Impuls vom Donnerstag, 26.03.2020

Von | 26. März 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Pastoralassistent Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: GL 489 – Lasst und loben, freudig loben

YouTube zum mitsingen:

Vorspiel bis 02:08

1) Lasst uns loben. freudig loben Gott den Herrn, der uns erhoben und so wunderbar erwählt; der uns aus der Schule befreite, mit dem neuen Leben weihte, uns zu seinem Volke zählt;

2) der im Glauben uns begründet, in der Liebe uns entzündet, uns in Wahrheit neu gebar, dass wir so in seinem Namen und durch ihn zum Leben kamen, unvergänglich, wunderbar;

3) dass wir allen Zeugnis geben, die da sind und doch nicht leben, sich betrügen mit dem Schein. Lasst den Blinden uns und Tauben Herz und Zunge aus dem Glauben, aus der Liebe Zeugen sein.

Lesung aus dem Buch Exodus (Ex 32, 7-14)

In jenen Tagen sprach der Herr zu Mose: Geh, steig hinunter, denn dein Volk, das du aus Ägypten heraufgeführt hast, läuft ins Verderben. Schnell sind sie von dem Weg abgewichen, den ich ihnen vorgeschrieben habe. Sie haben sich ein Kalb aus Metall gegossen und werfen sich vor ihm zu Boden. Sie bringen ihm Schlachtopfer dar und sagen: Das sind deine Götter, Israel, die dich aus Ägypten heraufgeführt haben. Weiter sprach der Herr zu Mose: Ich habe dieses Volk durchschaut: Ein störrisches Volk ist es. Da versuchte Mose, den Herrn, seinen Gott, zu besänftigen, und sagte: Warum, Herr, ist dein Zorn gegen dein Volk entbrannt? Du hast es doch mit großer Macht und starker Hand aus Ägypten herausgeführt. Sollen etwa die Ägypter sagen können: In böser Absicht hat er sie herausgeführt, um sie im Gebirge umzubringen und sie vom Erdboden verschwinden Lass ab von deinem glühenden Zorn, und lass dich das Böse reuen, das du deinem Volk antun wolltest. Denk an deine Knechte, an Abraham, Isaak und Israel, denen du mit einem Eid bei deinem eigenen Namen zugesichert und gesagt hast: Ich will eure Nachkommen zahlreich machen wie die Sterne am Himmel, und: Dieses ganze Land, von dem ich gesprochen habe, will ich euren Nachkommen geben, und sie sollen es für immer besitzen. Da ließ sich der Herr das Böse reuen, das er seinem Volk angedroht hatte.

Impuls

Gestern haben wir an dieser Stelle gemeinsam einen Impuls zum Hochfest „Empfängnis des Herrn“ gelesen, sozusagen der erste Schritt zur Menschwerdung Gottes am Weihnachtsfest. Dabei müsste man, wenn man sich die heutige Lesung genau durchliest doch schon feststellen: Hier ist Gott schon ausgesprochen menschlich! Zornig, emotional aufgeladen, eifersüchtig! Ein eifersüchtiger Gott, der es nicht erträgt, dass das Volk Israel Konsequenzen aus ihren Zweifeln zieht. Zweifel, weil sie Gott zwar als den Retter in Ägypten erfahren haben, aber auf ihrer langen Wüstenwanderung nun auch schon seit einiger Zeit nicht vom Fleck kommen. Mose ist schon lange weg, die Israeliten wissen nicht warum und wohin. Sie spüren Gott nicht mehr, Gott kommt in ihrem Leben nicht mehr vor. Und trotzdem – das gehört zur menschlichen Natur – braucht es etwas zum Vergöttern. Man macht sich einen goldenen Stier, feiert drumherum ein (be)rauschendes Fest.

Was auf den ersten Blick wie eine sehr merkwürdige Geschichte anmutet, ist brandaktuell für unseren Glauben und hat mich heute morgen sehr angerührt. Wie gehe ich mit meinem Glauben in den Wüstenzeiten um? Wie und woran glaube ich, wenn es trocken und hoffnungslos wird, wenn die Wüste und nicht die Oase das Leben dominiert? Woran glaube ich, wenn die ganze Welt im Großen, aber auch meine Welt im Kleinen von einem Virus bedroht wird? Irgendwie schön, dass Gott eifersüchtig und zornig, geradezu von Hass erfüllt wird, als er das Volk Israel, den goldenen Stier und die rauschende Party sieht.

Denn Eifersucht, Zorn und Hass, das gibt es nur da, wo es auch wahre Liebe gibt. Gott liebt sein Volk. Gott liebt uns. Gott sei Dank.

Zeit der Stille

Gebet

Gott, du bist allmächtig und grenzenlos liebend. Dir vertrauen wir alles an.

Vater unser im Himmel…

Segen

Gott der Liebe,

segne uns, dass wir dich sehen auf den Gesichtern der Menschen, dass wir dich hören in den Worten derer, die mit uns sprechen, dass wir dich spüren, wenn wir Gutes erfahren und Gutes tun. Es segne und beschütze uns alle der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Amen.