Mit großen Theologen Ostern entgegen – 31.03.

Von | 31. März 2020

Dechant Hardt stellt uns auf dem Weg auf Ostern zu jeden Tag einen Impuls eines großen Theologen vor.

Dienstag der fünften Fastenwoche

Karl Rahner

Ich bitte dich um die Gnade, in allem Leid meines Lebens das Kreuz Deines Sohnes zu erkennen, in ihm Deinen heiligen unerforschlichen Willen anzubeten, Deinem Sohn auf seinem Kreuzweg nachzufolgen, solange es Dir gefallen mag:

Lass mich im Leid nicht bitter werden, sondern reif, geduldig, selbstlos, milde und voll Sehnsucht nach jenem Land, in dem kein Leid wohnt und nach jenem Tag, wo Du jede Träne ab­wischen wirst von den Augen derer, die Dich geliebt haben und im Schmerz an Deine Liebe und in der Nacht an Dein Licht geglaubt haben.

Lass mein Leid ein Bekenntnis meines Glaubens sein an Deine Verheißungen, ein Bekenntnis meiner Hoffnung auf Deine Güte und Treue, ein Bekenntnis meiner Liebe, dass ich Dich mehr liebe als mich selbst, dass ich Dich um Deinetwillen auch liebe ohne Lohn.

Das Kreuz meines Herrn sei mir Vorbild, sei meine Kraft, sei mein Trost, sei die Lösung aller dunklen Fragen, das Licht aller Nächte.

Gib, dass wir uns rühmen im Kreuze unseres Herrn Jesus Christus, gib, dass wir so reif im wahren christlichen Sein und Leben werden, dass wir das Kreuz nicht mehr als Unglück und unverständlichen Widersinn betrachten, sondern als das Zei­chen Deiner Auserwählung, als das geheime sichere Zeichen, dass wir Dein sind in Ewigkeit.

Denn getreu ist das Wort, wenn wir mit ihm sterben, so werden wir auch mit ihm leben, harren wir mit ihm aus, so werden wir auch mit ihm herrschen.

(Karl Rahner, 1904 – 1984, Jesuit, Prof. für Dogmatik, Münster)

GEBET

Sei gegrüßt, heiliges und verehrungswürdiges Kreuz.

Sei gegrüßt, ruhmreiches und hochgelobtes Kreuz.

Hoffnung den Niedergeschlagenen und Trost den Gläubigen,

denn durch dich ist uns Heil und Erlösung geworden.

An dir hat der ehrwürdige Leib Christi gehangen.

Durch dich wurde uns Hilfe in allen Nöten,

neues Leben im Unglück, Stärkung im Tod.

Durch dich wurde uns Befreiung aus der Macht des Bösen,

und Errettung vom ewigen Verderben.

Durch dich steht mir der Zugang zum Paradies offen,

und die Gemeinschaft mit meinem Erlöser,

der an dir gehangen hat,

werde meiner Seele nach diesem armen Erdenleben zuteil.

(Altes Gebet aus der früheren Zisterzienserinnenabtei St. Thomas/Eifel)