Impuls vom Dienstag, 31.03.2020

Von | 31. März 2020

Gebetsgemeinschaft in der PDZ Idar-Oberstein in Zeiten der Corona-Krise

Gebetsimpuls von: Michael Michels

Sie sind eingeladen, das Gebet im Laufe des Tages zu beten. Ich werde das Gebet um 18:00 Uhr beten, gerne können Sie sich auch dieser Uhrzeit anschließen.

Eröffnung:

Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Lied: Taizé – Aber du weißt den Weg für mich

Gott, lass meine Gedanken sich sammeln zu dir.

Bei dir ist das Licht, du vergisst mich nicht. Bei dir ist die Hilfe, bei dir ist die Geduld. Ich verstehe deine Wege nicht, aber du weißt den Weg für mich

Hinweis: Bei diesem Lied handelt es sich wieder um einen Taizé-Gesang. Ich lade Sie herzlich ein, sich auf den Charakter dieser Gesänge einzulassen und ihn – wie in der Youtube-Vorlage – wieder und wieder zu wiederholen

Lesung aus dem Evangelium nach Johannes (Joh 8,1-11)

In jener Zeit sprach Jesus zu den Pharisäern: Ich gehe fort, und ihr werdet mich suchen, und ihr werdet in eurer Sünde sterben. Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen.

Da sagten die Juden: Will er sich etwa umbringen? Warum sagt er sonst: Wohin ich gehe, dorthin könnt ihr nicht gelangen? Er sagte zu ihnen: Ihr stammt von unten, ich stamme von oben; ihr seid aus dieser Welt, ich bin nicht aus dieser Welt. Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben. Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Jesus antwortete: Warum rede ich überhaupt noch mit

euch? Ich hätte noch viel über euch zu sagen und viel zu richten, aber er, der mich gesandt hat, bürgt für die Wahrheit, und was ich von ihm gehört habe, das sage ich der Welt. Sie verstanden nicht, dass er damit den Vater meinte.

Da sagte Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin. Ihr werdet erkennen, dass ich nichts im eigenen Namen tue, sondern nur das sage, was mich der Vater gelehrt hat. Und er, der mich gesandt hat, ist bei mir; er hat mich nicht allein gelassen, weil ich immer das tue, was ihm gefällt. Als Jesus das sagte, kamen viele zum Glauben an ihn.

Zeit der Stille

Impuls

In dieser merkwürdigen Situation, in der wir uns befinden, erlebe ich Höhen und Tiefen. Gestern ist mir das Aushalten ungemein schwer gefallen. Besonders das Kontaktverbot und die so dringend gebotene soziale Distanz hingen mir gestern zum Halse raus! Ich hab mit einigen Freunden telefoniert, wie gerne würde ich sie nochmal treffen, wie gerne meinen Eltern oder meiner Oma nochmal näher kommen als 2 Meter, wie gerne würde ich ins Fußballstadion oder auf ein Konzert gehen, wie gerne würde ich einfach nochmal unter Menschen sein. Wie gerne würde ich nochmal direkt mit Menschen zusammenarbeiten und nicht nur mit meinem Laptop! Aber es nützt ja nichts: Soziale Distanz ist das Gebot der Stunde! So sehr es mich auch nervt!

Immerhin: Im heutigen Evangelium gibt es auch eine Art „soziale Distanz“. Nicht nur, dass das Verhältnis zwischen Jesus und den Pharisäern im Zugehen auf Ostern immer kälter wird, nein, Jesus kündigt schon seine Himmelfahrt an. Bewusst formuliert er, dass es wieder eine Trennung geben wird zwischen Himmel und Erde, zwischen „oben“ und „unten“. Jesus wird nicht mehr da sein, nicht mehr greifbar, nicht mehr anfassbar. Er wird zurückkehren in den Himmel. Doch interessant dabei ist, wenn man die Geschichte

weiterdenkt: Nach der Himmelfahrt und Pfingsten sind die Jünger mutiger als je zuvor. Ihr Draht zu Jesus, ihr Verständnis für seine Botschaft, ihre Freude diesen Jesus zu verkündigen, das alles funktioniert erst hinterher. Vorher – so hat man gerne den Eindruck – stapfen die Jünger mit großer Klappe und wenig dahinter, vielen Zweifeln und Sorgen, Jesus hinterher.

Mich lehrt das heutige Evangelium: Manchmal braucht es Distanz, um danach tiefer zueinander zu finden. So nehme ich mir doch heute einfach mal vor, nie wieder zu vergessen, wie unendlich kostbar es ist, Gemeinschaften und Freundschaften haben zu dürfen und zu pflegen, wie ungemein wertvoll es ist, Kontakt zu haben.

Gebet

Gott, du stehst immer an unserer Seite. Egal ob wir uns dir Nahe oder Distanziert fühlen, ob wir deine Wege verstehen oder nicht. Dir vertrauen wir alles an.

Vater Unser im Himmel, geheiligt werde dein Name….

Segen

So segne uns alle, in den einsamen und gemeinsamen Stunden, der liebende Vater, der menschenfreundliche Sohn und der gemeinschaftsstiftende Geist.
Amen.