Abendgebet für den 01.04.2020

Von | 31. März 2020

Ganz oft wurden und werden in den letzten Tagen die Menschen, gerade in den Pflegeberufen als „Engel“ bezeichnet.
„Die wahren Engel im Alltag, die uns helfen, mit all ihrer Kraft, fast schon bis zur Erschöpfung!“
Und das stimmt auch so. Diese Menschen, Männer und Frauen, leisten überirdisches.
Darum habe ich heute Abend einmal, als Meditation, eine Engelgeschichte hier eingestellt.

Dann wollen wir beten:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen

Geschichte:

Zwei reisende Engel machten Halt, um die Nacht im Hause
einer wohlhabenden Familie zu verbringen.
Die Familie war unhöflich und verweigerte den Engeln,
im Gästezimmer des Haupthauses zu ruhen.
Anstelle dessen bekamen sie einen kleinen Platz im kalten Keller.

Als sie sich auf dem harten Boden ausstreckten,
sah der ältere Engel ein Loch in der Wand und reparierte es.
Der jüngere Engel fragte: „Warum tust Du das?“
Darauf antwortete der ältere Engel:
„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“

In der nächsten Nacht rasteten die beiden im Haus eines
sehr armen, aber gastfreundlichen Bauern und seiner Frau.
Nachdem sie das wenige Essen, das sie hatten,
ihren Gästen dargereicht hatten, ließen sie die Engel
in ihrem Bett ruhen, wo diese wunderbar schliefen.

Als die Sonne am nächsten Tag den Himmel erklomm,
fanden die Engel den Bauern und seine Frau in Tränen.
Ihre einzige Kuh, deren Milch ihr alleiniges Einkommen
gewesen war, lag tot auf dem Feld.

Als sie weiterzogen, wurde der jüngere Engel wütend
und fragte den älteren vorwurfsvoll: „Wie hast Du das
geschehen lassen können? Der erste Mann hatte alles,
trotzdem halfst du ihm“, meinte er anklagend. „Die zweite Familie
hatte so wenig, und du ließest ihre Kuh sterben.“

„Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen“,
sagte der ältere Engel ruhig und bestimmt.
„Als wir im kalten Keller des Haupthauses ruhten,
bemerkte ich, dass Gold in diesem Loch in der Wand versteckt war.
Weil der Eigentümer so von Gier besessen ist
und sein glückliches Schicksal nicht teilen will,
versiegelte ich die Wand, so dass er es nicht finden kann.

Als wir in der letzten Nacht im Bett des Bauern schliefen,
kam der Engel des Todes, um seine Frau zu holen.
Ich gab ihm die Kuh anstatt dessen. …
Die Dinge sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen.“ …

Ich bin der festen Überzeugung, es müssen nicht immer Männer/Frauen mit Flügeln sein..

Aber lest selbst:

Es müssen nicht Männer/Frauen mit Flügeln sein,
die Engel
Sie gehen leise, sie müssen nicht schrei’n,
oft sind sie alt und hässlich und klein,
die Engel.
Sie haben kein Schwert, kein weißes Gewand
die Engel.
Vielleicht ist einer, der gibt dir die Hand,
oder er wohnt neben die, Wand an Wand
die Engel.
Dem Hungernden hat er das Brot gebracht,
die Engel.
Dem Kranken hat er das Bett gemacht;
er hört, wenn du ihn rufst, in der Nacht,
die Engel.
Er steht im Weg und er sagt: Nein,
die Engel.
Groß wie ein Pfahl und hart wie ein Stein.
Es müssen nicht Männer/Frauen mit Flügeln sein,
die Engel

Zum Schluss ein Abendgebet, dass viele der Älteren unter Ihnen und euch bestimmt noch kennen werden, aus ihrer Kindheit:

Abends, wenn ich schlafen geh,
Vierzehn Engel um mich stehn:
Zwei zu meinen Häupten,
Zwei zu meinen Füßen,
Zwei zu meiner Rechten,
Zwei zu meiner Linken,
Zweie, die mich decken,
Zweie, die mich wecken,
Zweie, die mich weisen,
Zu Himmels Paradeisen.

(Engelbert Humperdinck 1854 – 1921)

So segne uns und alle Menschen die uns wichtig im Leben sind und auch die, die in unseren Herzen weiterleben, der beschützende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ihnen und euch wünsche ich einen schönen Restabend, an diesem letzten Tag im März. Und später eine erholsame Nacht.