Impuls vom Sonntag, 29.03.2020

Von | 29. März 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 383, Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe

YouTube zum mitsingen:

1) Ich lobe meinen Gott, der aus der Tiefe mich holt, damit ich lebe.

Ich lobe meinen Gott, der mir die Fesseln löst, damit ich frei bin.

Kehrvers: Ehre sei Gott auf der Erde/in allen Straßen und Häusern,

die Menschen werden singen,/bis das Lied zum Himmel steigt.

Ehre sei Gott und den Menschen Frieden (3x),

Frieden auf Erden

2) Ich lobe meinen Gott, der mir den neuen Weg weist, damit ich handle.

Ich lobe meinen Gott, der mir mein Schweigen bricht, damit ich rede.

Kehrvers: Ehre sei Gott….

3) Ich lobe meinen Gott, der meine Tränen trocknet, dass ich lache.

Ich lobe meinen Gott, der meine Angst vertreibt, damit ich atme.

Kehrvers: Ehre sei Gott….

Lesung aus dem Buch Ezechiel (Ez 37, 12b-14)

So spricht Gott, der Herr: Ich öffne eure Gräber und hole euch, mein Volk, aus euren Gräbern herauf. Ich bringe euch zurück in das Land Israel. Wenn ich eure Gräber öffne und euch, mein Volk, aus euren Gräbern heraufhole, dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.

Ich hauche euch meinen Geist ein, dann werdet ihr lebendig, und ich bringe euch wieder in euer Land. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin. Ich habe gesprochen, und ich führe es aus – Spruch des Herrn.

Evangelium (Joh 11, 3-7.17.20-27.33b-45)

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, dein Freund ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit wird nicht zum Tod führen, sondern dient der Verherrlichung Gottes: Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Denn Jesus liebte Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben. Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Letzten Tag. Jesus erwiderte ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das?

Marta antwortete ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Messias bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie antworteten ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus.

Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb?

Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt, und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, entgegnete ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herum steht, habe ich es gesagt; denn sie sollen glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt, und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden, und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

Impuls

Vor einigen Tagen habe ich mit einer älteren Frau über den Tod gesprochen. Mit lustiger Stimme, aber bitterer Ernsthaftigkeit im Hintergrund sagte sie: „Wenn ich mir das hier alles so ansehe, dann wäre es auch in Ordnung, wenn nach dem Tod nichts kommt und man einfach seine Ruhe hat. Keine Anstrengung mehr, kein Alter, keine Krankheit, einfach Ruhe“ An der Stelle von Lazarus hätte die Frau bestimmt gesagt: „Nett gemeint, Jesus, aber lass mich in Ruhe!“ Mir sagte sie: „Wenn ich tot bin, habe ich auch keine Sorge vor der Zukunft mehr!“

Wie geht es Ihnen mit so einer Aussage? Mir hilft das heutige Evangelium.

Denn ich glaube, man tut diesem großen Text unrecht, wenn man es als eine Erzählung betrachtet, in dem Lazarus wie durch ein Wunder sein bisheriges Leben fortführen kann.

Die Aussage dieser Erzählung ist keineswegs „Weiter geht’s! Halt die Spur, Lazarus!“ Vielmehr geht es um die Botschaft Jesu.

Denn Jesus ruft! Jesus ruft Lazarus heraus aus seiner Grabeshöhle, vom Tod zum Leben, aus der Dunkelheit ins Licht, von der Hoffnungslosigkeit in die Zukunft. Ich glaube, dass das was Jesus uns schenken will, mehr ist als ein ewiges „weiter so!“ Sowohl nach dem Tod als auch in unserem irdischen Leben.

Jesus ruft jeden einzelnen Menschen heraus, heraus aus den eigenen und inneren Grabeshöhlen, heraus aus der Dunkelheit und Verschlossenheit, heraus aus allem, was das Leben eng und kalt macht. Es geht um ein Leben in einer ganz neuen Qualität.

Wer auf seinen Ruf hört und aufsteht geht wie Lazarus auf Jesus zu:

Aus dem Grab ins Leben, aus der Teilnahmslosigkeit in die Verantwortung füreinander, aus dem Stillstand ins Handeln, aus der Angst ins Vertrauen.

Wer auf seinen Ruf hört, der wird leben. Nicht im ewig alten Trott. Nein. Wie neu geschaffen. Als neuer Mensch, als Mensch voller Hoffnung, voller Licht, als Mensch des Osterfestes und nicht des Karsamstags.

Und Jesus ruft! Auch heute! Lazarus. Dich. Mich.

Zeit der Stille

Lied: Taizé – Confitemini Domino

YouTube zum mitsingen:

Confitemini Domino, quoniam bonus. Confitemini Domino, Alleluja

Übersetzung: Danket dem Herrn, denn er ist gut

Fürbitten

Der Gott des Lebens will uns und alle aus ihren Toden erretten; zu ihm rufen wir:

Nach jeder Fürbitte: – Du Gott des Lebens – Wir bitten dich erhöre uns

Wir bitten für alle am Corona-Virus Erkrankten, für alle, die um ihr Leben kämpfen. Für alle, die in den medizinischen und pflegerischen Berufen für die Kranken und für alte Menschen im Einsatz sind.

Wir beten für alle, die um ihren Arbeitsplatz fürchten oder in ihrer Existenz bedroht sind. Für alle, die im Dienst für uns und die Gesellschaft gerade auch in der Krisenzeit arbeiten – oft unter erschwerten Bedingungen.

Wir beten für die Menschen in den vielen Ländern mit einem nur wenig ausgebauten Gesundheitssystem. Für Arme weltweit und für Menschen ohne Obdach bei uns, denen schon die Einhaltung von Hygieneregeln nur schwer möglich ist.

Wir beten für alle Menschen auf der Flucht, besonders für die auf den griechischen Inseln. Für alle, die vor Ort, mit begrenzten Möglichkeiten und trotz Anfeindungen helfen. Für alle, die angesichts der Not ihre Ohnmacht spüren.

Wir beten für alle, die es nur schwer aushalten können, zu Hause allein oder nur mit der Familie zusammen zu sein. Besonders für die vielen tatsächlich oder vielleicht Corona-Infizierten in strenger Quarantäne.

Wir bitten für uns selbst in unseren Nöten und mit den Sorgen um Menschen in der Familie und im Bekanntenkreis. Für unsere Toten und alle, die um sie trauern.

Du, Gott, begleitest uns auf allen Wegen. Du führst uns durch den Tod zum Leben. Dich loben und preisen wir jetzt und allezeit. Amen

Gebet

Herr, du bist ein Gott des Lebens. Dir vertrauen wir alles an. So wollen wir beten:

Vater Unser im Himmel….

Segen

† Der Herr segne und behüte uns, er lasse sein Angesicht über uns

leuchten und er führe und geleite uns von der Grabeshöhle des Lebens zu

seiner Verheißung. Amen.

Lied: GL 828, Wäre Gesanges voll unser Mund

YouTube zum mitsingen:

1) Wäre Gesanges voll unser Mund, voll, wie das Meer und sein Rauschen, klänge der Jubel von Herzensgrund schön, dass die Engel selbst lauschen,

Kv) so reichte es nicht, es reichte doch nicht, dich Gott unsern Gott recht zu loben, dich Gott unsern Gott recht zu loben.

2) Stünde in unsern Augen auch Glanz, wärmten wir uns an den Strahlen, trügen die Füße uns leicht wie im Tanz, weg von den Nöten und Qualen,

Kv) so reichte es nicht….

3) Spannten wir unsere Hände auch aus, weit wie ein Adler die Schwingen, schützten wir so unser Erdenhaus, dass alle Kinder gern singen,

Kv) so reichte es nicht…

4) Läge uns auch von Herzen daran, all jene Male zu nennen,

da du uns so viel Gutes getan, daran wir dich Gott erkennen,

Kv) so reichte es nicht…