Abendgebet für den 28.3.2020

Von | 28. März 2020

Impulse für den Tagesausklang von Diakon Höhn

Frühlingssonne im Kirschbaum

Heute war es wieder ein wirklich herrlich sonniger Tag an der Nahe und nicht nur dort. Ich hoffe, Sie haben – natürlich in ganz kleinen Zweiergruppen – den Tag auch etwas zum Spaziergang genutzt.

Der Text von heute Abend enthält einen Auszug aus der berühmten Antrittsrede von Nelson Mandela aus dem Jahre 1994.

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, Amen.

Unsere tiefste Angst ist nicht,
dass wir unzureichend sind.
Unsere tiefste Angst ist,
dass wir über die Maßen machtvoll sind.

Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit,
das uns am meisten ängstigt.
Wir fragen uns: Wer bin ich,
brillant zu sein, großartig,
talentiert und sagenhaft?“

Aber tatsächlich, wer bist Du,
es NICHT zu sein?
Du bist ein Kind Gottes.
Dein Kochen auf kleiner Flamme
dient der Welt nicht.

Es liegt nichts Erleuchtetes darin,
sich kleiner zu machen,
damit andere Menschen sich in Deiner Nähe
nicht unsicher fühlen.

Wir sind geboren, um die Herrlichkeit Gottes
zu offenbaren, die in uns ist.
Sie ist nicht nur in einigen von uns,
sie ist in ALLEN!

Und indem wir unser eigenes Licht
scheinen lassen,
geben wir unbewusst anderen Menschen
die Erlaubnis, das gleiche zu tun,
indem wir uns von unserer eigenen Angst befreit haben,
befreit unsere Gegenwart automatisch andere!

Dann lasst uns beten:

O Herr, schenke mir Augen,
welche das Gute in den Menschen,
das Schöne in der Natur und
das Wunderbare in der Schöpfung sehen.

O Herr, schenke mir Ohren,
die hören, wenn jemand meine Hilfe braucht,
die nicht nur Worte meiner Mitmenschen hören,
sondern auch mitbekommen, was diese mir mitteilen wollen.

O Herr, schenke mir Hände,
die nicht zögern und zaudern,
sondern gerne und kraftvoll zupacken,
wenn ihre Hilfe gebraucht wird.

O Herr, lass mich die vielfältigen Düfte und Gerüche
Deiner Welt voll Freude einatmen.
Erhalte mir eine bewusste Dankbarkeit für jeden Genuss
all der wunderbar schmeckenden Früchte und Speisen,
die Du für mich auf Mutter Erde wachsen lässt.

O Herr, lass mich das lebendige, klare, reine Quellwasser,
das alles Leben ermöglicht,
stets achten und wertschätzen.

O Herr, schenke mir ein Herz,
das vor Liebe zu Deiner gesamten Schöpfung überfließt,
und das liebevoll mitfühlt mit allen Lebewesen,
ohne sich einzumischen oder in Mitleid zu versinken.

O Herr, lass mich das Glück zu leben intensiv fühlen
und in Demut und Dankbarkeit
alle von Dir erhaltenen Fähigkeiten und Talente entfalten
und zum Wohle aller nutzen.


Lasst uns heute Abend auch unser Gebet an die Gottesmutter richten:

Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes,
Jesus.
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Sünder,
jetzt und in der Stunde unseres Todes.

So segne uns und alle Menschen die uns wichtig sind, auch die lieben Menschen, die in unseren Herzen weiterleben, der uns immer begleitende Gott: Der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.

Ich wünsche Ihnen und Euch einen segensreichen Abend und eine um eine Stunde verkürzte aber gute Nacht.

+ Diakon Joachim C. Höhn