

Von | 4. April 2020

Guten Abend ihr Lieben.
Es ist wieder Zeit für unser abendliches Gebet mit Meditation.
Heute habe ich, als Meditationstext, ein paar Gedanken unseres Malteser Diözesanseelsorgers Pfr. Johannes Sczyrba vorangestellt.

Dann lasst uns beten:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes Amen.

Nicht tiefer als in Gottes Hand

Liebe Schwestern und Brüder!
Seit einigen Wochen beschäftigt uns das Coronavirus. Einige sind dabei sehr gelassen, andere hysterisch aufgeregt, wieder andere nehmen die Situation blauäugig auf die leichte Schulter.
Wie können wir als Christen damit umgehen? – Gerade in diesen Tagen kommt mir immer wieder der Psalm 91,5-8a in den Sinn. Dort heißt es:

Du brauchst dich vor dem Schrecken der Nacht nicht zu fürchten,
noch vor dem Pfeil, der am Tag dahinfliegt,
nicht vor der Pest, die im Finstern schleicht,
vor der Seuche, die wütet am Mittag.
Fallen auch tausend zu deiner Seite,
dir zur Rechten zehnmal tausend,
so wird es doch dich nicht treffen.

Ja, du wirst es sehen mit eigenen Augen …
… also doch blauäugig gelassen sein: „Es wird mich ja nicht treffen!“? – Aber es trifft doch viele – zu viele. Und wenn es auch mich trifft? Was meint der Beter, wenn er diese Verse spricht? Klingt das nicht nach falscher Sicherheit oder gar Überheblichkeit?
Der Glaube des Christen weist nicht einen Weg am Leiden vorbei, sondern durch das Leiden hindurch. Es gibt den Schrecken der Nacht – es gibt Pfeile, die treffen – Pest und Seuche sind global, sie bedrohen jeden (auch gläubige Christen). Aber „FALLEN“ – können wir fallen? Das ist die Hoffnung des Beters im Psalm 91,15-16, der Gott sagen lässt:

Wenn er (der Beter) mich anruft, werde ich ihn erhören.
Ich bin bei ihm in der Not, befreie ihn und bringe ihn zu Ehren.
Ich sättige ihn mir (langem) Leben und lasse ihn schauen mein Heil.

Immerhin begehen wir in diesen Tagen das Leiden und Sterben Jesu Christi, des Sohnes Gottes. Er schrie am Kreuz: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!“ (Psalm 22,1). Noch näher kann Gott nicht in der menschlichen Not nicht sein. Im Kreuzweg wird bei der 5.Station berichtet, dass Simon von Zyrene Jesus das Kreuz tragen hilft. Viele Darstellungen aber lassen offen, wer wem das Kreuz trägt. Trägt Gottes Sohn unsere Kreuze mit?

Doch Ostern sagt: „ICH (Gott) bringe Dich zu Ehren; ICH sättige Dich mit Leben, ICH lasse Dich schauen mein Heil!“ Wohin also fällt der Beter des 91. Psalms. Er kann nicht tiefer fallen als in die Hand Gottes, der Leben schenkt. Also bei aller Sorge dürfen wir zuversichtlich und gelassen sein. So stimmt auch das Jahresthema der Malteser 2020:

Fürchtet euch nicht!

(Pfr. Johannes Sczyrba, Malteser Diözesanseelsorger)


Dann wollen wir nun den Abend mit einem Gebet fortsetzen oder beschließen:

Guter Gott,
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird.
Da ist jetzt schon ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben: Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles: unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste, tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt – auch in dunklen Zeiten.
Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht und beschütze uns in dieser Zeit.

So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die, die in unseren Herzen weiterleben, der liebe Gott:

Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ihnen und euch wünsche ich von ganzem Herzen ein sonniges, krafttackendes Wochenende, dass wir mit diesem Freitag einläuten.