Abendgebet für den 30.3.2020

Von | 30. März 2020

Impulse zum Tagesausklang von Diakon Höhn:

Guten Abend ihr Lieben.
Auch am heutigen, sonnigen Montag ist es wieder Zeit für das Abendgebet. Heute habe ich zwei Texte herausgesucht. Beide wurden schon mal bei Sing&Pray in Merxheim, in dem „etwas anderen Gottesdienst“ verwendet.
Ein alternatives Glaubensbekenntnis und ein Gebet für Jugendliche und andere, wie es betitelt wurde.

Also lasset uns beten:

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen:

(Alternatives) Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
der die Welt nicht fertig
geschaffen hat,
wie ein Ding,
das immer so bleiben muss;
der nicht nach ewigen Gesetzen regiert,
die unabänderlich gelten;
nicht nach natürlichen Ordnungen
von Armen und Reichen,
Sachverständigen und Uninformierten,
Herrschenden und Ausgelieferten.
Ich glaube an Gott,
der den Widerspruch
des Lebendigen will,
und die Veränderung aller Zustände
durch unsere Arbeit,
durch unsere Politik.
Ich glaube an Jesus Christus,
der Recht hatte, als er,
„ein Einzelner,
der nichts machen kann“,
genau wie wir,
an der Veränderung aller
Zustände arbeitete,
und darüber zugrunde ging.
An ihm messend erkenne ich,
wie unsere Intelligenz verkrüppelt,
unsere Fantasie erstickt,
unsere Anstrengung vertan ist,
weil wir nicht leben, wie er lebte.

Jeden Tag habe ich Angst,
dass er umsonst gestorben ist,

Ich glaube an Jesus Christus,
der aufersteht in unser Leben,
dass wir frei werden
von Vorurteilen und Anmaßung,
von Angst und Hass
und seine Revolution weitertreiben
auf sein Reich hin.

Ich glaube an den Geist,
der mit Jesus in die Welt
gekommen ist,
an die Gemeinschaft aller Völker
und unsere Verantwortung für das,
was aus unserer Erde wird,
ein Tal voll Jammer,
Hunger und Gewalt
oder die Stadt Gottes.

Ich glaube an den gerechten Frieden,
der herstellbar ist,
an die Möglichkeit eines sinnvollen Lebens für alle Menschen,
an die Zukunft dieser Welt Gottes.
Amen.

Zum Abschluss nun das Gebet:

Für Jugendliche und jung Gebliebene

Guter Gott,
wir gehen durch eine Zeit der Unsicherheit und Angst:
Da ist die Sorge um geliebte Menschen.
Da ist die Furcht, sich anzustecken.
Da ist die Ungewissheit, wie sich unsere Welt in diesen Monaten verändern wird.
Da ist jetzt schon ein grundlegender Einschnitt in unser gewohntes Leben: Wir müssen auf vieles verzichten, das wir gerne tun, um andere Menschen nicht in Gefahr zu bringen. Das belastet uns, und wir hoffen, dass diese Zeit bald vorübergeht.

Dies alles: unsere Befürchtungen, unsere Hoffnungen, unsere Ängste, tragen wir vor dich.
Du hast gesagt, dass du unsere Gebete hörst.
Du hast gesagt, dass wir unsere Sorgen auf dich werfen dürfen.
Du hast gesagt, dass du bei uns bist alle Tage bis ans Ende der Welt – auch in dunklen Zeiten.
Wir vertrauen dir.
Wir legen die Menschen, die wir lieben, in deine Hand: Segne sie und behüte sie.
Und wir bitten dich, schenke uns Kraft und Zuversicht und beschütze uns in dieser Zeit.
Amen.

So segne uns und alle Menschen, die uns wichtig sind und auch die Menschen, die in unseren Herzen weiterleben: der zu uns stehende Gott, Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen!

So wünsche ich Ihnen und euch einen schönen Restmontag und später einen erholsamen Schlaf.

Weil wir doch in dieser Zeit, wo wir daheim bleiben müssen, oft nicht so gut lachen können, noch ein kleiner Witz zum Schluss:

Eine Gruppe NATO-Offiziere wird für eine Übung nach Schweden geschickt. Eigentlich sprechen sie kein Wort Schwedisch, entschließen sich aber trotzdem eine Messfeier zu besuchen.

Nach einiger Zeit in der Kirche steht in der Reihe vor ihnen ein Mann auf.

Da die Offiziere denken, dass die Messe zu Ende sei, stehen sie auf um ebenfalls zu gehen.

Plötzlich bricht die ganze Gemeinde in Gelächter aus. Entsetzt fragen sie den Priester, der ein paar Brocken Englisch sprechen kann, was denn los sei.

Dieser antwortet nur: „Wir wollten gerade mit einer Kindstaufe beginnen und ich habe den Vater gebeten sich zu erheben.“